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SPORTaktiv Februar 2020

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DER MANN OHNE NERVEN DAS

DER MANN OHNE NERVEN DAS KÄRNTNER KANU-SLALOM-ASS FELIX OSCHMAUTZ GEHÖRT ZU ÖSTERREICHS MEDAILLEN-HOFFNUNGEN BEI DEN OLYMPISCHEN SPIELEN IN TOKIO. WAS DER 20-JÄHRIGE AUCH SEINER MENTALEN STÄRKE ZU VERDANKEN HAT. VON MARKUS GEISLER 192 SPORTaktiv

OLYMPIA COUNTDOWN Felix Oschmautz hat sich mit dem Kurs in Tokio bereits vertraut gemacht. Foto: Getty Images ohl dem, der das von sich behaupten kann: „In den letzten drei, vier Jahren hat sich gezeigt: Je wichtiger ein Rennen war, desto stärker bin ich gefahren. Mir liegt es, wenn eine Menge auf dem Spiel steht.“ Der das sagt, ist Felix Oschmautz, 20-jähriger Kanuslalomfahrer aus Maria Saal und rotweiß-rote Medaillenhoffnung bei den Olympischen Spielen in Tokio. Mit starken Leistungen bei EM und WM hat er sich 2019 den Traum von den Ringen erfüllt, wobei er schon vor vier Jahren in Rio Olympialuft schnuppern durfte. Damals zwar nur als Ersatzfahrer, aber immerhin. „Die Anlage in Brasilien ist meine Lieblingsstrecke und es spielt mir sicher in die Karten, dass sie der in Tokio ziemlich ähnlich ist.“ Sprich: weniger Gefälle als andere, aber von der Strömung her ziemlich anspruchsvoll. Oschmautz weiß, wovon er spricht, denn er war im vergangenen halben Jahr schon zweimal in Japan, um auf dem „Kasai Canoe Slalom Center“ zu trainieren. Beim Generalproben-Wettkampf im August wurde er sogar Dritter, obwohl fast alle Weltklasse-Athleten am Start waren. Ein starkes Zeichen. Und der Grund, warum das Kraftpaket mit einer gehörigen Portion Optimismus Richtung Olympia blickt. „Realistisch gesehen ist eine Medaille möglich, mein Ziel ist es aber vorerst, mich für das Finale der besten Zehn zu qualifizieren.“ Und zwar aus gutem Grund, denn: „Mal angenommen, ich hole das Beste aus mir heraus und fünf andere schaffen das an dem Tag auch. Ich möchte dann nicht enttäuscht sein, weil ich die Medaille verpasst habe, obwohl ich mein Bestes gegeben habe.“ So spricht jemand, der mental gefestigt ist. Nicht nur durch Veranlagung, sondern durch konsequente Arbeit. „Mentales Training ist zum Teil richtig anstrengend, weil es nur funktioniert, wenn du dich zu 100 Prozent darauf einlässt. Man muss sich öffnen, Dinge reflektieren, die einen belasten oder motivieren“, sagt Oschmautz, der versucht, Übungen zur Stärkung des Kopfes in seinen Trainingsalltag einfließen zu lassen. „Ohne das kannst du heutzutage nicht mehr ganz an die Spitze kommen.“ SPORTaktiv 193

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