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SPORTaktiv Oktober 2021

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Der eine sagt: „Der

Der eine sagt: „Der Lauf in dieser Länge und die gemeinsamen 7 Tage machen diese Alpenüberquerung einzigartig und absolut sexy.“ Der Andere sagt: „Nach dem ersten Tag wollte ich eigentlich nur noch nach Hause. Und doch sprechen beide vom Gleichen und werden beide am Ende derselben Meinung sein. Der eine, das ist Martin Hafenmair, Streckenchef des schon legendären Transalpine Runs (TAR). Gelaufen wird verpflichtend in Zweierteams, eigentlich acht Tage über die Alpen von Vorarlberg nach Südtirol. Der andere ist Christoph Werner, Hobbysportler aus Graz und mit Partner Bernhard Wagner zum ersten Mal bei der laufenden Alpenüberquerung dabei. Eigentlich waren die beiden auf der Suche nach einem Ultralauf und sind dabei auf den TAR gestoßen. „Ein Mehrtagesrennen hat schon einen besonderen Reiz“, erinnern sich die beiden an die Anfänge des Projekts. Eigentlich wollten sie ja schon 2020 laufen, da musste der Bewerb aber wegen Corona abgesagt werden. „Das war hart, weil eigentlich haben wir uns damit zweimal vorbereitet“, sagt Christoph Werner. Der TAR zieht aber auch sportliche Damen an. Die „Marx-Sisters“ Lisa und Laura ebenfalls aus Graz zum Beispiel. Die beiden sind „eigentlich keine großen Läuferinnen“, sagt Lisa. Ihre Heimat sind aber die Berge. Klettern, Bergsteigen, Skitourengehen – das ist die Domäne der beiden. „Zum 30. Geburtstag meiner Schwester Laura wollten wir was Besonderes machen“, sagt Lisa Marx. „Und wir lieben lange, ausdauernde Tage in den Bergen.“ Sechs Tage, nachdem sich Christoph Werner in Lech am Arlberg aus dem Bett an die Startlinie geschleppt hat, „weil mich der Bernhard so motiviert hat weiterzumachen und gemeint hat, schau dir einmal den heutigen Tag an“, sind beide derselben Meinung. Nämlich dass es ein unglaubliches Erlebnis war. „Dieses hochalpine Panorama war einfach unbeschreiblich“, sagen Wagner und Werner, schon beim ersten Getränk danach im Zielraum in dem kleinen 238 KILOMETER LAUFEN MIT 13.400 HÖHENMETERN BERGAUF UND 14.000 BERGAB, AUFGE- TEILT AUF SIEBEN TAGE. DER TRANSALPINE RUN IST EINE BELASTUNG FÜR KÖRPER, GEIST UND FREUNDSCHAFT – WIE UNS EIN DAMEN- UND EIN HERREN- TEAM ERZÄHLT HABEN. VON KLAUS MOLIDOR VOLL AUF DER HÖHE Südtiroler Ort Prad am Stilfserjoch. gehen kannst“, erzählt Christoph Werner. Und man merkt auch bald, dass Werner knabbert noch an seinen Pom-Bären, die er neben der Pflichtausrüstung (siehe Kasten) immer mit im haben kann. „Einmal bin ich versehent- eine Kleinigkeit große Auswirkungen Laufrucksack hat. Die Luft ist noch lich in einen Bach gestiegen, dadurch warm, die Erinnerungen frisch und die hatte ich fünf Stunden nasse Füße. Da beiden Freunde sind sich einig: „Wir haben das total unterschätzt.“ Vor allem holt“, sagt Bernhard Wagner. hab ich mir eine ordentliche Blase ge- die Höhe. Täglich ging es über 2500 Auch die Marx-Sisters hatten trotz guter Akklimatisierung im Vorfeld und Meter Seehöhe stundenlang dahin. „Da schwillt dir unter Anstrengung der vielen langen Bergtouren mit Problemen Oberschenkel so an, dass du kaum noch zu kämpfen. Sauna, Infrarotbehandlun- 40 SPORTaktiv

TRANSALPINE RUN 2021 1. Etappe: 31,7 km, 1900 hm, Hirschegg – Lech am Arlberg 2. Etappe: 28,7 km, 1640 hm, Lech am Arlberg – St. Anton am Arlberg 3. Etappe: 34 km, 2450 hm, St. Anton – Galtür 4. Etappe: 42,3 km, 2030 hm, Galtür – Klosters (SUI) 5. Etappe: 8,7 km, 940 hm, Bergsprint in Klosters) 6. Etappe: 47 km, 2300 hm, Klosters – Scuol (SUI) 7. Etappe: 44 km, 2290 hm, Scuol – Prad (ITA) gen, kalte Umschläge, vor allem aber die Massagen und das Taping der mitreisenden Physiotherapeuten haben den beiden geholfen. Noch schlimmer hat es einen anderen Läufer gleich auf der ersten Etappe erwischt, wie die beiden erzählen. „Der hat an einer unmöglichen Stelle überholt, völlig sinnlos, ist gestürzt und hat sich schwer an der Schulter und am Unterarm verletzt.“ Der Läufer musste dann mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Auf den technisch schwierigen Trails war also stets volle Konzentration angesagt. „Das war auch für den Kopf anstrengend“, sagt Christoph Werner. Vom Körper ganz zu schweigen, wenn man solches Terrain nicht gewohnt ist und auch nicht viele Kilometer darauf trainiert hat. „Vieles war nicht zu laufen, weil es so technisch war und vor allem bergab haben wir geschaut, dass wir heil unten ankommen.“ Herausfordernd, aber machbar. Das Fotos: Andi Frank, Christoph Werner, Dynafit/Piotr Drozdz SPORTaktiv 41

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