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SPORTaktiv Bikeguide 2019

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VORLAGE TIROLER

VORLAGE TIROLER MTB-MODELL 2.0, DIE SINGLETRAIL-KLASSEN GRÜN – SEHR LEICHT Für Trail-Einsteiger, nur Grundkenntnisse erforderlich, leichte Stürze dennoch möglich. Sehr flach (max. 9 bis 15 %), gleichmäßiger, griffiger Untergrund, keine Wurzeln, keine Steine, keine Hindernisse, lange und weite Kurven, keine Sprünge, Breite mind. 1 m. BLAU - LEICHT Für Einsteiger und Fortgeschrittene, gute Balance nötig, Stürze in ungefährliches Gelände möglich. Flach (Durchschnitt bis 12 %, max. 30 %), ungleichmäßige Oberfläche, vereinzelt Wurzeln und Steine, kleine Absätze, enge, aber leicht fahrbare Kurven, Sprünge überrollbar, Breite mind. 60 Zentimeter. ROT – MITTELSCHWIERIG VON STS UND DER ÜBERDOSIS TRAIL WELCHE SCHWIERIGKEIT HABEN MTB-STRECKEN? WAS KANN ICH MIR ZUTRAUEN? ÖSTERREICH SUCHT HEUER DIE ÖNORM FÜR MTB-STRECKEN UND HAT IM SOMMER ERSTE PILOTPROJEKTE LAUFEN. VON CHRISTOPH HEIGL Für Fortgeschrittene, sehr gute Technik und Balance erforderlich, Stürze aus größerer Höhe möglich. Steil (Durchschnitt bis 20 %, max 60 %), teils lose, schnell wechselnde Untergründe mit Wurzeln und Steinen, Absätze und Stufen, sehr enge und steile Kurven, Sprünge nicht überrollbar aber umfahrbar, Breite mind. 30 Zentimeter. SCHWARZ – SCHWIERIG Für Experten, exzellente Technik notwendig, Absturzgefahr, Lebensgefahr. Extrem steil (Durchschnitt mind. 20 %, max. mehr als 70 %), sehr lose, große Steine, sehr hohe Absätze und Stufen, extrem steile und enge Kurven, Sprünge nicht überrollbar und nicht umfahrbar, Breite 20 Zentimeter. www.bergwelt-miteinander.at Biken boomt. In Österreich nutzen 800.000 Radfahrer ihre Mountainbikes. Aus Deutschland werden Zahlen überliefert, wonach im Jahr 2018 mehr als 11 Millionen Deutsche „ab und zu“ biken und 3,77 Millionen „häufig“ Mountainbike fahren (Quelle: Statista 2019). Der erfreuliche Trend zu Bike und Natur bewirkt, dass darunter sehr viele Einsteiger sind, die erste Kontakte mit Forststraßen, Waldwegen und Singletrails knüpfen. Nicht alle finden auf Anhieb den adäquaten Schwierigkeitsgrad. Manche fadisieren sich, andere sind überfordert. Skalen, Pläne und Systeme, die die Schwierigkeit von MTB-Trails beschreiben, gibt es seit den Anfangstagen. Ob die legendären Moser-Guides vom Gardasee, Farbsysteme, Buchstaben- codes oder Sternderl-Leisten für Panorama, Kondition und Schwierigkeitsgrad – sämtliche Ansätze drehen sich um die kaum lösbare Aufgabe, Dutzende Eigenheiten von Mutter Natur in ein auf einen Blick fassbares Schema zu pressen. Wie bewertet man kurz und anschaulich einen ganz leichten Waldweg, den Kleinkinder fahren können, wo aber eine riesige Steinstufe lauert? Leicht oder unfahrbar? Wie bewertet man die Fahrtdauer, wenn eine Tour zwar fahrtechnisch einfach ist, aber 8 Stunden dauert? Wie Trails, die trocken ein Kinderspiel, bei Nässe aber eine unfahrbare Challenge sind? Zudem ist auch der Typ Mountainbiker sehr unterschiedlich: Der Urlauber will zwischen Wellness-Nachmittag und Abendbuffet die zwei Stunden effektiv nutzen und Foto: iStock 68 SPORTaktiv

saugt Daten wie Kilometer, Höhenmeter, Steigungsprozente, Erlebnisfaktor und Strava-Segmente gierig auf. Er ist auf jede Info angewiesen, Überraschungen und Herausforderungen braucht er nicht. Der gegensätzliche Zugang ist der des Abenteurers, der ganz ohne Plan aufbricht, nur das Unbekannte sucht und dann von „diesem einen Trail“ schwärmt, den er irgendwo in einem abgelegenen Tal gefunden hat. Oder sich eben episch verkoffert hat. Die Geschmäcker sind verschieden. „Die Schwierigkeit ist, alles unter einen Hut zu bringen“, sagt Jürgen Pail, der als steirischer MTB-Verantwortlicher auch so seine Erfahrungen gemacht hat. Man kann jeden Meter der Strecke vermessen, prozentuell für Schotter, Waldboden, Gras, leicht/schwer etc. ausweisen und mehrfärbige Höhenprofile zeichnen. „Unglaublich aufwendig. Das ist der technokratische Ansatz“, sagt Pail. Im Gegensatz dazu kann er dem, wie er es nennt, „sinnlich-emotionalen Ansatz“ fast mehr abgewinnen. „Ein aussagekräftiges Bild vom Trail, wo ich mir denke, da muss ich hin, und daneben ein Glas Rotwein, das mir quasi die Belohnung illustriert. Mehr brauch ich nicht.“ In Deutschland wird seit Jahren die Singletrail-Skala (STS) hergenommen, nach Österreich ist sie kaum übergeschwappt. In sechs Schwierigkeitsklassen werden von S 0 bis S 5 alle denkbaren Hindernisse und technischen Erfordernisse beschrieben. ÖNORM als neuer Ansatz In den Tourismusregionen, die das Biken immer mehr entdecken, braucht es einfache, für alle rasch verständliche Lösungen. Aus dieser Ecke kommt auch der neueste Vorstoß. „Der Sport geht in die Breite und es gibt große Unsicherheiten bei Betreibern, was Beschilderung und Schwierigkeitsgrade betrifft“, holt Hubert Leibl aus. Der Wiener leitet in SPORTaktiv 69

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