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SPORTaktiv Bikeguide 2019

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TUNING FÜR DIE FÜSSE

TUNING FÜR DIE FÜSSE WORAUF ES BEIM BIKE-FITTING ANKOMMT UND WIE MAN MIT EIN PAAR TRICKS MEHR POWER UND KOMFORT ERLEBEN KANN. VORHANG AUF FÜR DAS FUSSGEWÖLBE. VON CHRISTOPH HEIGL FOTOS: THOMAS POLZER 52 SPORTaktiv

JÜRGEN KNAUSZ ist Bike-Fitter mit Profi- Ausrüstung, im Geschäft in Pöls und auf Anfrage. T. +43 676/9704 723 ww.radsportknausz.at D as Fahrrad genau auf seinen Körper anzupassen – das nennt man Bikefitting. Die Hände umklammern Lenker bzw. Griffe in perfekter Haltung, Füße und Beine übertragen die Kraft exakt aufs Pedal, der Hintern sitzt auf einem idealen Sattel und der ganze Körper nimmt die richtige Position ein. So ermüdet man weniger, hat weniger Schmerzen, mehr Komfort, mehr Freude, mehr Power. Jürgen Knausz ist ein Experte und hat Dutzenden Radfahrern zu mehr Performance verholfen. Er nimmt sich die Zeit, die Wünsche und Vorlieben seiner Kunden zu erfragen. „Die Grundlage jedes Bike-Fittings ist das Gespräch und dass man sich wirklich Zeit nimmt. Nur so lerne ich den Kunden und seine Vorlieben kennen.“ Der Bike-Fitting-Experte hat diesmal etwas Besonderes für uns parat. „Viele geben gutes Geld für einen Radschuh aus, eine sicher lohnende Investition, aber die wenigsten bedenken dabei, welches Potenzial in der Einlegesohle schlummert“, führt der Murtaler ein. Vor allem in günstigen Modellen ist die Einlage oft nur ein dünner Schaumstoff, der kaum eine Funktion hat und nach wenigen Monaten sowieso platt gedrückt ist. Teurere Schuhe haben bessere, qualitativ hochwertigere und steifere Schuheinlagen, aber auch die sind noch lange nicht die Idealform. Wer Unsummen für neues Equipment ausgibt, sollte ein paar Euro für die wichtigste Verbindung zwischen Fuß und Schuh aufsparen. „Radschuhe sind meist sehr steif“, weiß Knausz, „beim Treten lastet dadurch sehr hoher Druck auf dem Fuß und der Sohle. Hier ist ständig Bewegung, Schmerzen entstehen.“ Die können minimiert und die Kraftübertragung sogar verbessert werden, wenn durch die Einlage eine möglichst große Kontaktfläche zwischen Fuß und Schuh entsteht. Neuralgischer Punkt ist dabei das Fußgewölbe, das bei allen Menschen unterschiedlich stark und hoch ausgeprägt ist. Gerade das Fußgewölbe gilt es zu unterstützen. Auftritt Jürgen Knausz. Er vermisst die Sohle, bestimmt Schuhgröße und Ristbreite, definiert Normal-, Hohloder Senk- bzw. Plattfuß. Danach steigt man in ein spezielles Gelkissen, in dem der individuelle Fußabdruck zurückbleibt. Ein grob passendes Sohlenmuster wird per Fön erwärmt, hineingelegt und angedrückt. Nach der Auskühlzeit von 30 Minuten ist es fertig und wird mit einer Schere an der Originaleinlage zurechtgeschnitten, voilà, die individuell angepasste Einlage. Der Vorteil: Sollte sie auf Anhieb nicht perfekt DIE GRUNDLAGE| JEDES BIKE-FITTINGS| IST DAS GESPRÄCH| UND DASS MAN SICH| WIRKLICH ZEIT| |NIMMT.| passen, macht man die Einlage wieder warm und kann nachjustieren. Knausz: „Bikefitting ist kein fertiges Produkt, sondern ein Prozess.“ Grundsätzlich rät Knausz, bei einem neuen Fahrrad auf keinen Fall das Schuhwerk zu vernachlässigen. Allzu oft sieht er Radfahrer mit 08/15-Turnschuhen am Bike, so entstehen Problemzonen, Schmerzen. „Steife Radschuhe wirken Wunder“, sagt Knausz. Und sorgen mit der richtigen Einlage für ein unschlagbares Duo. SPORTaktiv 53

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