Aufrufe
vor 1 Jahr

SPORTaktiv Juni 2020

  • Text
  • Juni
  • Triathlon
  • Bewegung
  • Sport
  • Aktivsport
  • Sportmagazin
  • Sportaktiv
  • Rennrad
  • Mountainbiken
  • Events
  • Camps
  • Profisport
  • Outdoor
  • Biken
  • Laufen
  • Fitness

DRACHEN ZÄHMEN AM SEE

DRACHEN ZÄHMEN AM SEE Foto: Ferienregion Franken/Bernhard Huber 156 SPORTaktiv

SCHNELL ÜBERS WASSER FLITZEN, HOCH SPRINGEN UND SOGAR EIN STÜCK FLIEGEN – KITESURFEN IST EINE DER SPEKTAKULÄRSTEN WASSERSPORT­ ARTEN, DIE MAN AUCH IN UNSEREN BREITEN AUSÜBEN KANN. VON KLAUS MOLIDOR iel spektakulärer kann man sich nicht über das Wasser bewegen als beim Kitesurfen. Zumindest in unseren Breiten nicht, denn meterhohe Wellen wie vor Tahiti oder Hawaii sind in den Binnengewässern Mitteleuropas ja nicht anzutreffen. Dabei steht man auf einem Wakeboard und lässt sich von einem Lenkdrachen, der auf Englisch eben „Kite“ heißt, ziehen. Durch den aufwärts gerichteten Zug des Drachens und durch Wellen kann man damit spektakuläre Tricks vollführen und mehrere Sekunden lang in der Luft schweben. Der Einstieg in den Sport beginnt mit Trockentraining und damit, den Drachen einmal sicher fliegen zu können. Erst dann geht es aufs Wasser. Erfahrung im Windsurfen oder Wakeboarden ist sicher kein Nachteil. Wer jetzt glaubt, dass der Sport eine Erfindung der Nullerjahre ist, der irrt. Schon 1820 experimentierte der englische Lehrer George Pocock mit Lenkdrachen um damit Kutschen und kleine Boote anzutreiben. Der Durchbruch im Breiten- und Hobbysport gelang dem Kitesurfen in Mitteleuropa freilich erst Ende der 1990er-Jahre, befeuert von Videos legendärer Surfer wie des Hawaiianers Laird Hamilton. Neben den klassischen europäischen Surf- und Windsurfspots in Portugal, auf den Kanarischen Inseln oder vor der britischen Küste lässt sich der Sport aber auch sehr gut auf Seen wie dem Neusiedler See im Burgenland oder dem Großen Brombachsee in Bayern ausüben. „Dort gibt es den besten und konstantesten Wind in Bayern“, schwärmt Andreas „Dresi“ Hemmeter, gelernter Werzeugbauer, Erfinder der mobilen Rückenlehne „Mei Leni“ und passionierter Kitesurfer. Seine Einschätzung ist beileibe keine Einzelmeinung und wird vor allem dadurch untermauert, dass Florian Gruber, Welt- und Europameister im Kitesurfen, seine Surfschule am Großen Brombachsee hat und dabei Kurse für alle Könnerstufen im Angebot hat. Dresi verrät auch seine Lieblingsspots am See. „Von Allmannsdorf weg Richtung Enderndorf. Dort ist dann weniger los und zudem ist es die längste gerade Strecke am See“, sagt der 33-Jährige. „Mir geht’s nämlich immer ums Fahren und nicht ums Springen – das ist meine große Leidenschaft.“ Wer Lust hat, diesen Sport einmal auszuprobieren, sollte unbedingt einen Kurs machen. Dort lernt man den Kite sicher an Land zu fliegen, danach geht es ins Wasser und erst wenn du den Drachen sicher über Wasser steuern kannst, geht es an die ersten Versuche auf dem Board. Mitzubringen ist eine solide Grundfitness und wer Erfahrung im Windsurfen oder Wakeboarden hat, ist im Vorteil. Angst, dass der Drachen das Kommando übernimmt und man nur noch Passagier ist, braucht man keine zu haben. Mit einem Handgriff kann man die Leine so lösen, dass der Kite kaum noch Druck hat und zu Boden sinkt. DER RUCKSACK FÜR BACKPACKER & ZIVILISATIONSFLÜCHTER www.tatonka.com/yukon

Magazin // E-Paper