Aufrufe
vor 2 Monaten

SPORTaktiv Oktober 2021

  • Text
  • Sport
  • Aktivsport
  • Bewegung
  • Klettern
  • Wandern
  • Profisport
  • Outdoor
  • Biken
  • Fitness
  • Wwwsportaktivcom
  • Oktober
  • Magazin
  • Laufen
  • Sportaktiv

Seit 15 Monaten zeigt

Seit 15 Monaten zeigt Irene Fuhrmann an, wo es für das Frauen-Nationalteam langgeht. „JETZT GEHT ES SCHLAG AUF Sie sind mit zwei Kantersiegen gegen Lettland und Nord-Mazedonien in die WM-Qualifikation gestartet, Tordifferenz 14:1. Für Sie als Perfektionistin: Gab es trotzdem etwas auszusetzen? Ja, die erste Halbzeit gegen Lettland war sehr holprig, das Gegentor total ärgerlich. Da gab es Szenen, die uns gegen andere Gegnerinnen in die Bredouille bringen würden. Umso bemerkenswerter dann die Reaktion gegen SCHLAG!“ IRENE FUHRMANN, TEAMCHEFIN DES FRAUEN- NATIONALTEAMS, ÜBER DEN TURBO-START IN DIE WM-QUALI, EIN NEUES SOMMERMÄRCHEN BEI DER EURO 2022, YOUNGSTERINNEN UND HAUDEGEN. UND SIE VERRÄT, WORUM SIE MÄNNER-TEAMCHEF FRANCO FODA NICHT BENEIDET. VON MARKUS GEISLER Fotos: GEPA pictures 110 SPORTaktiv

Nord-Mazedonien, wo es wirklich nichts zu meckern gab. Die erste Priorität war, beide Spiele zu gewinnen, das haben wir in souveräner Manier geschafft. Im Herbst warten noch vier weitere Quali- Spiele, zweimal gegen Luxemburg, Nordirland und England. Gegen die Teams von der Insel wird es anders zur Sache gehen. Uns ist bewusst: Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Wir haben bei den Verhandlungen über die Rahmenplanung darauf geachtet, nie im gleichen Fenster gegen England und Nordirland zu spielen. Das sind die entscheidenden Spiele, da ist es deutlich leichter, wenn jeweils Luxemburg der andere Gegner in dem Lehrgang ist. England ist ohnehin eine andere Geschichte, gegen den klaren Gruppen-Favoriten schlüpfen wir in die Underdog-Rolle. Die Engländerinnen sind Weltranglisten-Achte und waren WM-Vierte 2019. Ein ähnliches Kaliber wie Frankreich in der EURO-Quali? Frankreich liegt uns insofern mehr, da sie gegen uns in den vergangenen Jahren immer etwas überheblich agiert haben. Sie sind verspielt, dadurch kann man sie mit Zweikampfhärte aus dem Konzept bringen. Das fällt gegen England weg, die sind robustes Spiel gewohnt, agieren zielgerichteter. Entscheidend werden die Partien gegen Nordirland sein, bei denen es um Platz zwei geht – diesen Anspruch haben wir einfach. Platz zwei hieße, dass ein ziemlich steiniger Play-off-Weg auf euch warten würde … Niemand hat behauptet, dass es leicht wird, zur WM zu fahren. Und trotzdem ist es ein Traum von uns. Nur zum Vergleich: Für eine EURO qualifizieren sich 16 Mannschaften, zu einer WM fahren aber nur elf oder zwölf Europäer. Wir wissen, dass es eine enge Geschichte wird. Sie spielen aktuell die WM-Quali, bereiten sich aber parallel auf die auf 2022 verschobene EURO in England vor. Herausfordernd? Eine neue Challenge, wie so vieles in der Corona-Zeit. Ich bin nicht unglücklich über die Verschiebung. Wir hatten sehr viele Ausfälle dieses Jahr, was auch der höheren Belastung durch die Corona-Verschiebungen geschuldet ist. Dadurch haben wir wiederum viele junge Spielerinnen eingesetzt, von denen sich einige in den Stammkader gespielt haben: Marie Therese-Höbinger, Laura Wien roither. Wir sind deutlich breiter aufgestellt als 2017, als immer dieselben zwölf, dreizehn Spielerinnen gespielt haben. Ende Oktober findet in Manchester die Gruppenauslosung statt. Wunschgegner? Da werde ich jetzt keinen nennen. Wir werden in Topf drei sein, da wird es immer eine große Herausforderung. Sobald wir unsere Gegnerinnen kennen, werden wir uns parallel zur WM-Qualifikation auf sie vorbereiten. ENTSCHEIDEND WERDEN DIE BEIDEN PARTIEN GEGEN NORDIRLAND SEIN, BEI DENEN ES UM PLATZ ZWEI GEHT – DIESEN ANSPRUCH HABEN WIR. Die Erwartungshaltung rund um das Frauen-Team hat sich deutlich gesteigert, viele träumen von einem neuen Sommermärchen. Lassen Sie das laufen oder grätschen Sie dazwischen? Wir müssen schon klar festhalten, dass das alles nicht selbstverständlich ist. Nehmen wir das Beispiel Griechenland: Die wurden 2004 Europameister, aber niemand hätte erwartet, dass sie 2008 wieder den Titel holen. Es ist nicht state of the art, dass Österreich immer im Halbfinale stehen kann. Man muss sich SPORTaktiv 111

Magazin // E-Paper