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SPORTaktiv Oktober 2021

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DAS VORFÄLLE MIT

DAS VORFÄLLE MIT HERZSTILLSTÄNDEN IM BREITEN- WIE IM HOCHLEISTUNGS- SPORT LASSEN NACHDENKEN. WAS MAN ALS FREIZEITSPORTLER ZUR HERZGESUNDHEIT BEACHTEN SOLLTE, HABEN WIR BEIM SPORTKARDIOLO- GEN MANFRED WONISCH ERFRAGT. NICHT NUR AUSDAUER-, AUCH KRAFT- TRAINING STÄRKT DAS HERZ. VON CHRISTOF DOMENIG WUNDERWERK IN DER LINKEN BRUST Allein wenn man sich die Zahlen vor Augen führt: Im Schnitt schlägt ein menschliches Herz 100.000 Mal am Tag, 36,5 Millionen Mal in einem Jahr und nimmt man eine Lebenserwartung von 80 Jahren an, insgesamt 2,85 Milliarden Mal in einem Leben. Im Ruhezustand von durschschnittlich Trainierten schlägt es 60 Mal in der Minute, aber bei Bedarf auch mit der dreifachen Frequenz. Der Anlass dieser Ratgebergeschichte ist nun auch eine Weile her: trotzdem könnte der (gut ausgegangene) Herzstillstand eines austrainierten und gut untersuchten Fußballprofis bei der „Euro“ auch manche Hobbysportler zum Nachdenken gebracht haben. Schließlich hat man auch die Empfehlung im Hinterkopf, sich als Sportler, zumindest aber als Sporteinsteiger oder -wiedereinsteiger ab 35 Jahren internistisch checken zu lassen und sich vom Arzt grünes Licht für die sportliche Belastung zu holen. Aber macht das auch jeder? In der Praxis wohl eher nur eine Minderheit. Und dann war auch noch der tragische Todesfall eines 40-jährigen Halbmarathon-Teilnehmers beim Vienna City Marathon Mitte September, der dieser (schon vorher fertiggestellten) Geschichte noch weitere Aktualität verliehen hat – und auch manche Aussage, die wir vom Sportkardiologen Manfred Wonisch zuvor schon eingeholt haben, unterstreicht. Jetzt im Herbst ist jedenfalls auch die Saisonphase, um eine Bestandsaufnahme zu machen und seinen sportlichen Neustart zu planen. Gerade die aktuellen Anlassfälle könnten dazu animieren, um seinen Tag und Nacht aktiven inneren „Hochleistungsmotor“ Herz einem Funktionscheck zu unterziehen. Den Ist-Stand feststellen Die erwähnte Empfehlung, sich speziell ab 35 Jahren internistisch untersuchen zu lassen, hat einen klaren Hin- Fotos: iStock 24 SPORTaktiv

tergrund, erklärt der Sportkardiologe Manfred Wonisch: „Man unterscheidet statistisch zwischen ‚älteren‘ und ‚jüngeren‘ Athleten mit der Grenze bei 35 Jahren. Bei Jüngeren sind es hauptsächlich angeborene Herzmuskelerkrankungen, Herzmuskelverdickungen, teilweise Herzmuskelentzündungen oder auch angeborene Herzkanalerkrankungen, die zu schwerwiegenden Problemen führen. In Untersuchungen sind diese allerdings schwer zu finden.“ Mit Mitte 30 ändert sich das: „Hier sind es dann meistens doch gut erkennbare Ursachen wie Durchblutungsstörungen am Herzen oder coronare Herzerkrankungen. Ab 35 überwiegen diese – je älter, desto stärker.“ Heißt also: Gerade die über-35-Jährigen haben gute Chancen, dass Probleme mit dem Herzen auch frühzeitig er- SPORTaktiv 25

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