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SPORTaktiv Bikeguide 2018

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AUS PRO BIERT BIKE

AUS PRO BIERT BIKE INNOVATION ODER GAG? SPORTAKTIV TESTET DIE ELEKTRONISCHE DI2, EINEN GESTRICKTEN MTB-SCHUH UND BLINKENDE HANDSCHUHE VON CHRISTOPH HEIGL SUMM, SUMM, SUMM Schalten am Bike ohne Schaltseil? Nix kann verdrecken, reißen, ausleiern? Ein Wunschtraum. 2014 stellte Shimano die erste elektronische MTB-Schaltung vor, bei der kein Seil zum Schaltwerk führt, nur ein dünnes Kabel: die SHIMANO XTR Di2 (UVP rund 1500 Euro). Beim Rennrad gibt es das seit 2009. Wäre nicht das dezente Display am Lenker, würde man fast nichts merken. Der Akku ist im Sattelrohr oder im Gabelschaft versteckt. In der Praxis hört man ein leises, nicht weiter störendes Summen der Stellmotoren in den Schaltwerken. Summ, Summ, Summ. Ist der leichteste oder schwerste Gang erreicht, ertönt ein Piepston als Warnung. Hat man vorne eine Zweifach-Kurbel, entfällt der linke Schalthebel, weil der rechte auch den vorderen Werfer ansteuert und für logische Gangwechsel sorgt. Am Display sieht man Gang und Akkustand. Via Shimano-App am Handy kann man Einstellungen programmieren, das Schaltwerk ausrichten und die Tastenbelegung ändern. Fazit? Schaltet es sich elektronisch besser? Nein, nicht wirklich. Das Niveau aktueller Seilschaltungen ist derart hoch, dass die elektronische Schaltung (die auch etwas schwerer ist) kaum Vorteile verspricht. Experten hingegen empfinden ein „noch schnelleres, knackigeres Schalten“. Die Di2 ist auch nicht mehr der Letztstand der Technik. Beim Rennrad ist Shimano-Konkurrent Sram mit der „eTap“ vorgeprescht und hat die erste kabellose Schaltung auf den Markt gebracht, bei der die Schaltimpulse per Funk (genauer: per 128-Bit-Wirelessprotokoll) an die Schaltwerke geschickt werden. Beim Weltcup-Auftakt in Südafrika hat man jetzt im März bei Superstar Nino Schurter einen Sram-Prototypen mit der ersten drahtlosen MTB-Schaltung entdeckt, die Ähnlichkeiten mit der Rennrad-eTap aufweist. Gar keine Kabel? Da sind wir gespannt. Man darf auch gespannt sein, wie Shimano darauf reagiert. Fotos: Thomas Polzer, Christoph Heigl 132 SPORTaktiv

STREBERHAFT, ABER PERFEKT Der Handschuh CHIBA ROAD MASTER (UVP € 44,90) versucht, ein altes Problem beim Radeln im Dunkeln zu lösen: Das Rad leuchtet zwar schön nach vorne und hinten, aber der Radfahrer selbst hat keine Lichtquelle, um z. B. das Abbiegen mittels Handzeichen anzuzeigen. Wer brav Signale gibt, wird von folgenden Verkehrsteilnehmern kaum wahrgenommen. Und hier kommt der Handschuh der deutschen Traditionsmarke Chiba ins Spiel. Den Road Master hat man mit einem Blinkmodul auf der Handschuh-Außenseite versehen. Hat man den Blinker per leichtem Druck eingeschaltet, blinkt er rot, sobald die Hand zum Handzeichen seitlich weggestreckt wird. Ein Sensor im Blinker erkennt das Schräghalten. Führt man die Hand wieder in eine waagrechte Position, erlischt das Blinklicht. So weit die Theorie. DA STAUNT SELBST OMA Ein neuer MTB-Schuh, der wie früher Grete-Oma auf Strickerei setzt? Da macht sich SPORTaktiv auf die Socken und wird neugierig auf den GIRO EMPIRE VR70 KNIT (UVP € 249,–). Bei den technischen Erklärungen wird man noch nicht wesentlich schlauer: neu entwickeltes Xnetic-Knit-Obermaterial, TPU-Außenskelett, Zehenschutz aus Gummi, TPU-Ferse und Easton-EC70-Kohlefasersohle. Aha. Wir haben schon viele Spielereien und LEDs ausprobiert und nicht alle haben funktioniert. Aber der Chiba-Handschuh macht seinen Job perfekt. Bei jedem seitlichen Ausstrecken des Arms wird der Blinker am Handrücken aktiviert. Damit das rote Licht nach hinten gut sichtbar ist, muss man die Hand natürlich korrekt drehen – was in der Praxis ein wenig streberhaft wirkt – aber es funktioniert. Weil der Handschuh ja nicht weiß, ob man gerade Handzeichen geben will, leuchtet der Blinker gelegentlich auch, wenn eine ähnliche Bewegung erfolgt. Kein Problem, jedes Blinken erhöht die Sicherheit. Zudem ist der Chiba ein richtig guter Winterhandschuh, der am Mountainbike und am Rennrad auch bei leichten Minusgraden die Finger noch wohlig warm hält. Also rein in das Ding. Was zunächst nicht einfach ist, weil das kurze „Söckchen“, das fix mit dem Schuh verbunden ist und in die Lasche übergeht (siehe Foto), den Eintritt etwas erschwert. Es soll verhindern, dass Schmutz und Steinchen in den Schuh gelangen. Radsocken darunter braucht man trotzdem. Der Schuh passt auf Anhieb wie angegossen, mit der Schnürung lässt er sich angenehm schließen, ein vergessenes Retro-Gefühl in Zeiten von Schnallen, Ratschen und Co. So macht der Giro nicht nur am Mountainbike, sondern auch am Gravelbike und Cityflitzer gute Figur. Am Bike lässt er sich super treten, die Carbonsohle sorgt für Steifigkeit und durch die Strickkonstruktion mit kleinen Löchern an den Seitenteilen ist er sehr gut durchlüftet. Fazit: Stark. Das würde auch Oma gefallen. SPORTaktiv 133

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