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SPORTaktiv April 2021

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Eine

Eine 220-Kilometer-Radrunde fuhr er in der Woche davor noch und er lieferte eben erst einen negativen Corona-Test ab – dann hustete er plötzlich Blut. Georg Michl – 39 Jahre jung, Redakteur der „Kleinen Zeitung“ und Hobby-Triathlet, der auch die SPORT aktiv-Leser öfter mit seinen Storys versorgt (etwa im „Biketeil“ dieser Ausgabe), hat erfahren, was man sich nicht wünscht: Er ist an Covid-19 erkrankt. Nicht mit mildem Verlauf oder gar symptomfrei, wie man sich das als relativ junger, sportlicher Mensch mit starkem Immunsystem meist vorstellt. Mit beidseitiger Lungenentzündung (und zweimal 14-tägiger Quarantäne) hat es ihn ordentlich erwischt – wie er auch im hörenswerten Podcast der „Kleinen Zeitung“ erzählt (nachhören: www.kleinezeitung.at/podcast). Als er seine Wohnung erstmals wieder verlassen durfte und seine Wäsche aus dem Waschkeller selbst wieder hochtrug, musste der Ironman-erfahrene Sportler im ersten Stock eine Rastpause einlegen. „Als würde man durch vier, fünf FFP2-Masken durchatmen“, beschreibt er das Gefühl. Nach einer Covid-Erkrankung oder auch einer anderen schwereren Krankheit in den Sport zurückzukehren, wirft generell Fragen auf. Im Falle von Covid-19 auch, weil die Symptome und Verläufe einer Erkrankung bekanntermaßen sehr unterschiedlich sein können. Das Österreichische Institut für Sportmedizin (ÖISM) hat gemeinsam mit den sportmedizinischen Universitätsund Landesinstituten Wien, Salzburg und Innsbruck einen Leitfaden für die „Rückkehr in den Leistungssport“ herausgegeben – die Empfehlungen gelten aber genauso für Freizeitsportler, erklärt Jürgen Scharhag, Kardiologe und Vorstand des ÖISM: „Hobbysportler trainieren schließlich mit der gleichen Intensität am Rad oder spielen mit denselben hohen Belastungsspitzen Fußball – mit Herzfrequenz 170 bis 180 – wie auch Berufssportler.“ Letztere sind außerdem in der Regel medizinisch sehr gut betreut und verfügen über ein besser ausgebildetes Körpergefühl. Daher gilt auch nach einer Covid- 19- Erkrankung zunächst das, was für jede Erkrankung gilt: sich gründlich auskurieren. Sonst könnten gefährliche Komplikationen wie Vernarbungen an der Lunge oder gar eine Herzmuskelentzündung die Folge sein. Scharhag und Kollegen raten zusätzlich zu einer internistisch-kardio- Fotos: Getty Images, Thomas Polzer, www.sportmedizin.or.at Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 34 SPORTaktiv

R DIE RÜCKKEHR IN DEN SPORT WER NACH EINER COVID-19- ERKRANKUNG (ABER AUCH NACH ANDEREN SCHWEREREN KRANKHEITEN) WIEDER IN DEN SPORT EINSTEIGT, SOLLTE EIN PAAR GRUNDREGELN BEACH- TEN. DAS ÖSTERREICHISCHE INSITUT FÜR SPORTMEDIZIN HAT RICHTLINIEN FÜR LEISTUNGS- SPORTLER AUFGESTELLT, DIE ABER AUCH FÜR FREIZEIT- SPORTLER GELTEN. VON CHRISTOF DOMENIG logischen Untersuchung, um die Sporttauglichkeit nach einer Krankheit objektiv feststellen zu lassen. Die „Return-to-Sports“-Ampel Konkret hat Sportmediziner Scharhag mit Kollegen folgende Empfehlungen ausgegeben und in einem „Ampelsystem“ abgebildet: Bleibt man nach einem positiven Covid-19-Test symptomfrei (Ampelfarbe „grün“) oder hat leiche Erkältungssymptome bis zum Hals („gelb“), sollte bis zum Ende der Quarantäne sowie bis zur Beschwerdefreiheit eine Sportpause eingelegt werden. Bei Symptomen unterhalb des Halses wie Husten, Bronchitis oder Fieber („orange“) sollte die Auszeit je nach Schwere der Erkrankung zwei bis vier Wochen betragen. SPORTaktiv 35

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