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SPORTaktiv Dezember 2019

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WAS WIR VON PROFIS

WAS WIR VON PROFIS LERNEN KÖNNEN … UND WAS WIR BESSER NICHT MACHEN SOLLTEN. ÖSV-TRAINER HANNES SCHWARZ ÜBER DEN RICHTIGEN ZUGANG ZUM TRAINING FÜR HOBBY-SKIFAHRER, WARUM TRINKEN NICHT GLEICH APRÈS-SKI BEDEUTET UND WANN ES EIGENTLICH NUR NOCH UM SCHADENSBEGRENZUNG GEHT. VON CHRISTOPH HEIGL eine Sorge. Wer schon einmal einen Profi-Skifahrer in natura vor sich gesehen hat (im Idealfall in kurzer Hose, kurzem Shirt) oder Bilder der Skifahrerinnen beim Stand-up-Paddeln oder auf der Slackline kennt, der weiß: Das sind Topathleten und -athletinnen. Muskelberge, Stabi-Wunder, Supersportler. Was man mit solchen Körpern und Talenten im Training anstellen kann, sieht man eindrucksvoll im Film „One Hell of a Ride“. Da werden Baumstämme über Böschungen gezogen, Gewichte auf Pezibällen gestemmt und Helme mit Gummibändern hin- und hergerissen. Keine Sorge. Das werden wir dir hier nicht als Trainingstipps für die Skisaison mit auf den Weg geben. Aber wir haben einen Experten gefragt, ob wir normalsterblichen Skifahrer etwas von der Vorbereitung der Profis lernen können. Auch wenn wir nicht über den Hundschopf oder den Ganslernhang müssen, sondern nur die Familienabfahrt in Hinteruntereggendorf halbwegs sturzfrei bewältigen wollen. Und wir haben mit Hannes Schwarz den Mann für aufschlussreiche Antworten. „Ja, man kann sich durchaus etwas abschauen“, verrät der Kärntner Sportwissenschafter und Konditionstrainer der Weltcupstars wie Marco Schwarz, Manuel Feller und Matthias Mayer. FITNESS Klar ist, die monatelange Vorbereitungsphase von Profisportlern ist für den Laien nicht machbar. „Aber wer sich über den Sommer hinweg fit hält mit Laufen oder Radfahren – Mountainbiken ist etwa ein sehr gutes Training fürs Skifahren –, bringt schon einiges mit für den Skiwinter“, sagt Schwarz. Dazu noch ein bis zwei Mal pro Woche Krafttrainings mit Kniebeugen und Ausfallschritten, Auch ein Bikepark-Kurs mit Angie Hohenwarter am Weißensee stand für Manuel Feller, Hannes Schwarz (v.l.) und Co. auf dem Trainingsplan. das bringt die nötige Power in die Beine. Wer nicht ständig an seiner Fitness arbeitet, sollte etwa zwei, drei Monate vor dem Winter damit beginnen. Für Minimalisten: Am Dienstag zu starten, wenn es am Samstag auf die Piste geht, ist zu spät. Schwarz: „Da geht es nur noch um Schadensbegrenzung.“ SKITRAINING Um fürs Skifahren spezifisch zu trainieren, empfiehlt Schwarz zum einen Einheiten auf „instabilen Untergründen“ wie Slacklines, Pezibällen oder Balance- Boards und zum anderen, den Fokus nun generell aufs Rumpftraining zu le- Fotos: Heiko Mandl, Gepa Pictures 20 SPORTaktiv

gen. „Wenn der Körper über Bauchmuskeln und Rücken keine Stabilität hat, komme ich am Ski nicht zurecht.“ Diesbezüglich auch ein wohl noch praxistauglicherer Rat: „Zu solchen Einheiten zähle ich durchaus auch Tennis oder die Fußballrunde.“ AM TAG X Fast am idealsten scheint der Ratschlag zu sein, sich von den Profis die Routine am Renntag abzuschauen, vor allem das Aufwärmen. Und dabei meint der ÖSV-Coach ausdrücklich nicht das Programm, das wir von den TV-Bildern eines Marcel Hirscher kennen, der hinter den Starthäusern noch Liegestütze gemacht und Therabänder oder Schlingentrainer malträtiert hat. „Die Basisübungen reichen, um warm zu werden und Verletzungen vorzubeugen. Ich mache das selbst vor jedem Skitag.“ Seine Empfehlungen: nicht aus dem kalten Auto hechten und gleich in den erstbesten Steilhang knallen, sondern vor dem Anschnallen ein paar Minuten investieren. Beinschwingen, Ausfallschritt, Kniebeugen, dabei mit den Skistöcken auch den Oberkörper beschäftigen. Was Olympiasieger machen, kann uns doch nicht peinlich sein, oder? PROFI- TIPPS + Rechtzeitig das Fitnessprogramm starten: Kraft, Ausdauer, Stabilisation + Den Rumpf (Bauch, Rücken) auf keinen Fall vernach lässigen + Ein ordentliches Aufwärmprogramm machen + Die ersten Fahrten langsam angehen + Technikübungen zum Gewöhnen an die Position und die Bewegungsabläufe + Häppchenweise essen und trinken nicht vergessen + Früh genug aufhören SPORTaktiv 21

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