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SPORTaktiv Freerideguide 2019

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3-2-1 – DROP IN. Ein

3-2-1 – DROP IN. Ein (kleiner) Mensch setzt sich im weichen Schnee auf einem ziemlich steilen großen Berg in Bewegung. Sheeesh – ein Felsen dient als natürliche Absprungrampe, der frische Schnee staubt, Rotationen in der Luft und Flughöhen von 15 Metern und mehr sind keine Seltenheit. Der Helikopter kreist, die Kameraperspektive im Livestream wechselt, die Zuseher daheim sind hautnah dabei. Beim Ziel ist eine Arena mit einem riesigen Bildschirm aufgebaut, wo einige Tausend Zuseher das Spektakel Freeride World Tour live verfolgen. Den besten Eindruck von der Action bekommt man immer noch mit bloßem Auge vor Ort, zum Beispiel beim einzigen heimischen Bewerb im Februar in Fieberbrunn. Es ist wahnsinnig beeindruckend, die realen Proportionen zwischen Mensch und Berg zu sehen. Doch zurück zum Anfang: Die Tiefschneekultur hat sich langsam und stetig verändert. Es war in den Alpen bis in die 90er das Höchste der Gefühle, kleine Wedelschwünge in regelmäßigen Abständen in mäßig steilem Gelände nebeneinander zu setzen (das altbekannte Zopferlflechten war eine beliebte Unterdisziplin) und nicht kreuz und quer durcheinander zu fahren. Aber dann kamen die Snowboarder mit dem Gedanken, die unbändige Freiheit vom Wellenreiten im Meer auf den Berg zu übertragen. Und vorbei war’s mit der Disziplin, da mit dem wesentlich breiteren Snowboard auch im Tiefschnee größere Schwünge möglich waren. Nach anfänglichen Reibereien zwischen Skifahrern und Snowboardern fand ein Technologietransfer zwischen den beiden Sportarten statt und auf einmal waren Twintips, also vorne und hinten aufgebogene Ski, breite Powderlatten und taillierte Snowboards geboren und auch für den Breitensportler wurden große, schnelle Schwünge im Tiefschnee möglich. Schon auf „Spaghettiskiern“ wurden in der Nachkriegszeit in Europa und spätestens ab den 70ern dokumentiert auch in den USA ziemlich wilde Aktionen abgeliefert. Und schon 1991 fanden die legendären World Extreme Ski Championships in Valdez in Alaska statt. In Europa waren es die Snowboarder, die mit der Gründung des Verbier Xtreme 1996 durch Nicolas Hale-Woods einer größeren Öffentlichkeit vor Augen führten, dass auch scheinbar unbefahrbare Linien mit verpflichtenden Sprüngen über Felsen am berühmten Bec des Rosses in Verbier durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Am Anfang ein reiner Snowboardbewerb messen sich mittlerweile die weltbesten Frauen und Männer auf Skiern und Snowboards auf der weltweit in fünf Bewerben ausgetragenen Freeride World Tour. Jedes Jahr finden auch in Österreich unter anderem im Rahmen der Open Faces Freeride Contests Bewerbe auf spektakulären Bergen statt, zum Beispiel in Hochgurgl und Kappl. Vor Ort gibt es Public-Viewing-Areas und online einen Livestream. Auch der X-Over Ride am Kitzsteinhorn ist eine Reise wert. Für alle, die mal Contestluft schnuppern wollen: Jedermann-Freeride-Bewerbe, finden landauf, landab statt. Freeriden als Wettkampfsport wird auch in der Szene durchaus differenziert betrachtet. Was für Außenstehende nach „Wahnsinnigen“ aussieht, die über Felsen im steilsten Absturzgelände springen, beinhaltet eine Menge Planung, Vorbereitung und hartes Training. Um eine Line flüssig, ästhetisch, mit hohen Sprüngen und ohne Sturz befahren zu können, verbringen die Athletinnen und Athleten Stunden mit dem Fernglas am DAS COOLSTE AM BOARDEN IST FREERIDEN – WER EINMAL IM POWDER WAR, WIRD DAS BESTÄTIGEN. DAS IST SO EIN GROSSES FREIHEITSGEFÜHL. Fotos: Lukas Pilz, Adam Klingeteg/Red Bull Contentpool 26 SPORTaktiv

AUF DER FREERIDE WORLD TOUR GEHT ES ZWAR UM SIEG ODER NIEDERLAGE IM SPORTLICHEN SINNE – SPIRIT, SPASS UND POWDERSUCHT STEHEN ABER AUCH HIER IM VORDERGRUND. VON MANUELA MANDL RIDE ON! SPORTaktiv 27

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