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SPORTaktiv Juni 2021

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RIGHT TIME Brauch

RIGHT TIME Brauch ich’s? Über Sportnahrungsprodukte kursiert unter Hobbysportlern eine riesige Bandbreite an Meinungen. Das beobachtet auch Dr. Robert Fritz, Sport- und Ernährungsmediziner aus Wien und selbst erfahrener Ausdauersportler. Die Wahrheit liegt wie SPORTGETRÄNKE, RIEGEL, GELS UND so oft in der Mitte. „Die Dinge haben CO.: WANN MACHEN SIE WIRKLICH SINN, ihren Sinn“, sagt Fritz. „Sie sollen kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung WIE UND WANN SETZT MAN SIE RICHTIG sein, sondern eine sinnvolle Ergänzung.“ EIN? WIR SCHAFFEN ÜBERBLICK IM BREI- Wie der Begriff „Nahrungsergänzung“ eben auch sagt. Der Sportmediziner hält TEN ANGEBOT DER SPORTNAHRUNG. aber auch fest: „Ich bin viel auf Marathons oder Mountainbike- Etappen VON CHRISTOF DOMENIG rennen unterwegs, habe lange Zeit Triathlon gemacht und ich muss sagen: Ohne Sportnahrung wäre das schwierig. Es ist eine ordentliche Erleichterung.“ Ein simpler Grund dafür ist die Kompaktheit und Handlichkeit: „Die Produkte sind in einer Form, wie du sie leicht mitnehmen kannst, wie du sie gut anwenden kannst – und letztlich auch in einer Form, wie sie gut verträglich ist“, als Notfallverpflegung sei ein Gel oder ein Riegel sehr sinnvoll. Er habe mehrmals Situationen erlebt, in denen Bergsportlern die Energie ausgegangen sei, erzählt Fritz. Mit einem Gel und Wasser hätten sie sich wieder so weit erholt, um durchklickt, wird sich fragen: Und was passt da jetzt genau für mich? Lässt man sich die Sache jedoch einmal erklären, sieht man gleich klarer: Es sind gar nicht so viele Schubladen, in die man die vielen Produkte einordnen kann. zählt Fritz auf. „Bei einem Mountainbike-Etappenrennen noch selbst ins Tal absteigen zu können. werde ich mir halt Und wenn nicht benötigt, hält ein 1Kohlenhydrate für die Ausdauer nicht das Weckerl ins Trikot einstecken. Sportriegel über Monate, kann einfach Starten wir gleich mit der wichtigsten Unterscheidung: „Will ich Eine Banane wiederum hat ganz schön im Rucksack bleiben, auch Hitze oder viel Volumen und Gewicht.“ Anderes Beispiel: „Du willst abends ins Fitnessstudio gehen, aber das Mittagessen ist sich nicht ausgegangen.“ Auch Kälte können ihm nichts anhaben. Die Angebotsfülle am Markt kann aber auch überfordern. Wer ohne Vorwissen die Websites der Hersteller mich eher auf die Kohlenhydrate oder die Proteine konzentrieren? Im Ausdauersport sind eher Kohlenhydrate relevant, im Kraftsport Proteine.“ Nachsatz: Fotos: Hersteller 30 SPORTaktiv

Wann brauch ich was? Mit ein wenig Vorwissen lassen sich die Produkte richtig einordnen. Protein spielt zudem in jedem Sport bei der Regeneration eine wichtige Rolle – aber dazu kommen wir etwas später. Bleiben wir bei den Kohlenhydraten als Energielieferanten für Ausdauersportler. Wann brauche ich die zusätzliche Energie? Die Unterscheidung ist wiederum recht simpel: „Mache ich etwas Lockeres wie Grundlageneinheiten, braucht der Körper einzig Flüssigkeit, um effizient zu arbeiten“ erklärt Robert Fritz. Also Wasser. Auch hier ein kleines eingefügtes „Aber“: Wer will, kann zu energiearmen Mineralstoffdrinks greifen, die Mineralstoffe unterstützen die Wasseraufnahme. Wem es schmeckt, der kann diese kalorienarmen Sportgetränke auch im Alltag trinken. Eine stärkere Kohlenhydratzufuhr wäre im Grundlagenbereich aber kontraproduktiv. Viele betreiben den Sport ja auch der Figur wegen. Wann Kohlenhydrate gefragt sind? „Bei hohen Intensitäten. Wie Wettkämpfen, Intervalltrainings. Oder auch, wenn ich weiß: Die Bike-Ausfahrt mit den Freunden wird wahrscheinlich zum Gemetzel: Da brauche ich dann die Energie“. Zum Timing: Das Füllen der Speicher ist schon vorm intensiven Sport relevant. Das kann mit einem „Iso-Getränk“ (so die gängige Bezeichnung für die Kohlenhydratdrinks) passieren. Aber auch mit einem Weckerl. Im Sport selbst sowie unmittelbar danach ist eine Getränkeflasche, ein Gel oder ein Riegel freilich viel praktikabler und schnell greifbar. 90 Minuten ist der Zeitrahmen, in dem man theoretisch auch im intensiven Sport ohne Versorgung auskommt. Aber es habe auch Vorteile, die Speicher unterwegs nicht völlig zu leeren, etwa fürs SPORTaktiv 31

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