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SPORTaktiv Juni 2021

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sern sind groß und

sern sind groß und vorsorglich mannigfaltig gefüllt worden. Wie viele Speichen und Arten er im Lager hat, weiß der Geschäftsführer nicht genau. Es sind zu viele, um es im Kopf zu haben. „Und die gibt es dann ja auch noch in Schwarz, Silber, Weiß, Rot und in 2 Millimeter- Schritten von 250 bis 300“, sagt er mit einem Lachen, während in den dicken Mauern samt moderner Glasfront eifrig eingespeicht wird. Meist verbinden zwei Mitarbeiter die Komponenten lose nach den genauen Plänen miteinander – sie hängen ein. Drei weitere zentrieren die Laufräder dann. Sprich: Sie bringen die Speichen einzeln auf die optimale Spannung, um so den exakten runden Lauf zu erreichen. Rund 60 Prozent der Laufräder haben Aluminium-Felgen, der Rest ist aus Carbon gefertigt. Fast ident ist das Verhältnis von Mountainbike- Kunden zu Rennradfahrern. Wie lange ein Satz Laufräder in der Herstellung benötigt, sei schwer zu sagen, der Unterschied zwischen Serien und Einzelstücken ist sehr groß. „Bei Tagesaufträgen dauert es einfach wesentlich länger. Du musst zum Beispiel bei jedem einzelnen die Speichenlängen heraussuchen.“ Von der Grundphilosophie her ist zwischen Mountainbikes und Rennrädern kein Unterschied auszumachen und dennoch ist es wie 100 zu 1. Und selbst bei Mountainbikes ist die Bandbreite wieder enorm. „Auch da kannst du dich austoben. Wenn jemand anruft und gerne Laufräder hätte, frage ich ihn zuerst: Welches Rad hast du und wo bist du unterwegs?“ Werte wie die gewünschte Reifenbreite oder die Art der Schaltgruppe spielen ebenso eine Rolle wie der Typ des Rades (Enduro, Fully, Hardtail, Crosser, Rennrad ...), das Einsatzgebiet (Trails, Forststraßen, Asphalt ...) oder das Systemgewicht. Nicht zu vergessen ist ein entscheidender Faktor: das Geld. Wenn die Fakten bekannt sind, kommt Fingerspitzengefühl und Erfahrung ins Spiel und das Kombinieren der vier Bauteile beginnt. Durch das Feedback der Kunden, eigene Erfahrungen, Problemfälle oder auch Beobachten im Produktionsprozess hat sich ein Erfahrungsschatz Johann „Pancho“ Pöllmann und Sohn Florian vor ihrer Firma Pancho Wheels in Bad Goisern. gebildet, aus dem bei „Pancho“ jeder einzelne Mitarbeiter schöpft. Es ist dennoch immer ein Spagat notwendig, um „den Grundauftrag zu erfüllen“. Der sei es, im Rahmen der Vorgaben das leichteste und stabilste Laufrad zu bauen. Für jeden Kunden gilt es, einen Laufradsatz zu kreieren, der im gewünschten (Gewichts-)Bereich liegt und alltagstauglich ist: optimieren, aber nicht überoptimieren. Auch wenn die Globalisierung in der Produktion mittlerweile „Part of the Game“ geworden ist, will Pöllmann den Weg des turbokapitalistischen, ungebremsten Wachstums nicht beschreiten. „Dann müssten wir ja aus diesem Haus hinaus und das will ich nicht“, sagt er und lächelt. Das ständige Trachten nach mehr erfordert Expansion und auch mehr Platz und das sei nicht der richtige Weg. „Wenn wir zum Beispiel versuchen würden, bei einer großen Radmarke hineinzukommen, würde irgendein Kunde darunter leiden.“ Und das sollte nicht der treue Kunde sein. „Ich will keine globale oder europaweit bekannte Marke werden. Wir haben einen tollen und dankbaren Kundenstamm, dessen Bedarf wir bewältigen können.“ Zudem werden bei Pancho Wheels nicht nur die eigenen Laufräder eingespeicht, sondern Aufträge von Fahrradhändlern aus ganz Österreich mit Freude entgegengenommen. „Das Service für den Kunden ist für uns einer der wichtigsten Teile.“ In der Schweiz oder Deutschland soll die Popularität zwar noch gesteigert werden, doch Wachstum auf Druck aus wirtschaftlicher Sicht wird es nicht geben. Technisch ist das Wachstum schon aufgrund der Neugierde in Goisern nicht aufzuhalten. „So ein Rad ist nie fertig. Es kommt immer wieder vor, dass ich mir denke: Das ist geil, aber jetzt probiere ich das noch aus.“ 104 SPORTaktiv

WELCOME TO THE BIKE WORLD! MEHR INFOS BIKE WORLD OF MOUNTAINS AND LAKES www.nassfeld.at/bike www.weissensee.com/bike GRENZENLOS, VIELFÄLTIG, ÜBERRASCHEND: SO PRÄ- SENTIERT SICH DIE GRÖSSTE BIKE-REGION DER SÜDALPEN, DIE KÄRNTNER „BIKE WORLD OF MOUNTAINS & LAKES“. Fotos: NLW Tourismus Marketing TOP EVENTS 9.–11. JULI: BIKE PEAK Am Nassfeld werden die Nassfeld Pramollo Heros (50 km, 2311 hm) am Mountainbike gekürt. Es warten aber auch Rennrad-Bewerbe und diverse MTB-Nachwuchs-Challenges. 10.–12. 9.: MTB HERBST TRAIL- & TEST-TAGE Am Weissensee kann man neueste Bikes testen, seine Fahrtechnik mit Profi-Hilfe verfeinern und die Trails am Weissensee so ganz neu erleben. Radfans, die sich völlig frei zwischen Bergen und Seen bewegen wollen, werden die „Bike World of Mountains & Lake“ lieben. 950 Kilometer verschiedenster Mountainbike- und Radrouten machen sie zur größten und abwechslungsreichsten Bike-Region auf der Sonnenseite der Alpen. Ein Highlight in dem Angebot ist zweifellos das „Seen-Biken“ am Weissensee. Wer den glitzernden Wellen ganz nahekommen und den türkisfarbenen See von allen Seiten bestaunen will, dem sei die 30 Kilometer lange „Große Seerunde“ ans Herz gelegt. Sollten die Beine vorzeitig müde werden, kann man die Rückfahrt per Linienschiff abkürzen. Spektakuläre Ausblicke garantieren auch die drei Single Trails, die mit der Sommerbergbahn erreichbar sind und sich von der Naggler Alm zurück zum See schlängeln. Ein Aushängeschild ist auch die Weissensee-Goldtour: Sie erfordert Kraft, belohnt aber mit unvergesslichen Panoramablicken und mit tollen Einkehrmöglichkeiten mit feiner regionaler Kulinarik. Am Nassfeld ist der Bikegenuss grenzenlos. Acht Single Trails mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden sorgen für hochgezogene Mundwinkel. Alle Trails sowie der 4 Kilometer lange Flow-Trail „MEX-Line I“ vom Gmanberg nach Tröpolach sind bequem per Sommerbergbahn erreichbar. Die eigenen Grenzen ausloten? Das können gut Trainierte auf der Nassfeld-Pramollo­ Hero Strecke. Wer die 49,7 Kilometer und 2311 Höhenmeter bewältigt, darf sich zu Recht „Hero“ nennen! SPORTaktiv 105

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