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SPORTaktiv Bikeguide 2019

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BIKEN MIT CAPTAIN

BIKEN MIT CAPTAIN FUTURE? RADFAHREN? WIE RETRO. 2019 FINDET BIKING 4.0 STATT. JETZT HABEN AUCH SATTELSTÜTZEN EINEN AKKU UND MAN FRAGT SICH, WIE MAN FRÜHER OHNE DIESEN SCHNICKSCHNACK ÜBERHAUPT BIKEN KONNTE. VON CHRISTOPH HEIGL 28 SPORTaktiv

Foto: Haibike Bitte Update abwarten. Pairing Status. Nehmen Sie Platz im Cockpit, Ihr Bike hebt gleich ab. So beginnt beim Biker der Moderne die Activity, die man früher Radfahren nannte. Aufsteigen und losfahren? Auf welchem Planeten leben Sie? Der rechte Schalthebel sucht via Funkprotokoll das hintere Schaltwerk, der linke Schalthebel gleichzeitig die Datenverbindung zur versenkbaren Sattelstütze. Blink, blink, grünes Licht. Kabel gibt es keine mehr, nur die Scheibenbremsen werden noch old school angesteuert. In der Zwischenzeit hat sich der Crash-Notfallsender am Helm mit dem Handy verbunden. Überhaupt leistet der Minicomputer vulgo Telefon gerade Akkordarbeit, denn das Handy macht das Akku-Status-Update am Elektroantrieb (samt Drehmomentanpassung laut Nutzerprofil), verbindet sich mit dem voll personalisierbaren LED- Licht am Lenker, checkt, ob die Sensoren in der Smartbottle, früher Trinkflasche, genügend Elektrolytgetränk für die Tour entdecken und prüft per Bluetooth-Ventil den Luftdruck in den Reifen. Gut, dass sich wenigstens das LCD-Display der Brille selbst nach der Lichtstärke justiert. Ach ja, gewünschte GPS-Route und emotionaler Befindlichkeitsstatus (Smiley, Bizeps, Wutbirn) werden noch ins Smartphone gewischt. Losfahren. Halt! Der Bikecomputer synct sich gerade mit dem Powermeter in der Kurbel und der Brustgurt mit der Sportwatch. Ein Frühstart wäre jetzt fatal, Watt- und Pulswerte wären später nicht korrekt auf Strava hochladbar. Katastrophe, alles umsonst. Keine Sorge, die ganzen Prozesse laufen alle innerhalb von Sekunden ab. Viele Biker sind trotzdem schon schweißgebadet, zittern beim Gedanken, dass einer der 14 Akkus während der Hausrunde versagt, und gehen erschöpft duschen. Wagemutige stellen sich dem Daten- und Sync-Dschungel und starten in ihre Trailrunde. Zugegeben, ein bissl haben wir bei obigem Szenario übertrieben. Aber erfunden ist rein gar nichts. Im Folgenden die News für den Massenmarkt: Innovation Das größte Hallo gab es, als der US-Komponentenriese Sram seine neue Premium-Schaltgruppe AXS („Access“, sprich: äxäs) vorstellte. Bei Rennrädern gibt es dieses kabellose Schalten via Funkprotokoll schon seit drei Jahren, jetzt kriegen auch Biker zwei Schaltgruppen auf Basis der 12-fach-Eagle. Schalthebel (mit CR- 2032-Batterie) und Schaltwerk (mit Akku, der 20 Stunden halten soll) sprechen über Funk miteinander. Schaltvorgänge und Kassettengrößen kann man – ja! – via App am Handy konfigurieren. Der linke „Schalthebel“, bei Einfach-Antrieben ja arbeitslos, bedient die AXS-Reverb-Sattelstütze (mit Akku) von Tochterfirma RockShox und ist vielmehr „Controller“ als Schalthebel, denn man kann den Tasten per App unterschiedliche Funktionen zuordnen. Mit AXS fallen viele Kabel weg, was Rahmenbauer, Schrauber und generell Freunde cleaner Optik erfreut. Kosten? „Sauteuer“, schreien Kritiker, „Premiumklasse“, sagt Sram. Laut ersten Tests schaltet die knapp 2000 Euro teure Schaltung schneller, präziser und selbst unter SPORTaktiv 29

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