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SPORTaktiv Outdoorguide 2016

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BERGLAND

BERGLAND NIEDERÖSTERREICH RAUFSCHWEBEN INS „PARADIES DER BLICKE“ Die Raxseilbahn als älteste Seilbahn Österreichs feiert heuer ihren 90. Geburtstag – und das in „neuem Gewand“. Ein Grund von vielen, in der Bergwelt der Wiener Alpen (NÖ) und speziell auf der Raxalpe auf Erkundungstour zu gehen. Es war eine Pionierleistung, die 1926 zur Eröffnung der ersten Seilbahn Österreichs führte: Über 4.000 Tonnen Arbeitsmaterialien wurden in der einjährigen Bauzeit mit der hölzernen Materialseilbahn – die extra für den Seilbahnbau ein Jahr zuvor errichtet wurde – bewegt. Per Seilbahn auf einen Berg zu schweben, war bei der Eröffnung 1926 natürlich eine große Sache. Die Raxalpe war damals für die ostösterreichische und da vor allem für die Wiener Bergsteigerelite ein wichtiges „Übungsgebiet“ – und viele später große Namen der Bergsteiger- und Kletterer szene gingen im Bergsteigerdorf Reichenau an der Rax ein und aus. „Distanzmärsche“ mit 1.500 m Höhenunterschied oder schwierige Klettertouren in 300 m hohen Wänden waren eben nirgendwo sonst in so greifbarer Nähe möglich. Mit der Eröffnung der Seilbahn wurde der „Wiener Hausberg“ auch für Touristen und „Normalsportler“ viel attraktiver – so ist es auch heute, 90 Jahre später, noch. Da passt diese Information perfekt dazu: Die Raxseilbahn startet im Jubiläumsjahr 2016 rundum erneuert ab Juli in die Sommersaison (siehe Info-Kasten). „AUSSICHTS-REICH“ Die Raxalpe gehört zu den höchsten Erhebungen des „Wiener Alpenbogens“, der sich wie ein Fächer südlich der Bundeshauptstadt ausbreitet. Mit der Seilbahn gelangt man in wenigen Minuten auf ein Karstplateau auf 1.547 m Seehöhe hinauf – der Rax-Gipfel selbst ist 2.007 m hoch. Das Gebiet der Raxalpe ist, so wie eigentlich der gesamte Wiener Alpenbogen, reich an wunderbaren Aus- FOTOS: Raxseilbahn/Franz Zwickl, NÖW/Robert Herbst, Eva Gruber 126 SPORTaktiv-OUTDOORGUIDE 2016

90 Jahre Raxseilbahn Highlights damals und heute 9. Juni 1926: Eröffnung der Raxseilbahn nach einem Jahr Bauzeit als erste österreichische Seilbahn. Seit 1927 ist der durchgängige Transport per Eisenbahn und Seilbahn von Wien auf die Rax möglich. Fahrzeit damals: 2 Stunden. Die Zahl der Passagiere schwankte im Verlauf der Jahre stark: zwischen 106.000 und 247.000 pro Jahr. In jüngsten Jahren hat sich die Zahl der Fahrgäste auf durchschnittlich 130.000 eingependelt. Das Jahr 2011 war mit 164.000 Nutzern das stärkste in jüngster Zeit – mit der neuen Bahn sollte die Beliebtheit wieder steigen. 1. Juli 2016: Die neue Raxseilbahn wird nach mehrmonatiger Renovierung feierlich wiedereröffnet. 2. Juli 2016: Regulärer Start in die Sommersaison. Infos zur Region und Buchungen WIENER ALPEN IN NIEDERÖSTERREICH Tel.: 0 26 22/78 9 60 E-Mail: info@wieneralpen.at WEB: wieneralpen.at sichtspunkten. Die Region trägt deswegen auch den Spitznamen „Paradies der Blicke“. Zwei besondere Aussichtsplätze sind es, die mit der Seilbahn-Auffahrt und danach kurzen Anmarschwegen erreichbar sind: • die „Höllental-Aussicht“, ein „Balkon“ auf 1.620 Metern. Den zerklüfteten Canyon des Höllentals von oben herab zu betrachten, ist nach einer halben Wegstunde von der Bergstation aus möglich. • Die „Otto haus-Aussichtswarte“ wiederum lässt besonders weit ins Land blicken, ist von der Bergstation ebenfalls gut zu erreichen – und Teil des „Hüttenhüpfens“ auf der Rax. EINFACH WANDER-BAR Hüttenhüpfen? So nennt sich eine der bekanntesten Touren hier. Als Wandergebiet ist der Berg ja grundsätzlich bekannt und beliebt. Wie der Name vermuten lässt, verbindet das Hüttenhüpfen mehrere Schützhütten in einer knapp 11 Kilometer langen Tour: 45 Minuten nach der Bergstation ist das Ottohaus erreicht, dann geht es weiter zur Neuen Seehütte. Vorbei am Kletterspot Preiner Wand führt die Rundtour wieder zum Ottohaus und danach zum Ausgangspunkt zurück. Mit 3:45 Stunden ist dieser mittelschwere Rundweg angeschrieben. Wer will, nimmt zusätzlich den Jakobskogel (1.737 m) als Gipfel mit. Wanderer stoßen auf der Rax auch auf den „Weitwanderweg am Wiener Alpenbogen“ (WAB): Auf 19 Etappen führt dieser 300 km lange Weg über den gesamten Gebirgsbogen – eine Herausforderung für Freunde weiten Marschierens. Zwei Etappen des „WAB“ queren die Rax und sind für sich auch als anspruchsvolle Tages touren zu empfehlen: die Etappe von Prein zum Habsburghaus, sowie jene von dort weiter nach Reichenau-Payerbach. Für beide Etappen braucht man aber Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Übrigens: Die Wände, in denen die Helden vor 90 oder mehr Jahren ihr „Handwerk“ in der Vertikalen lernten, haben auch heute Kletterern viel zu bieten. Die gesamten Wiener Alpen gelten als hervorragendes Klettergebiet – und die Rax ist eines der Zentren. Beliebt sind auch die Klettersteige: Der Haidsteig (Schwierigkeitsgrad D) etwa wurde unlängst renoviert, er gilt mit seiner exponierten Lage als besonders „kühner“ Steig. WOHNEN UND WELLNESSEN Im Zuge des Jubiläums „90 Jahre Raxseilbahn“ wurden auch regionale Übernachtungsadressen für Wanderer mit dem „Österreichischen Wandergütesiegel“ ausgezeichnet. Dieses erhalten Gastgeber, die spezielle Angebote für die Zielgruppe parat halten – etwa geführte Wandertouren, einen Ausrüstungsverleih oder ein Transportservice für Gäste. Einer dieser besonderen Wandergastgeber ist der „Raxalpenhof“. Das 4-Sterne-Haus der Familie Scharfegger in Prein gefällt nicht nur mit einem großen Wellnessbereich (der sich aus einer Naturquelle speist), sondern eben mit vielen Angeboten, die Wanderer freuen. Einmal pro Woche gehen Chef oder Chefin persönlich auf Tour zu den schönsten Plätzen, die Gäste des Raxalpenhofs können außerdem die Raxseilbahn ermäßigt nutzen. Letzteres gilt natürlich erst ab Juli – wenn Österreichs älteste Seilbahn ihren Betrieb wieder aufnimmt. 127

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