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SPORTaktiv Dezember 2018

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KLEINE GERÄTE, GROSSE

KLEINE GERÄTE, GROSSE VERANTWORTUNG WER JETZT MIT DEM HALLENKLETTERN BEGINNT, STÖSST AUF EINE FRAGE: WELCHES SICHERUNGS GERÄT SOLL ICH VERWENDEN? UND: ERST LEIHEN UND LERNEN – ODER GLEICH KAUFEN? WAS ES AM MARKT DER SICHERUNGSGERÄTE GIBT, UND WOFÜR KLETTEREINSTEIGER SICH ENTSCHEIDEN SOLLEN. VON CHRISTOF DOMENIG FOTOS: THOMAS POLZER 124 SPORTaktiv

AUTOTUBER SIND GUT FÜR| EINSTEIGER GEEIGNET UND| IM SPORTKLETTERN| DIE BELIEBTESTEN GERÄTE. | HALBAUTOMATEN BLOCKIEREN| NOCH ZUVERLÄSSIGER, IHRE| BEDIENUNG IST ABER ZUMEIST| KOMPLEXER.| TUBER SIND IN DEN HÄNDEN VON| GEÜBTEN KLETTERERN| AM BESTEN AUFGEHOBEN.| örpergewicht, Schwerkraft und Sturzdynamik – es ist simple Physik: K Stürzt ein Kletterer ins Seil, treten enorme Kräfte auf. Dass diese Kräfte von einem einzelnen sichernden Partner gebändigt werden können, ermöglicht das Sicherungsgerät. So lässt sich, grob vereinfacht, die Funktion eines Sicherungsgeräts beschreiben. Um das Wichtigste aber gleich vorneweg zu betonen: Ganz oben in der „Sicherheitskette“ steht immer der Mensch, nicht das Gerät. Der Umgang mit jedem Sicherungsgerät erfordert neben Verantwortungsbewusstsein eine jederzeit saubere, korrekte Bedienung, damit die Geräte ihre Funktion erfüllen können – und diese Bedienung muss man erlernen. Am besten funktioniert das in professionell angeleiteten Kursen, wie sie in allen Kletterhallen ständig angeboten werden. Was man auch wissen muss: In der Bedienung unterscheiden sich Sicherungsgeräte beträchtlich. Anders als beim Auto, wo sich Gas-, Brems- und Kupplungspedal immer an der gleichen Stelle befinden, sind die erforderlichen Handgriffe beim Sichern vom verwendeten Gerät abhängig. Umso wichtiger ist es, von Anfang an mit jenem Gerät, das für die eigenen Bedürfnisse wirklich passt, zu lernen. Grob lässt sich der Markt der Sicherungsgeräte in drei Gerätegruppen unterteilen, erklärt Stefan Kleinhappl von der Kletterhalle „City Adventure Center“ in Graz: „Tuber, Autotuber und Halb automaten. Tuber sind am längsten am Markt, und es gab Zeiten, da wurde fast ausschließlich mit Tubern gesichert“. Heute gibt es seit Längerem Autotuber und Halbautomaten. Beide Konzepte haben einen wichtigen Vorteil gegenüber Tubern: Kommt es zu einem Sturz, verfügen sie über eine Brems- und Blockierfunktion, die manchen Sicherungsfehler auszugleichen vermag, und ein zusätzliches Sicherheitsnetz bietet. Fehlbedienungen sind zwar nach wie vor mit keinem Gerät grundsätzlich ausgeschlossen – doch „Bodenstürze sind durch Halbautomaten und Autotuber stark zurückgegangen“, weiß Kleinhappl. Klare Empfehlung für Anfänger Der Experte spricht deshalb eine klare Empfehlung aus: „Anfänger sollten mit einem Sicherungsgerät sichern, das eine Blockierfunktion hat. Also mit Autotubern oder Halbautomaten. Tuber sehe ich nicht mehr im Einsteigersegment, sondern bei Fortgeschrittenen.“ Auch Tuber haben ihre unbestreitbaren Vorteile: Ein einfaches Handling beim Seilausgeben und Ablassen sowie die Möglichkeit, „dynamisch“ zu sichern. Heißt: Ein Sturz lässt sich vom erfahrenen Sichernden mit einem Tuber am weichsten abfangen, die Sturzdynamik lässt sich per Hand regulieren. „Für Profis ist der Tuber gut und sinnvoll, aber für Anfänger bieten die anderen Geräte mehr Sicherheitsreserven“, sagt der Experte. Autotuber und Halbautomaten haben beide ihre spezifischen Vorteile: Autotuber ähneln im Aufbau und in der Funktion Tubern, haben aber eben eine Blockierfunktion. Mammut Smart, Salewa Ergo oder das AustriAlpin Fish sind bekannte Vertreter dieser Gruppe. „Sie sind im Sportklettern derzeit die am stärksten verbreiteten Geräte und sowohl im Top-Rope wie im Vorstiegsklettern gut einsetzbar“, erklärt Kleinhappl. Das Vorstiegssichern funktioniere mit Autotubern einfacher als mit Halbautomaten. Halbautomaten verfügen über eine Blockierfunktion, die noch zuverlässiger funktioniert – dazu gehört beispielsweise das aktuelle Petzl Grigri Plus oder das Edelrid Eddy; sie sind deshalb auch etwas teurer. Topropeklettern lässt sich mit Halbautomaten ebenso einfach wie mit Autotubern. „In unseren Kursen halten wir es so, dass wir Autotuber verwenden, wenn Einsteiger die Ambition haben, sich später weiterzuentwickeln. Weil eben das Vorstiegsklettern damit einfacher funktioniert. Bei Schnupperern, SPORTaktiv 125

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