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SPORTaktiv Bikeguide 2019

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COOLE SCHULE EIN

COOLE SCHULE EIN SKIFAHRERLEBEN BEGINNT FAST IMMER IN EINER SKISCHULE. BEIM MOUNTAINBIKEN SOLLTE ES NICHT ANDERS SEIN, MEINT PETER SCHROTT- MAYER, DER EIN LEHR- KONZEPT FÜRS KINDER- BIKEN ENTWICKELT HAT. VON CHRISTOF DOMENIG Soll man bikenden Kindern schon Grundsätze der Fahrtechnik näherbringen? Oder sie einfach tun und ausprobieren lassen? „Sowohl als auch“, sagt Peter Schrottmayer. Das eine schließt nämlich das andere nicht aus, sagt der Leiter der Bikeschule im Trailcenter Hohe Wand Wiese in Wien. Schrottmayer hat ein Mountain bike- Fahrtechniklehrkonzept entwickelt, abgestimmt auf verschiedene Altersstufen von den ganz kleinen Bike-Debütanten bis zum Erwachsenenalter. „Beim Skifahren gibt es festgeschriebene Lehrpläne. Im Mountainbiken jedoch nichts in dieser Richtung.“ Und um noch beim Vergleich mit den Winternationalsport zu bleiben: Dort leuchte jedem ein, „dass eine gewisse Skitechnik als Grundlage sinnvoll ist. Beim Biken ist es genauso – aber die Sportart ist noch so jung, dass das noch nicht allgemein so gesehen wird.“ Zumindest gelte das, wenn man Mountainbiken nicht nur als Dahinrollen auf Forststraßen begreife. Geht es nach Schrottmayer, macht es aber für jedes Kind Sinn, hochwertige Fahrtechnikkurse zu besuchen oder im Vereinstraining zu lernen. Auch als zusätzliches Sicherheitspolster beim Fahren im Straßenverkehr. Dass Kinder in eine Bikeschule dürfen, sollte so selbstverständlich sein wie der Skischulbesuch zum Einstieg ins Skifahren. Hütchen, Schnur und Kreide Rad fahren lernen Kinder heute am besten mit dem Laufrad. Und schon da ist es sinnvoll, ihnen mountainbikespezifische Fahrtechnik näherzubringen, sagt Schrottmayer. „In jedem Park oder Waldstück gibt es kleine Trampelpfade, Böschungen, Rodelhügel. Mit ein paar Hütchen, einer Schnur und einer Kreide ENGE KURVEN SIND DAS UM UND AUF FÜRS GLEICH GEWICHT, KLEINE STUFEN UND RÜTTELPISTEN MACHEN RIESENSPASS. kann man ganz schnell einen Parcours mit Slalom, Spurgasse und Ziel für die Zielbremsung aufbauen. Kinder lieben es, wenn sie dabei selbst kreativ sein dürfen und Mitspracherecht besitzen“, erklärt der 30-Jährige studierte Sportpädagoge. Als Elternteil oder Trainer fährt man am besten selbst mit. Oder versucht es. Schrottmayers Neffe ist fünfeinhalb, „er Fotos: Woom Bikes, Peter Schrottmayer 174 SPORTaktiv

MAG. PETER SCHROTTMAYER ist 30 und Leiter der Bikeschule im Trailcenter „Hohe Wand Wiese“ in Wien sowie Ausbildner bei „Bikepro“. www.hohewandwiese.com www.bikepro.com Für die Naturfreunde bildet er von 2.–5. Mai erstmals „Kinder-MTB- Betreuer/-innen“ aus. www.akademie.naturfreunde.at liebt es, mir mit seinem kleinen Rad so enge Kurven vorzufahren, dass ich mit meinem keine Chance habe, dranzubleiben.“ Enge Kurven seien generell das Um und Auf fürs Gleichgewicht. Gruppensituationen motivieren, kleine Wettkämpfe machen Spaß. „Kleine Stufen und Rüttelpisten sowieso.“ Und spätestens da ist man also schon mittendrin in der Bike-Fahrtechnik. Wie schaut es mit dem passenden Rad aus? „Kinderräder sind oft zu schwer und entsprechen genauso häufig nicht den kindlichen Proportionen“, weiß Peter Schrottmayer. Seine Empfehlung: „Es gibt Firmen, die sich auf wirklich kindgerechte Räder spezialisiert haben, zum Beispiel die heimische Marke woom.“ Zwischen „normalem“ Rad und Mountainbike müsse man dabei gar nicht unterscheiden: „Kinder brauchen keine Federgabel und erst recht keinen Hinterbau-Dämpfer: beide machen das Rad nur schwer und funktionieren bei dem geringen Gewicht auch gar nicht.“ Werden Kinder von klein auf regelmäßig zum Fahren auf kleinen Wegerln ermutigt, steige automatisch die Lust auf mehr. Mit vier, fünf könnten manche Kinder schon leichte Trails fahren. Auch hier kann man Fahrtechnikgrundsätze altersgerecht verpacken: „Für das Trailverhalten – stehend, die Ellbogen gebeugt und nach außen gedreht – spielen wir Gorilla. Weil Gorillas eben so ausschauen. Oder: Das Vorderrad wird nach der Stufe gleich zum Boden gedrückt, weil es den Boden lieb hat und nicht lange getrennt sein will.“ Mit zunehmendem Alter bräuchten Kinder dann solche „Motivationshilfen“ auch nicht mehr, „sie entwickeln selbst die SPORTaktiv 175

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