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SPORTaktiv Bikeguide 2021

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auf einen Holzhocker,

auf einen Holzhocker, setzt sich aufrecht darauf und drückt seine Sitzknochen (die man übrigens mit den Fingern auch erfühlen kann) in die Pappe. Nun die Mitte der beiden entstandenen Abdrücke markieren und den Abstand messen. Die so ermittelten Maße sind der Ausgangswert für die Breite des benötigten Sattels. Es gilt als Faustregel: Je aufrechter die Sitzhaltung, umso breiter der Sattel – oder umgekehrt: je sportlicher und vorgebeugter, umso schmaler. „Ein praktikabler Mittelwert ist der gemessene Abstand plus zwei Zentimeter – bei einem Abstand der Sitzbeinabdrücke von 12 Zentimeter also 14 Zentimeter.“ Die Sattelbreite im Rahmen eines Bikefittings zu ermitteln, hat den Vorteil, dass der Experte gleich die Sitzposition in die Auswahl des Sattels miteinfließen lässt. Noch besser als die beschriebene statische Messung der Sitzbein höcker ist eine computergestützte Messung der Druckverteilung im Sattel im Rahmen eines „dynamischen Bikefittings“. Für alle, die bereits an Sitzbeschwerden leiden, und vor allem wenn die Probleme schon chronisch sind, ist die aufwendigere dynamische Methode vorzuziehen. DIE SATTEL- EINSTELLUNG Das Sitzgefühl entscheidet wesentlich über „Lust oder Frust“ beim Biken mit. So wichtig wie die korrekte Sattelbreite ist auch die passende Sitzhöhe. Vor allem eine zu hoch eingestellte Position ist aus Gesundheitssicht ungünstig, weil man bei jedem Tritt von links nach rechts rutscht. Aber auch zu tiefes Sitzen sollte vermieden werden. Wieder als Faustregel: Die Sitzhöhe passt, wenn man die Ferse bei annähernd gestrecktem Bein noch aufs Pedal bekommt, wenn es sich am untersten Punkt der Kurbelumdrehung befindet. „Auch der Sattelverschub ist zu beachten“, erklärt Mediziner Staudte: Sitzt man zu weit vorne auf dem Sattel oder gar auf der Sattelnase, stimmt logischerweise die Druckverteilung nicht mehr. Fehlerbehebung: Den Sattel einfach ein Stück nach vorne rücken. Auch mit der Sattelneigung könne jeder in einem kleinen Ausmaß selbst experimentieren, erklärt Stefan Staudte: Ausgangslage ist eine völlig waagrechte Position des Sattels. Von dieser aus kann man die Sattelnase um ein oder zwei Grad absenken, was Druck vom Dammbereich nehmen kann. „Allerdings nur so weit absenken, dass man nicht nach vorne rutscht.“ DIE SATTEL- FORM Sattelhersteller haben sich in den letzten Jahren viele Gedanken über die perfekte Sattelform für jeden Einsatzbereich gemacht. Und das ist auch gut so, sagt Staudte, der selbst mehrere Hersteller, wie etwa „SQlab“, berät: „Es gibt zwei Möglichkeiten, um Druck vom empfindlichen Dammbereich auf die weniger empfindlichen Sitzbeinhöcker zu verteilen: zum einen durch unterschiedliche Polsterhärten. Zum Zweiten durch die Bauart.“ „Gelsättel“ variieren etwa die Polsterhärten. Für „SQlab“ hat Staudte selbst einen „Stufensattel“ mitentwickelt, der im hinteren Bereich höher als im vorderen ist, was Druck vom Dammbereich nimmt. Als weniger geeignet sieht Staudte „Lochsättel“ an, die das gleiche Ziel verfolgen, aber unter Umständen in den Randbereichen der Öffnungen den Druck sogar noch erhöhen. Was die Sattelhärte betrifft: Weiche Sättel sind nur für kurze Strecken geeignet, auf langen Strecken erhöht ein weiches Polster eher den Druck. DAS FAZIT Mit der Bikehose gibt es noch einen weiteren wichtigen „Mitspieler“ im System. Hose und Sattel sollen im Idealfall perfekt zusammenpassen. Wie beim zu weichen Sattel ist auch ein zu dickes Sitzpolster der Hose letzlich kontraproduktiv, erklärt Staudte – besser ist ein dünnes Polster und dafür Nahtfreiheit. Um das Optimum an Sitzkomfort zu finden, gibt es noch einige weitere Variablen – doch die wichtigsten haben wir erwähnt. Insgesamt gilt jedoch: Weil jeder Mensch ein Individuum ist, gibt es keine Patentlösungen, sondern sie sind auch immer individuell zu finden. Das Probieren und Suchen lohnt sich aber. Neben dem guten Gefühl sollte es passionierten Bikern auch die Gesundheit wert sein, nicht beim Sitzen zu sparen. Vom Angebot am Markt her gibt es auch keinen Grund dafür – sondern vielmehr für jeden Körper und jeden Einsatzbereich einen passenden Sattel. Gute Fachhändler und Bikefitter helfen dabei, ihn zu finden. DR. STEFAN STAUDTE ist Urologe und Sportmediziner in München (D), betreibt eine Spezialpraxis für Symptome im Rad-Leistungs- und -breitensport und arbeitet in der Produktentwicklung ergonomischen Radsport zubehörs, unter anderem für „SQlab“. www.dr-staudte.de 138 SPORTaktiv

ANZEIGE / Fotos: SQlab Die Griffweitenbestimmung ist ein elementarer Bestandteil beim Kauf eines ergonomischen Fahrradgriffes. www.sq-lab.com HAND IM GLÜCK Halten, Lenken, Bremsen sind die Aufgaben, die ein Fahrradgriff übertragen muss. Nur ein Griff, der auch perfekt zur Hand passt, kann diese Aufgabe gut erfüllen. Deshalb gibt es alle SQlab-Griffe in bis zu vier Größen. Der Spezialist für ergonomische Fahrradparts SQlab hat eine Methode zur Bestimmung der optimalen Griffweite entwickelt, alle SQlab-Griffe gibt es in bis zu vier Größen. Sie unterscheiden sich im Durchmesser, in der Länge und in der Form. Die Griffweite kann problemlos mit jedem SQlab-Fachhändler vermessen werden. Wenn es keine Möglichkeit gibt, einen Fachhändler in der Nähe zu besuchen, ist die Vermessung auch online auf www.sq-lab.com möglich. SQlab-Griffe für den Einsatzbereich auf dem sportlichen Trekkingrad, Mountainbike oder E-MTB zeichnen sich außerdem durch ihre erhöhte Griffsicherheit aus: Die leicht eckige Form an der Vorder- und Unterseite ermöglicht es, den Griff locker zu Ulnarnerv Medianusnerv Karpaltunnelausgang halten und gleichzeitig alles unter Kontrolle zu haben. Durch die richtige Ergonomie des Griffs werden auch der Ulnar- und der Medianusnerv entlastet sowie der Komfort erhöht. Die Entlastung des Karpaltunnels ist bei ergonomischen Griffen nicht immer selbstverständlich, aber genau auf diese Stelle haben die Ergonomiespezialisten von SQlab viel Wert gelegt. DIE 3 HÄUFIGSTEN URSACHEN FÜR TAUBHEITSGEFÜHLE Druck an der Handaußenseite. Taubheitsgefühle im Ringfinger und kleinen Finger werden durch einen zu hohen Druck auf der Handaußenseite verursacht. Druckmessungen ergeben, dass der Maximaldruck meist an der Außenseite der Handfläche auftritt. An dieser Stelle verläuft der Ulnarnerv, der für die Sensibilität des Ringfingers und des kleinen Fingers verantwortlich ist. Um den Druck auf die Handaußenseite zu reduzieren haben wir bei SQlab die Auflagefläche so groß wie möglich gemacht. Hierbei wurde der Griff oben abgeflacht und so weit nach vorne und hinten gezogen wie möglich. Seitlich überstrecktes Handgelenk. Eine der Ursachen für Taubheitsgefühle im Zeige-, Mittelfinger und Daumen ist ein seitlich überstrecktes Handgelenk, welches den Karpaltunnel einengen kann. Ähnlich wie ein geknickter Gartenschlauch, durch den kein Wasser mehr fließt, kann die Nerveninformation nicht mehr durch den eingeengten Karpaltunnel transportiert werden. Dieser „Knick“ wird meist durch einen zu geraden Lenker hervorgerufen. Sportmediziner empfehlen eine stärkere Biegung des Lenkers nach hinten (Backsweep), um einen geraden Übergang vom Unterarm zur Hand zu erreichen. Druck auf dem Karpaltunnelausgang. Zu hoher Druck auf dem Karpaltunnel wird oft hervorgerufen durch Entlastungsflügel, die den Ulnarnerv entlasten, aber unter ungünstigen Umständen den Medianusnerv belasten. Es ist darauf zu achten, dass der Entlastungsflügel so weit außen wie möglich platziert ist, damit der Karpaltunnel ausgang weitgehend frei gehalten wird, um den Druck zu reduzieren. SPORTaktiv 139

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