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SPORTaktiv April 2021

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Beim Queren von

Beim Queren von Altschneefeldern wird oft unterschätzt, dass ein einfacher Ausrutscher ausreicht, um sich nicht mehr halten zu können. Weil Schneefelder meist in Geröll oder Fels auslaufen, haben Abstürze oft fatale Folgen“, betont der oberösterreichische Bergführer, Bergretter und Hagan-Produktentwickler Stefan Zoister. Dabei wäre es, so Zoister, mit der entsprechenden Ausrüstung und grundlegendem Wissen, die Ausrüstung einzusetzen, relativ einfach, die Gefahr sicher zu entschärfen. „Weil man für Skitouren im Frühjahr meist mit dem Auto hinauf in höhere Lagen fährt und die Zufahrtstraßen oft sehr vereist sind, muss bei der Tourenplanung auch die Anfahrt speziell mitbedacht werden “, sagt Sepp Egarter, Chef der Villacher Alpinschule 4 Jahreszeiten. Für ihn kommt bei der Planung im Frühjahr dem Einbeziehen des Wetters der vergangenen Tage ganz besondere Bedeutung zu. „Die Tourenplanung ist jetzt, was die spezifischen Schneeverhältnisse anbelangt, oft sensibler und problematischer als im Hochwinter“, weiß der Villacher Bergführer. „Wie sieht es bezüglich Eis und Schnee im Gipfelbereich und in den Schattenhängen aus?“, ist für Stefan Zoister eine weitere zentrale Frage während der Planung. Dass es im Frühjahr oft extrem unterschiedliche Verhältnisse zwischen süd- und nordausgerichteten Hängen gibt, ist ein weiterer Punkt, auf den alle Experten hinweisen. Apere Stellen oder weicher Schnee können binnen weniger Meter mit hartgefrorenen und dadurch sehr herausfordernden Passagen wechseln. „Oft sind kleinere, vereinzelte Schneefelder mit dazwischenliegenden aperen Wegstrecken Unfallauslöser“, warnt Egarter. Ausrüstung vorbereiten Neben der Tourenplanung gehören das Üben der Verwendung und Voreinstellung der Steigeisen, angepasst an die eigenen Schuhe, zur fixen Vorbereitung. Weiters soll das richtige Verhalten für den Fall das Ausrutschens verinnerlicht SEPP EGARTER Berg- & Skiführer, Alpinschule Vierjahreszeiten, Villach www.bergbewegt.at STEFAN ZOISTER Berg- & Skiführer, Bergretter und Produktentwickler bei Hagan, Nußdorf am Attersee s.zoister@aon.at werden. „Ich rate mit Steigeisen gehen zu üben, etwa im Schnee oder auch auf aperen, weichen Untergründen und dabei die Allzack-Technik, bei der alle Zacken Schneekontakt haben, anzuwenden“, betont Bergprofi Zoister. „Im Falle eines Sturzes ist es wichtig, schnell in Bauchlage zu kommen, um das Abrutschen mit dem Pickel stoppen zu können, bevor die Geschwindigkeit zu groß wird“, wissen die Experten des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS). Auch die Scharfkantigkeit des Schnees gilt es zu bedenken. Handschuhe sind zumindest bei Schneefeldquerungen Pflicht. „Kurze Hosen etwa führen bei Abstürzen am Schnee zu schmerzhaften zusätzlichen Verletzungen“, empfiehlt Bergretter Zoister robuste, langarmige/-beinige Kleidung. „Wir empfehlen, immer dann einen Helm zu tragen, wenn ein Absturzrisiko besteht“, plädiert Egarter für Helmverwendung nicht nur des Steinschlagrisikos wegen. Fotos: Koch Alpin/Snowline Chainsen, s. Egarter, S. Zoister 90 SPORTaktiv

IM TAL HAT SICH DER FRÜHLING BREIT- GEMACHT. IM ALPINEN RAUM IST DER WINTER NOCH IMMER ALLGEGENWÄR- TIG. BEI FRÜHJAHRES-SKITOUREN ODER BERGTOUREN IST ES JETZT IM APRIL, MAI UND JUNI ZENTRAL, DAS VON EIS UND SCHNEE AUSGEHENDE RISIKO GEWISSENHAFT EINZUSCHÄTZEN. VON OLIVER PICHLER AUFGEPASST AUF DEN ALTSCHNEE SPORTaktiv 91

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