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SPORTaktiv Freerideguide 2019

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SCHÜTZE, WAS DU LIEBST!

SCHÜTZE, WAS DU LIEBST! PROTECT OUR WINTERS HAT SICH DEM KLIMASCHUTZ UND DEM UMWELTBEWUSSTEN HANDELN VERSCHRIEBEN. MIT STARKEN WORTEN UND MIT TATEN. „DENN ES GEHT UM UNSER LEBEN, NICHT NUR UM PROFIT.“ VON MANUELA MANDL Wintersportler sind ja Spaß liebende Menschen. Wir alle lieben es, der Schwerkraft zu entfliehen, mühelos über Schnee zu gleiten, den Wind im Gesicht und die Fliehkräfte bei jedem Schwung in den Oberschenkeln zu spüren. Spaß macht Freude, Freude macht glücklich – und glücklich zu sein macht freundlich. Also im Idealfall besser für die Welt. Der Spaß im Winter ist aber vom Schnee abhängig und für den braucht es nun mal eine gewisse Temperatur. Somit betrifft der Klimawandel Wintersportler unmittelbar. Protect Our Winters (POW) hat es sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für den Klimawandel auch bei Wintersportlern zu stärken – mit stichhaltigen Argumenten. Neben Spaß sind das vor allem auch wirtschaftliche Gründe für ein Land wie Österreich, das immerhin 4,5 % seines BIP durch Wintersport generiert und wo jeder 14. Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Wintersportindustrie abhängig ist. Für POW ist es wichtig, mit einer positiven Attitüde Veränderung zu bewirken. Frei nach dem Motto „jeder Schritt zählt“. Gegründet 2007 von der amerikanischen Snowboardlegende Jeremy Jones, verfolgt POW einen inklusiven Gedanken. Es muss nicht schwer oder anstrengend sein, einen klimafreundlicheren Winterurlaub zu machen, wenn jeder und jede ein bisschen aufmerksamer ist, können wir schon viel erreichen. Dazu hat POW auch die sieben Climate Signposts ins Leben gerufen: Reise verantwortungsvoll – ernähre dich gesund – gib dein Geld bewusst aus – lebe einfacher – mach dich schlau – nutze deine Stimme – engagiere dich. „POW ist eine Klimaschutzorganisation für alle, wo jeder mitmachen darf, und nicht nur für jene, die eh schon bewusst leben“, sagt Daniela Hochmuth, Gründerin von POW Austria. „In meiner Zeit als Entwicklerin für ein großes Sportunternehmen hab ich gesehen, wie wir täglich mit unserem Sein unser größtes Gut, unsere Erde, zerstören, und hab aber auch gesehen, wie man was verändern kann.“ Und dass Klimaaktivismus cool ist und Spaß machen kann, beweist POW auch mit seiner Initiative „Hot Planet – Cool Athlete“, wo Sportidole Kinder direkt in den Schulen besuchen, um die nächste Generation von Wintersportlern zu inspirieren und zu einem bewussteren Lebensstil zu animieren. Acht dieser Workshops hat es schon gegeben. Zwei in Innsbruck, sechs im Salzburger Land. Cool sein und seinen Beitrag fürs Klima leisten ist kein Widerspruch und dank Greta Thunberg auch bei den Jüngsten angekommen. POW dient als Katalysator, der die einzelnen Stimmen vereinigt, auf Entscheidungsträger zugeht, Verbesserungsvorschläge und Lösungen aufzeigt. „Ich wünsche mir, dass Politik und Wirtschaft endlich etwas tun und neue Konzepte finden und implementieren, ohne nur auf die Lobbys zu hören“, sagt Hochmuth. „Weil es geht jetzt um Foto: Matthias Fritzenwallner, Sportler Tobias Tritscher 22 SPORTaktiv

ICH WÜNSCHE MIR, DASS KLIMASCHUTZ UND UMWELTBEWUSSTES HANDELN NICHT MEHR DIE AUSNAHME, SONDERN DER STANDARD SIND. unser Leben, nicht mehr nur um Profit.“ Konkret bedeute das für sie Lösungen für die Kerosinsteuer und billigeren und einfacheren Zugang zum öffentlichen Verkehr. „Sodass Nachhaltigkeit nicht ein Privileg von Besserverdienenden ist.“ POW schmiedet auch innerhalb der Wintersportindustrie Allianzen, zum Beispiel mit Blue Tomato und Burton, und weist unermüdlich auf Verbesse- VERENA STAHL, POW AUSTRIA rungsmöglichkeiten hin. Langsam hat so in der Sportbranche ein Gesinnungswandel stattgefunden und Nachhaltigkeit ist zu einem wichtigen Verkaufsargument für Firmen avanciert. Anfang 2020 geht, geformt aus den Länderorganisationen, auch POW Europe an den Start – mit dem klaren Ziel neben individuellen Länderagenden auch eine gemeinsame europäische Strategie zu verfolgen, um insbesondere für ein nachhaltiges Transportsystem innerhalb Europas einzutreten. Klimaschutz funktioniert nur, wenn möglichst viele Personen Verantwortung empfinden und Verhaltensänderungen zum Wohle aller und zukünftiger Generationen in Kauf nehmen. Denn das ist das Schwierige am Klimaschutz: Die direkten Effekte von Handlungen sind für den Einzelnen schwer fassbar und auch für die Wissenschaft lokal nicht restlos abzusehen. Wir handeln also ohne direkt individuell nachvollziehbaren Effekt. Daher ist der Wunsch von Verena Stahl verständlich: „Ich wünsche mir, dass umweltbewusstes Handeln nicht mehr die Ausnahme, sondern Standard ist.“ SPORTaktiv 23

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