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SPORTaktiv Juni 2020

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FAST SO GUT WIE SEX! BEI

FAST SO GUT WIE SEX! BEI „GO WITH YOUR PRO“ AM SPIELBERG GEBEN VOLLGAS-GURUS WIE DAVID COULTHARD ODER PATRICK FRIESACHER TIPPS, WIE MAN EIN RENNAUTO PROFIMÄSSIG ÜBER DIE STRECKE JAGT. EINE GENIALE SPIELWIESE FÜR PS-FREAKS, WIE SICH BEI DER SPORT-AKTIV-CHALLENGE HERAUSSTELLT. TEXT: MARKUS GEISLER FOTOS: LUCAS PRIPFL s ist oft hilfreich, wenn jemand deine Gedanken erraten kann. Vor allem, wenn man sich in einer Notsituation wähnt. „Don’t worry“, sagt David Coulthard. „Wenn du erst einmal losgefahren bist, wird das Gefühl der Platzangst gleich vergehen.“ Wirklich? Bis jetzt dachte ich ja, man sitzt in einem Formel-Auto. Die Wahrheit ist: Man liegt, so festgeschnallt wie möglich, mit eng anliegendem Helm einem Ungetüm namens HANS auf den Schultern. Und spätestens, nachdem das abnehmbare Lenkrad angesteckt wurde, weiß man: In fünf Sekunden, wie es die Regeln besagen, kann man diese Sardinenbüchse, in die ich mich nur durch 170 SPORTaktiv

Ob im X-Bow oder im Formel- 4- Renn - auto – die Profis David Coulthard und Patrick Friesacher geben Tipps, wie man gekonnt um die Rennstrecke cruist. geschmeidiges Hineindrehen manövrieren konnte, nie und nimmer verlassen. „Fühlt sich cool an, oder?“, fragt Patrick Friesacher, nachdem er den Motor gestartet und meinen Hintern zum Vibrieren gebracht hat, und weil die Frage durch und durch rhetorisch gemeint war, signalisiere ich abgeklärt mit Daumen nach oben: Alles roger! Dabei beschleicht mich das Gefühl, dass ich der Einzige bin, dem gerade etwas mulmig zumute ist. Denn meine Mitstreiter beim „Go with your Pro“ am Red-Bull-Ring sind so begeistert wie ein Ferrari-Mechaniker nach einem Sieg in Monza. „Ist das geil“, sagt Martin, der gerade schon ein paar Runden gedreht hat. „Ein Wahnsinnsgefühl“, bestätigt Matthias, „vor allem in den Kurven.“ Ich dagegen bin in erster Linie froh, von absoluten Profis bei diesem zweitägigen Crashkurs (Achtung: Wortspiel!) zum Rennfahrer angeleitet zu werden. David Coulthard, Vizeweltmeister, der 246 Grand-Prix-Rennen in den Füßen hat. Patrick Friesacher, einer von acht lebenden Österreichern, die es in die Formel 1 geschafft haben. Und sein Bruder Kevin, der es immerhin bis in die Formel 3 gebracht hat. Drei Benzinbrüder, die augenscheinlich eine Menge Spaß daran haben, einer kleinen Gruppe von PS-Gläubigen und mir ihren Sport näherzubringen. Und das mit Erfolg. Während wir nach buchstäblichen Startschwierigkeiten („Ihr dürft die Kupplung ruhig 80 Meter schleifen lassen, Hauptsache, ihr lasst sie langsam kommen“) unsere Runden über den Ring drehen, haben sich David, Patrick und Kevin an verschiedenen Punkten aufgestellt, um über Funk Tipps zu geben. „Später einlenken“, sagt David. „Früher bremsen“, meint Patrick. „Vor Kurve 1 beim Zurückschalten langsamer auskuppeln“, ruft Kevin, als die blockierenden Reifen quietschen. Während mich das Multitasking von Runde zu Runde mehr überfordert, steigt bei meinen Mitstreitern der Speed äquivalent zu ihrer Begeisterung. Bei mir steigt dagegen in erster Linie der Puls, was auch daran liegt, dass man aus unserem Formel-4-Renner nicht wirklich viel von der durchaus schönen Umgebung mitbekommt. Durch die Bewegungsunfä- SPORTaktiv 171

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