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SPORTaktiv Freerideguide 2019

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DAMIT SIE AUCH MORGEN

DAMIT SIE AUCH MORGEN NOCH KRAFTVOLL POWDERN| KÖNNEN KENNE DIE GEFAHR, LERN SIE EINZUSCHÄTZEN, TRIFF EIGENE ENTSCHEIDUNGEN: DAS BIETEN DIE „RISK ‘N‘ FUN“-WORK- SHOPS DES ALPENVEREINS. VON KLAUS MOLIDOR Freeriden ist Freiheit, Lebensgefühl, Spaß, Adrenalin – und eben auch immer ein Restmaß an Gefahr. Um Kinder und Jugendliche an diese faszinierende Sportart heranzuführen und ihnen das Rüstzeug für sicheren Spaß im freien Gelände zu geben, hat die Österreichische Alpenvereinsjugend das Ausbildungsprogramm „risk ‘n‘ fun“ ins Leben gerufen. Entwicklung braucht Risiko, lautet der Leitsatz des „risk ‘n‘ fun“- Konzepts, das heuer 20. Geburtstag und 10 Jahre Partnerschaft mit Blue Tomato feiert. Der richtige Umgang mit Risiko fördert die Selbstverantwortung und dadurch erweitert man seinen Handlungsspielraum. Oder anders gesagt: Gehen haben wir alle auch nicht gelernt ohne zu stürzen. Und wir haben es nicht aus Büchern gelernt, sondern haben selbst die Erfahrungen gemacht. Aus persönlichen Erfahrungen Strategien zu entwickeln – das ist das Ziel des Konzepts. Bis zum Gletscher „Es ist aber kein Fahrtechnikkurs“, sagt Daniela Tollinger, die Gesamtleiterin von risk ‘n‘ fun, die seit Anbeginn dabei ist. „Das zentrale Thema ist bei uns die Stärkung der Eigenverantwortung. Die Fotos: Blue Tomato, Heli Düringer 50 SPORTaktiv

RISK ‘N‘ FUN Vier aufeinander aufbauende Levels gibt es. Level 1 findet in Liftnähe statt, Aufstiegshilfen sind noch nicht erforderlich. Die braucht es ab Level 2, in dem Lifte auch nur noch vereinzelt genutzt werden. Level 3 findet in Tourengebieten gänzlich ohne Lifte statt, in Level 4 geht es in hochalpines, vergletschertes Terrain. TERMINE FÜR LEVEL 1 2. bis 6.1.2020: Kaunertal 18. bis 22.1.2020: Serfaus-Fiss-Ladis 3. bis 7.2. 2020: Mühlbach/Hochkönig 9. bis 13.2.2020: Serfaus-Fiss-Ladis 16. bis 20.2.2020: Kühtai 23. bis 27.2.2020: Tauplitzalm 11. bis 15.3.2020: Saalbach-Hinterglemm Nähere Infos unter: www.alpenverein.at/risk-fun Leute sollen nicht einfach blind wem nachgehen, sondern selbst wissen, was sie tun.“ Im ersten Level wird das noch in Pistennähe und mit kurzen Hikes vermittelt, in den anderen drei Levels entfernt sich die Gruppe immer weiter aus dem Skigebiet bis hin ins hochalpine Gelände und zu Gletschern. „Es ist Lernen auf Augenhöhe und kein Frontalunterricht“, sagt Tollinger. Auf Vorträge mit Powerpoint-Präsentationen wird komplett verzichtet. „Partizipation ist uns wichtig.“ Die Leute sind also Teilnehmer im wahrsten Sinn des Wortes und nicht nur Zuhörer. „Das ist anfangs für viele ungewohnt, nach dem ersten von fünf Tagen im Level eins ist das aber schon anders und die Leute bringen sich ein, stellen Fragen.“ Was Tollinger auch merkt: Nach dem ersten Level sind die Teilnehmer oft verunsichert. „Weil sie viel Information bekommen haben, viel Input, ihnen aber die Erfahrung fehlt. Sie haben dann zum Beispiel von Triebschnee gehört, sind dann alleine im Gelände aber unsicher, ob das jetzt Triebschnee ist oder nicht. Nach Level 2 fühlen sie sich dann deutlich besser.“ Das Praktische: Wer einmal an einem „risk ‘n‘ fun“-Camp teilgenommen hat, kann immer wieder zum „Chill out“ kommen, dem offiziellen Saisonabschluss. „Dort kann man sich wieder Inputs von unserem erfahrenen Team holen und Fragen stellen.“ Was ebenfalls nicht notwendig ist: eine Mitgliedschaft beim Alpenverein. „Wir setzen“, sagt Tollinger klipp und klar, „auf hohe Qualität und wollen möglichst vielen Leuten Werkzeuge in die Hand geben, damit sie sich im freien Gelände sicher bewegen können und auch Verantwortung für sich und die Gruppe übernehmen, mit der sie unterwegs sind.“ SPORTaktiv 51

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