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SPORTaktiv August 2019

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SO EIN TAG … as sind

SO EIN TAG … as sind schon zehn Kilometer vor der Brust, wenn man so einen Weg hinter sich hat? „Da wurde es richtig hart und ich hab echt ans Aufhören gedacht“, schildert unser Leser Marco Rutz die Schlussphase des Ironman 70.3 in Rapperswil am Zürichsee. 1,9 Kilometer Schwimmen hatte er da schon hinter sich, dazu 90 Kilometer auf dem Rennrad und 11 Kilometer auf der Laufstrecke, als sie ... SO WUNDERSCHÖN WIE HEUTE. UNSEREM LESER MARCO RUTZ IST BEI SEINEM SPORTLICHEN ZIEL 2019 ALLES AUFGEGANGEN. AUF DAS GROSSE GLÜCK IM ZIEL DES IRONMAN 70.3 FOLGTE DIE GROSSE LEERE. WIE ES WEITERGEHT, IST AUCH SCHON VORGEZEICHNET. VON KLAUS MOLIDOR Fotos: FinisherPix 16 SPORTaktiv

MEIN 2019WIRD JAHR SPORTAKTIV-LESERAKTION kamen, die Gedanken, einfach stehen zu bleiben, es sein zu lassen. Drei Jahre und zwei Monate vor diesem Moment hatte Marco Rutz noch 164 Kilogramm und war alles andere als sportlich. Er hat sich aufgerafft, Kalorien gezählt, Sport gemacht, trainiert, trainiert, trainiert. Was sind da also noch diese läppischen zehn Kilometer. „Die Gedanken hab ich jedes Mal, bei jedem Bewerb“, sagt Rutz. „Durch mentales Training versuche ich, diesen Moment so weit es geht hinauszuschieben.“ An diesem Tag hat es sich doppelt ausgezahlt. Denn sein Ziel, den Bewerb unter sechs Stunden zu beenden, hat er geradezu pulverisiert. Nachdem er sein DAS TRAINING WAR SO LANGE UND SO INTEN- SIV, DASS MIR JETZT ETWAS FEHLT. Tief überwunden und die letzten 70 Treppen der Laufstrecke hinter sich gebracht hatte, lief er nach 5:22 über die Ziellinie. „Damit hätte ich niemals gerechnet“, sprudelt es überglücklich und auf Schwyzerdütsch aus ihm heraus. Es war sein Tag, der schon im Wasser gut begann. Bei 16 Grad im Zürichsee zog er im Neoprenanzug, den wir ihm als Unterstützung von Aquasphere organisiert hatten, gleichmäßig dahin. Weil der Mai so kühl und verregnet war, gab es schon Überlegungen, die Schwimmstrecke eventuell zu verkürzen. „Ich hab gehofft, dass das nicht passiert, schließlich wollte ich schon einen ‚echten‘ 70.3 absolvieren.“ Durch den Auftrieb im Neoprenanzug konnte er aber Kraft sparen, musste nichts in die Wasserlage investieren. „Das hat sicher fünf bis sechs Minuten gebracht.“ Auch am Rad lief es wie geschmiert. „Da habe ich im Training auch sehr, sehr viel investiert.“ Im Ziel empfand er dann – no na – großes Glück. Gleichzeitig stellte sich aber auch bald Wehmut ein. „Wehmut, weil das Training so lange und so intensiv war, dass mir jetzt etwas fehlt.“ Sport wird er weiter machen, Bewerbe auch, nur was es wird, das weiß er noch nicht. „Die logische Konsequenz wäre natürlich der ganze Ironman“, sagt Rutz. Thun oder Frankfurt kämen dafür in Frage. „Das ist schon ein logistisches und damit auch finanzielles Thema.“ Bei beiden wüsste er, worauf er sich einstellen kann. „Frankfurt sicher ohne Neo, Thun sicher mit.“ Ob er den angeht, hängt auch von seiner Frau ab. „Sie ist eigentlich dagegen. Ihre Unterstützung ist mir aber sehr wichtig.“ Ironman hin oder her. Ein Vorbild bleibt Marco Rutz allemal. Dafür, was man mit Willenskraft und regelmäßiger Bewegung alles schaffen kann und dass es nie zu spät ist. Nachgegeben hat er seinem Impuls nach sofortiger Erlösung von der Anstrengung übrigens noch nie. SPORTaktiv 17

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