Aufrufe
vor 2 Jahren

SPORTaktiv Bikeguide 2019

  • Text
  • Mountainbiken
  • Mountainbikes
  • Mountainbiken
  • Bikeguide
  • Biker
  • Bikes
  • Trails
  • Biken
  • Sportaktiv

E-BIKE-WM! GEHT‘S

E-BIKE-WM! GEHT‘S NOCH? 44 SPORTaktiv

TA-TA-TATAM! UCI PROUDLY PRESENTS: 2019 UCI WORLD CHAMPIONSHIPS FOR E-MOUNTAIN BIKE IN MONT-SAINT-ANNE CANADA! THE FIRST EVER …. VON JÜRGEN PAIL Bevor wir uns schriftstellerisch auf den messerscharf schmalen Grat zwischen Ironie und Zynismus begeben, wollen wir uns einmal an den harten Fakten abarbeiten. Auch um glaubhaft darstellen zu können, dass die aktuelle I(rr)nnovation des Weltradsportverbandes UCI das Gift in den Batterien der Bikes belässt und nicht als Fake (Bike) News verspritzt. Fotos: Facebook/Moustache 19/250/25/7,3 – Der Zahlencode der WM 19 Jahre und älter müssen Teilnehmer sein, die sich auf E-Bikes mit einer Motornenndauerleistung von 250 elektrifizierten Watt schwingen, sich bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h motorunterstützt boosten lassen und dann ihre WM-Karriere auf einem 7,3 km langen Cross-Country-Rundkurs mit eigenen Füßen zum Ziele treten müssen. Die Mitnahme von Zweitakkus oder deren Applizierung in den „Feed/Technical Assistance Zones“ ist ausdrücklich nicht erlaubt. Falls es jemals TV-Bilder von E-Bike-Rennen geben wird, fällt damit der geneigte Formel-E-Bike-Zuschauer um die schon in der motorsportlichen Formel 1 und Formel E beliebten Boxenstopps mit Auftanken beziehungsweise Batteriewechsel um, die dortorts meist für die einzigen Spannungsmomente sorgen. Laufradwechsel und sonstige Reparaturarbeiten sind analog zum echten XCO-Sport auch bei der ersten WM der Elektrischen am 28. August 2019 erlaubt. Und zu letzter Letzt: Die Bikes müssen der Kategorie Pedelec (Akronym für Pedal Electric Cycle) entsprechen. Die Spaßverderber der UCI wollen den Teilnehmern doch allen Ernstes zumuten, dass sich der Motor erst beim eigenkräftigen Treten zuschalten darf. Dabei wäre so ein Gashebel analog zur Grip-Shift-Schaltung doch ach so bequem. Nachdem die Stromkosten im E-Biker-Haushalt ja irgendwie bezahlt werden müssen, ist ein Preisgeld von je € 1500,– für die Sieger bei Damen und Herren ausgelobt. Die Flugkosten nach Kanada werden sich damit vielleicht auch ausgehen, obwohl der Flieger ja Kerosin verfeuert und noch nicht als E-Flyer mit dem Sonnensegel durch die Lüfte gleitet. Vom Olympiasieger zum E-Bike-Botschafter Ohne hierorts näher auf Sartre und Camus und den Existenzialismus eingehen zu wollen, stellen sich an dieser Stelle doch wesentliche existenzielle Fragen, die der Autor beliebt auf gut Steirisch zu stellen: Za wos sull des guat sein? Wer sull do mitmochn? Wem bringt des wos und üwahaupt? Die Antworten finden sich mangels Vorhandenseins von E-Bikes zu deren Lebzeiten nicht bei Sartre und Camus, aber personifiziert im mehrfachen Weltmeister und zweifachen Olympiasieger Julien Absalon doch auch in Frankreich. Absalon, der vor fast genau einem Jahr vom olympischen Sport zurückgetreten ist, tritt seither weiter in die Pedale. Als E-Bike-Botschafter für eine französische Radmarke und frischgebackener französischer Meister 2018 im „E-Bike-Cross-Country“. Nach den Videos vom Rennen in Villard-de-Lans (FRA) zu urteilen, hat es ihm einen außerordentlichen Spaß gemacht. Entgegen der vor nicht allzu langer Zeit unter Muskelkraftbikern landläufig verbreiteten Meinung, dass E-Biker entweder altersmäßig 70+, gewichtsmäßig 100+ oder frisch herzoperiert sind, bietet Julien SPORTaktiv 45

Magazin // E-Paper