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SPORTaktiv Februar 2020

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FLUCHT INS GELÄNDE So

FLUCHT INS GELÄNDE So martialisch schaut er gar nicht aus. „Ich fresse die Landschaft fast“, sagt Markus Stock. „Ich sauge die Gegend auf, die Natur.“ In diesen wenigen Worten erklärt er die Faszination Trailrunning. Und der 50-Jährige weiß, wovon er spricht. Bei allen fünf Auflagen des Großglockner Ultra-Trail ist er gelaufen, hat zweimal auf der 50-km-Strecke gewonnen. Straßenlaufen – das ist ihm zu fad. Im Gelände rennt er 50, 60, 75 Kilometer, auf der Straße hat er nicht einen Marathon absolviert. „Zu monoton. Immer auf die Uhr schauen, Kilometer, wieder ein Kilometer, wieder einer.“ Die Aussagen des Dynafit-Athleten unterstreichen den Trend zum Trail, der seit Jahren anhält. Immer mehr grobstollige Schuhe werden verkauft – selbst in der Wiener Innenstadt, in der Wurzel, Stein und Almbodenanteil bekanntlich mehr als überschaubar sind? Zeit also, sich dem Laufen im Gelände einmal ausführlich zu widmen. Über eine ganze Saison lang. Im einfacheren Gelände und in schwierigerem, bei Wettbewerben und Workshops, in Österreich und im Ausland. 1ERSTE STATION Lindkogeltrail in Bad Vöslau Ende März, das Flachland vor Wien klingt auf alle Fälle einmal schaffbar, zumal man dort 10, 20 oder 30 Kilometer laufen kann. Ich entscheide mich für die 20 Kilometer mit knapp 1000 Höhenmetern. Das erscheint machbar, auch wenn es so früh im Jahr doch schon sehr warm ist. Auf den ersten Metern durch den Park und im welligen Auf und Ab am Waldesrand geht der Blick noch oft auf die Uhr, im ersten echten Anstieg ist dann Schluss damit. Dafür genießt man die Luft, erfreut sich am Wegerl, das sich durch den Wald schlängelt. Dann der harte Anstieg auf den höchsten Punkt und die Erkenntnis: Laufen heißt hier auch gehen. Hände auf den Oberschenkeln. Meter für Meter. Eine Frau will sich auf’s Bankerl setzen. Sofort muntern sie andere Läufer auf, ich spendier ihr ein Gel, weiter geht’s. Trailrunning ist auch ein Gemeinschaftserlebnis, kein stures Schneller-Sein-Wollen als der andere. Es ist auch abwechslungsreich. „Nicht jeder Schritt ist gleich, das macht es auch weniger anstrengend“, hat Markus Stock gesagt. Unterschreibe ich – teilweise. Weil anstrengend ist es halt doch, wenn es kilometerlang über Stufen, Wurzeln und Steine bergab geht. Abwechslungsreich ist es allemal, weil auch die Navigation dazukommt, du schauen musst, ob der Weg eh noch stimmt. Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 86 SPORTaktiv

TRAILRUNNING BOOMT IMMER NOCH. WAS ABER MACHT DIE GROSSE FASZINATION AUS? ERLIEGT MAN IHR AUCH ALS EINGEFLEISCHTER STRASSENLÄUFER? RÜCKBLICK AUF EIN JAHR SELBSTVERSUCH ABSEITS DER STRASSEN. VON KLAUS MOLIDOR Der Berg ruft. Beim Großglockner- Berglauf geht es vom Dorf über Almen bis hinauf zum Gletscher. SPORTaktiv 87

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