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SPORTaktiv Oktober 2021

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ICH WAR IN EINEM FLOW,

ICH WAR IN EINEM FLOW, HAB ZU 100 PROZENT IM MOMENT GELEBT. Aus Tokio kehrte Bettina Plank mit einer Bronze-Medaille heim. big Zeit, sich mit ihrer Mobilbox zu unterhalten, Verabredungen wurden gecancelt, Termine verschoben. Es zählte nur noch die Vorbereitung auf Olympia. Mentaltraining, Kinesiologie, Handlungspläne mit Worst-Case-Szenarien, nichts wurde unversucht gelassen. Was fehlte, war ein Wettkampf, um zu überprüfen, wie konkurrenzfähig sie wirklich war. „Es war eine Reise komplett ins Schwarze, ich hatte keine Ahnung, wo ich stand.“ Am 5. August stand sie jedenfalls auf der Matte des Nippon Budokan in Tokio, wo es zum Olympia- Auftakt gleich mal eine 2:6-Niederlage gegen die starke Japanerin Miho Miyahara im ersten vor vier Vorrunden-Kämpfen setzte. Entgegen ihrem eigentlichen Naturell verließ Plank die Matte allerdings mit einem Lächeln. Weil sie spürte, dass sie mithalten konnte. Weil das Gefühl überwog: Ich bin wieder da! Es sollte sie nicht täuschen. Es folgten zwei Siege, ein Remis und die Erkenntnis, die Chance ihres Lebens genutzt zu haben. Zum Teil mit Techniken, die sie vorher nicht einmal im Training probiert hatte, die nur so aus ihr herausgeflossen sind. „Ich war in einem Flow, hab zu 100 Prozent im Moment gelebt. Das ist das Coolste, was dir als Sportlerin passieren kann.“ Sie hat Karate nicht nur würdig vertreten und ins Rampenlicht gestellt, sondern auch Bronze gewonnen. Als wahrscheinlich unwahrscheinlichste Medaillengewinnerin Österreichs. Das letzte Edelmetall in diesem Sport für viele Jahre. Vor allem aber die Bestätigung, unglaublich hohe Hürden übersprungen und Widerstände besiegt zu haben. Ein Erlebnis, das ihr keiner mehr nehmen kann und das sie bei künftigen Bewerben begleiten wird. Zum Beispiel bei den Weltmeisterschaften im November in Dubai. Wer allerdings glaubt, sie würde dort ganz relaxt mit der Gelassenheit einer Medaillengewinnerin hinfliegen, hat das System Plank nicht verstanden. „Für mich wäre diese Herangehensweise kontraproduktiv. Würde ich mich zu sehr entspannen, könnte ich meine Leistung nicht abrufen.“ Und trotzdem freut sich 29-jährige Vorarlbergerin, die seit acht Jahren ihren Lebensmittelpunkt in Linz hat und seit einem Jahr zur Sportfamilie der oberösterreichischen Energie AG gehört, auf die kommende Saison, in der das Thema Olympia nicht mehr dauernd in ihrem Kopf herumspukt. Nicht falsch verstehen, die Degradierung zur nicht-olympischen Sportart hält sie für eine Katastrophe, „da liegen Welten dazwischen, was die Rahmenbedingung für uns Sportler angeht“. Aber den Druck, den das Ereignis auf sie und ihre Kolleginnen ausübte, wird sie nicht vermissen. Es wird Zeit, dass sie endlich wieder nur nach ihrer eigenen Pfeife tanzen kann. 108 SPORTaktiv

Entgeltliche Einschaltung Bettina Plank, Karate Olympia-Bronzemedaille, Tokyo 2021 Bild: Martin Pröll SI GESWILLE Die Energie AG unterstützt seit dem Jahr 2000 Sportlerinnen und Sportler aus Oberösterreich, die sich mit Topleistungen revanchieren. Leistungswille, Zusammengehörigkeit und Authentizität zeichnen die Energie AG – Sportfamilie aus. Diese Art der Sportförderung ist einzigartig, nachhaltig und erfolgreich. www.sportfamilie.at

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