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SPORTaktiv Oktober 2021

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Schwere Zeiten für

Schwere Zeiten für Fahrraddiebe. Auch der Diebstahlschutz läuft längst digital und wird immer besser. Straßen so herrlich leer waren. Das vermissen wir ja fast schon wieder“, meinte er mit einem Augenzwinkern. Mit der Bezeichnung „Gewinner in der Krise“ geht die Radbranche sehr vorsichtig um, Fleischer bestätigte aber ein Bosch-Plus von 25 Prozent, in den Kernmärkten D-A-CH und Holland schaffte man von 2019 auf 2020 sogar ein Plus von 35 Prozent. „Dieses Niveau gilt es vorerst zu halten.“ Die Lieferprobleme treffen mit voller Härte auch einen Riesenkonzern wie Bosch (u.a. ja auch in der Autoindustrie tätig). Fleischer: „Wir kämpfen um jedes einzelne Rad, das wir bauen können.“ Industrie und Handel würden diese herausfordernde Situation ganz gut bewältigen, meint er. „Wir erledigen unsere Hausaufgaben. Jetzt muss auch die Politik ihre Hausaufgaben machen und für die Zukunft eine radfreundliche Infrastruktur herstellen.“ Dieses Thema, Stadt und Verkehr, zieht sich wie ein roter Faden durch die Eurobike. Fleischer legt nach: „50 Jahre lang wurden die Städte um die Autos und für die Autos gebaut. Dabei stehen sie 23 Stunden am Tag bloß herum. Es braucht mehr Radinfrastruktur. Wir wollen smarter und sicherer EUROBIKE 2021 Weltweit führende Fahrradmesse mit Produktnews, Szenetreff, Vorträgen, Businesstalk und zwei Publikumstagen: heuer „nur“ 630 Aussteller aus 68 Nationen (18.770 Fachbesucher, 13.424 Konsumenten); Vergleich zu Vor-Corona 2019: 1400 Aussteller aus 99 Nationen. Termin 2022: 13. bis 17. Juli in Frankfurt (D). unterwegs sein.“ Mit einer imaginären Glaskugel blickt Fleischer auf Anfrage zehn Jahre in die Zukunft, ins Jahr 2031. Er erklärt das Prinzip der Autozukunft und der Technik „Vehicle to X“ (V2X), die vorsieht, dass alle Fahrzeuge nicht nur miteinander, sondern auch mit jeglicher intelligenter Umgebung kommunizieren können. Den neuen Ansatz, auch Fahrräder ,,mitsprechen“ zu lassen, nennt Fleischer ,,Bike to X“. Die Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer wäre die Folge, auch der dann autonom fahrenden Autos. Wie würde die Praxis 2031 aussehen? Das Rad hat einen Reifendefekt mitten in der Stadt, warnt das dahinter fahrende Auto, loggt die Route zur nächsten Werkstatt ins Bike-Navi, meldet online den Termin dort auch gleich an, schützt den Radfahrer bis dahin mit Sicherheitshinweisen am Display, nimmt Änderungen am Setup des Bikes vor (Helm, Bremsen, Federung) und verständigt per Mail den wartenden Termin in der Firma, dass es 45 Minuten später wird. Fleischer winkt ab: „Das kommt alles nicht morgen.“ Aber es kommt. „Die digitale Zukunft des Rades beginnt. Das ist erst der Anfang.“ Es fallen Begriffe wie „voice assistance“, also Sprachsteuerung, umfassende Sicherheitsmaßnahmen in Form eines „digital safety shield“, künstliche Intelligenz, das IoT („Internet of Things“) und in Summe das „digitale Biken“. Wer weiß, wie umfangreich und kompliziert die Software, Vernetzung und Koppelung aller Geräte jetzt im Jahr 2021 schon sein kann, darf befürchten, dass hier auch viel Überforderung und möglicherweise ein „too much“ an Technik kommen wird. Bosch stellte auch die neueste Generation der E-Antriebe vor, die jetzt mit neuer App („Flow App“), neuen LED-Kontrollern, größerem Akku (750 Wh, mit 4,4 kg etwas schwerer und größer), Wettervorhersagen und vielen Möglichkeiten zur Vernetzung (Navi, Fit-Tracking) kommt „bis etwa Weihnachten“. Diebstahlschutz und Notruffunktion sind auch möglich. Mit neuer Verkabelung kommen leider auch neue Standards und neue Ladegeräte, die mit den herkömmlichen nicht kompatibel sind. Noch einmal zum Standortwechsel der Messe im nächsten Jahr vom Bodensee in die Finanzmetropole Frankfurt: Die „Landflucht“ passt natürlich zum Cityschwerpunkt der Szene. Der Fotos: Eurobike/Lix 58 SPORTaktiv

Markenkern der Eurobike bleibt unverändert, jedoch werden ihre Inhalte breiter, zeitgemäßer und auch urbaner. Neue Schwerpunkt-Themen: Micro Mobility, Technologie, Fitness, Gesundheit, Lifestyle, Tourismus, Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Die neuesten Mountainbikes und Rennräder, Szenenews und Party soll es trotzdem geben. Eine besondere Rolle wird zukünftig in der gesellschaftlich-politischen Komponente des Radfahrens liegen. Dazu passen auch die Video-Grußworte von Angela Merkel zu Beginn der Eurobike: „Deutschland setzt voll auf das Thema Rad und den nationalen Radverkehrsplan 3.0. Der Bund stellt dafür bis 2023 insgesamt 1,46 Milliarden Euro zur Verfügung.“ Enorme Summen werden also investiert. Der österreichische Eurobike-Besucher fährt nach Hause, mit der leisen Hoffnung, dass auch die heimische Politik das Rad erkennt und beginnt, in die Pedale zu treten. DIE GOLD-AWARD- GEWINNER 2021 Cargoline FS 800, Kettler E-Cargobike Smartgrip D500+, E-Bike-Bedientasten im Lenkergriff integriert Veloine Pregnancy Cycling Kit, Radhose und Trikot für (hoch)schwangere Frauen. Tex-Lock Raijn, multifunktionaler Ganzkörper-Regenanzug (Jacke + Einteiler) Classified Powershift Hub, Kombination aus klassischer Schaltung und Zweigang-Planetengetriebe. Ortlieb Quick-Rack Light, leichter Gepäckträger für Rad-Taschen Datum by Digit Bikes, featuring Analog Suspension: integriertes Federsystem in Oberrohr und Unterrohr www.eurobike.com #RIDESAFE AURA 80 USB Akku-Indikator 80 Lux Lichtmenge 90 m Leuchtweite BLAZE Auto-Sensor Micro-USB Ladefunktion 500 m Sichtweite BREMSLICHT Flowerpower. Bei aller Technik erfreuen auch verspielte Rad-Designs das Auge. So werden unsere Städte bunter und sicherer. www.sigmasport.com

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