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SPORTaktiv Februar 2019

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EIN HOCH AUF DIE HUFTE

EIN HOCH AUF DIE HUFTE NICHT JEDER IST IN DER KÖRPERMITTE SO LOCKER UND FLEXIBEL WIE ES ELVIS PRESLEY WAR. WER ABER DIE HÜFTMUSKULATUR DEHNT UND STÄRKT, DER HAT MEHR SPASS AM LAUFEN. WER DAS DAGEGEN VERNACH- LÄSSIGT, BEI DEM VER- GISST DER HINTERN, DASS ER DA IST. VON KLAUS MOLIDOR FOTOS: THOMAS POLZER Der Schmerz schließt die Lücke zwischen Traum und Wirklichkeit. Im Ausfallschritt ganz durchgestreckt das Knie vom Boden zu heben (siehe Bild 2 auf Seite 58), löst ihn aus und zeigt, dass es höchste Zeit ist, in eine offene Hüfte zu investieren. Nicht, dass es einer Bestätigung der verkürzten Muskulatur bedurft hätte, aber was ist das eigentlich und warum sollten sich Läufer damit intensiv auseinandersetzen? „Weil die Hüfte das Schlüsselelement beim Laufen ist“, erklärt Sportwissenschafter Bernd Marl und befreit den Probanden wieder aus der Dehnung. Daher sollte sie auch möglichst offen, also flexibel und unverspannt 56 SPORTaktiv

BERND MARL ist Sportwissenschafter in Graz und trainiert Profis und Hobbysportler gleichermaßen www.trainingmitverstand.at Meister und Schüler. Bernd Marl richtet SPORTaktiv-Redakteur Klaus Molidor ein. Diese Übung dehnt die Adduktoren und kräftigt den Gesäßmuskel gehalten werden, damit ein großer Bewegungsradius möglich ist. Durch wenig Bewegung „rostet“ die Hüftmuskulatur aber ein und verursacht Probleme. „Die sogenannte gluteale Amnesie“, sagt Marl und lacht. Gluteus ist die lateinische Bezeichnung für Gesäßmuskel, Amnesie steht für Vergesslichkeit. Auf Deutsch: Der Hintern vergisst, dass er da ist. Und damit sind wir mitten drin im Thema Hüftmuskulatur, denn die umfasst eben mehr als nur die direkte Region um das Gelenk, also die schon erwähnte große, mittlere und kleine Gesäßmuskulatur, den Hüftbeuger, die Vorderund Rückseite der Oberschenkelmuskulatur. Durch regelmäßiges Dehnen und Strecken bleibt oder – wie im aktuellen Fall – wird die Hüftmuskulatur flexibel. Wichtig ist auch, dass die einzelnen Muskeln gezielt angesteuert und dadurch auch trainiert werden können. Beim Strecken spielt der Gesäßmuskel die größte Rolle. Ist er zu schwach, fällt nicht nur die Schrittlänge deutlich kürzer aus, es muss auch der hintere Oberschenkel mitarbeiten. „Der wiederum ist dafür aber nicht geschaffen, also ist er schnell überbelastet und schmerzt dann rasch.“ Überhaupt ist das Zusammenspiel der Muskelgruppen sehr komplex. Wie sich an der nächsten Übung zeigt: flach auf dem Boden liegend und mit einem abgewinkelten Bein versuchen, den anderen Oberschenkel vom Boden zu heben. „Dabei arbeiten Oberschenkel, Rücken und Gesäß zusammen. Im Optimalfall sollte diese Arbeit hauptsächlich der Gluteus übernehmen“, sagt Marl. SPORTaktiv 57

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