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SPORTaktiv Dezember 2018

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SPUREN IM SCHNEE EINE

SPUREN IM SCHNEE EINE GUT ANGELEGTE AUFSTIEGSSPUR IST FÜR SKITOURENGEHER WIE EINE VISITENKARTE. WORAUF ES ANKOMMT, WENN MAN DIE ERSTE SPUR IM GELÄNDE ZIEHT. VON CHRISTOF DOMENIG Wer nur auf Modeskitouren unterwegs ist, hat vielleicht noch nie selbst eine Aufstiegsspur angelegt. Dabei ist „eine schön angelegte Spur die Visitenkarte eines Skitourengehers, deine Unterschrift im Schnee“, wie es Martin Edlinger, Bergführer und Leiter des Skitourenreferats der Naturfreunde, ausdrückt. Was ist aber nun eine „schöne“ Spur? Und wieso ist es wichtig, sich bei der Spuranlage ein paar Gedanken zu machen? Einerseits geht es dabei darum, kräfteschonend unterwegs zu sein. Und andererseits gilt es, Gefahrenbereiche möglichst zu umgehen. „Aus meiner Sicht sollte eine Spur möglichst gleichmäßig, in nicht zu steiler Neigung angelegt werden, dem Gelände angepasst und zugleich risikobewusst“, sagt Edlinger. In der Spur Das „Glück der ersten Spur“ gibt es nicht nur bergab, sondern auch bergwärts. Auf beliebten Touren ist es fast eine Seltenheit. Gehen in einer Spur, die jemand anderer schon gelegt hat, ist vorderhand zumindest ökonomischer als eine neue Spur anzulegen. Es heißt aber auch: „Kopf einschalten“. „Eine vorhandene Spur suggeriert einen gewissen Sicherheitspolster und verleitet zum Gedanken: Da ist schon jemand gegangen, da ist es also sicher. Das ist jedoch definitiv ein falscher Schluss, zu dem man sich nicht verleiten lassen sollte“, warnt Martin Edlinger. Erste Spuren, denen dann die Masse gern folgt, werden oft auch von konditionsstarken Sportlern angelegt. Erkennbar an einer geraden, steilen Li- nie. „Die Masse der Normalskitourengeher folgt der Spur und hinterfragt nicht, dass sie damit stärker ermüden und letztlich länger brauchen, als wenn sie eine flachere, gleichmäßigere Spur selbst anlegen.“ Hinterfragen sollte man auch, ob eine vorhandene Spur denn wirklich zum anvisierten Ziel führt. Mancher Zielgipfel ist durch bloßes „Nachlatschen“ schon verfehlt worden, weiß der Bergführer. Was eine gute Spuranlage ausmacht Das Thema Spuranlage beginnt schon zu Hause während der Tourenplanung. Auf Karten ließe sich schon viel erkennen. Zum Beispiel, ob ein steiler Hang über einen seitlich flacher verlaufenden Rücken umgangen werden kann. Sich mit der Topografie mittels Karte im Voraus vertraut zu machen, ist also der erste Schritt zu einer guten, „schönen“ Spurwahl. „Vorausschauende Geländebeurteilung“ bezieht natürlich die Verhältnisse vor Ort mit ein. Wieder ein Beispiel: „Links im Hang ist deutlich frischer Triebschnee ersichtlich. Folglich werde ich die Spur besser rechts im Hang ziehen, wo es eher abgeblasen ist.“ Unterwegs sollte ein Wechsel zwischen steil und flach so gut wie möglich durch die Wahl der Spur ausgeglichen werden. Gleichmäßig steiles Ansteigen bedeutet ökonomisch voranzukommen. Eine gute Spurwahl nutzt dazu Geländeformen geschickt aus: „Eine gerade Linie von Punkt A nach Punkt B muss nicht immer der beste Weg sein, etwa wenn ein leichter Rücken dazwischen liegt. Es gilt, den Zielpunkt B zwar im Auge zu behalten, Foto: Scarpa 128 SPORTaktiv

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