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SPORTaktiv Outdoorguide 2017

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PERSONALITY Im Winter

PERSONALITY Im Winter gibt es mittags Suppen. „Im Sommer wollen die Wanderer schon à la carte essen“, sagt Hüttenwirt Gottlieb Lorenz. kennt hier heroben jeden Stein, jeden Hang. Weiß, was der Wind ausrichtet, wenn er von Westen kommt oder von Osten. „Als Kinder waren wir ständig im Freien, auch als ich in der Bank war, bin ich am Wochenende fast immer herauf. Da bekommst ein Gefühl für die Umgebung.“ Im Winter muss er den Gästen dann auch oft von einer geplanten Tour abraten. „Manche wollen das nicht verstehen, dann musst ein bissl eindringlicher werden“, erzählt er. Im Winter und im Frühjahr gehen hier immer wieder Lawinen ab. „Bei dem Thema sind wir hier sowieso gebrannte Kinder ...“ WANDERN, KLETTERN, BIKEN Wieder kommen Gäste, die über Nacht bleiben und in der Früh von der Jamtalhütte zu einer Hochtour aufbrechen wollen. Jeder Gruppe, jedem Gast weist er bei der Ankunft einen fixen Platz zu. So behält er den Überblick und merkt gleich, ob einer fehlt. Die Tische sind gut besetzt, das Essen gibt Kraft. Auch wenn hier heroben nicht bloß auf den Gletschern, sondern auch um die Hütte herum sehr lange Schnee liegt, „macht der Sommer schon 40 Prozent unseres Geschäfts aus“, berichtet Lorenz. Neben den Bergsteigern kommen viele Wanderer, die bis zum Schranken fahren und einen Tagesausflug auf die Hütte machen. Dazu kommen die Kletterer und solche, die es werden wollen. Einen Klettersteig hat Gottlieb Lorenz selbst in den Fels gebohrt, gehämmert und geschraubt. Immer zahlreicher werden auch die Mountainbiker – und vor allem: „Ältere Herrschaften mit dem E-Mountainbike. Das hat in den vergangenen Jahren wirklich markant zugenommen.“ Daher gibt es auf der Hütte auch eine Ladestation für die Akkus der Räder. URLAUB ABSEITS DER BERGE Und wenn er selbst einmal ausspannen will? In den eineinhalb Monaten zwischen Winter und Sommerbetrieb fährt er gern in die steirische Thermenregion. Einmal eine andere Landschaft sehen, andere Dialekte hören, abends in Ruhe ein Glaserl Wein trinken. Zeit für die Familie haben. „Das mag ich schon auch.“ Ab Mitte Juni stehen dann sowieso wieder seine Gäste im Mittelpunkt. Viele Prominente sind darunter. Peter Habeler ist oft hier, Reinhold Messner war da, Spitzenköche wie Tim Mälzer oder Eckart Witzigmann. Albert Einstein und Ernest Hemingway haben einst auf der Jamtalhütte übernachtet. So wie der Sherpa Phurba Tenjing aus Nepal, der einst mit einem Bergführer eine Alpenüberquerung gemacht hat. Er ist zum Freund geworden und Lorenz unterstützt ein Schulprojekt von Phurba. „Die Nepalesen sind extrem liebe Menschen, die so dankbar und mit so wenig zufrieden sind. Da sieht man erst, wie gut es uns hier geht“, sagt Gottlieb Lorenz. DIE „FÜNFTE GENERATION“ Dankbarkeit und Demut – zwei wichtige Stichwörter seines Lebens. Und auch das Stichwort „Familie“ ist schon gefallen: Er hat wieder geheiratet und eine mittlerweile 16-jährige Tochter. „Sie arbeitet gern im Gastgewerbe und redet auch gern mit den Leuten. Vielleicht übernimmt sie einmal die Hütte.“ Und wenn nicht? „Auch kein Drama. Dann endet die Dynastie eben.“ Kurz denkt er nach. „Aber wenn ich es mir aussuchen könnte, würde es mich natürlich freuen.“ FOTOS: Gottlieb Lorenz 92 SPORTaktiv-OUTDOORGUIDE 2017

WANDERSCHUHE UND HIGH HEELS Egal, ob Bergpanorama, Single-Trail oder City-Flair: Innsbruck lockt im Sommer mit einem Rundum-Angebot von entspannt bis sportlich, von Natur bis Kultur. FOTOS: @innsbrucktourismus/NN Kuhglocken treffen auf barocke Klänge, Wanderschuhe auf High Heels. Um für Stadt und Berg gerüstet zu sein, könnte das Gepäck für einen Urlaub in Innsbruck und seinen Feriendörfern etwas umfangreicher ausfallen. Abgesehen davon ist die Entdeckung der Gegensätze ein lustvolles und faszinierendes Erlebnis. Eben noch im Straßencafé mit Blick auf die mittelalterlichen Prachtbauten der Innsbrucker Altstadt, und keine halbe Stunde später sitzt man auf der Terrasse eines Bergrestaurants auf 2.000 Höhenmetern. HOCHALPIN IN 20 MINUTEN Seit dem Neubau der Innsbrucker Nordkettenbahnen liegt die Talstation mitten im Herzen der Stadt. Die von der Stararchitektin Zaha Hadid konzipierten insgesamt vier Stationen mit Schrägseilbrücke über den Inn sind architektonische Höhepunkte, markante Landmarks, die den Formenfluss der Natur aufgreifen. In nur 20 Minuten pendelt man mit der Bahn ins Hochalpine und genießt einen atemberaubenden Ausblick. Die Seegrube und das Die „Innsbruck Card“ Mit der Innsbruck Card erlebst du Innsbruck und seine Feriendörfer „all inclusive“. Die Card gibt es für 24 Stunden (€ 39,–), 48 Stunden (€ 48,–) und 72 Stunden (€ 55,–), sie öffnet die Türen für alle Sehenswürdigkeiten der Region und gilt für eine Berg- und Talfahrt mit den Bergbahnen. Kinder zwischen 6 und 15 Jahren erhalten die Card um 50 Prozent ermäßigt. ALLE INFOS: www.innsbruck.info Hafelekar sind Ausgangspunkte für schöne Wanderungen, ebenso wie für spannende Kletterabenteuer. Zum „Après-Berg“ trifft man sich in der modern gestalteten Maria-Theresien-Straße zum Schaufensterbummel, nimmt einen Aperitif in einer der gemütlichen Bars, bevor man sich wieder in höhere Gefilde begibt. Etwa in den Gourmethimmel – den zahlreichen Haubenköchen sei Dank. Dort trifft beispielsweise das zarte Tiroler Berg lamm auf internationale Inspiration. Auch für akustische Genüsse ist gesorgt: Ḿit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, dem Tanzsommer Innsbruck oder dem New Orleans Festival für Jazz und Swing. STADT TRIFFT BIKE Innsbruck steht aber auch im Sommer natürlich für Sport: Durch spektakuläre Trails, die Biker direkt von den beeindruckenden Bergen in die Stadt bringen; durch den neuen Bikepark Innsbruck mit Angeboten für alle Kenner- und Könnerstufen. Oder durch „Crankworx“, das größte Mountainbike-Gravity-Festival der Welt, bei dem sich die lokale Szene mit internationalen Stars trifft. Die Bike-City Innsbruck wird ihrem Namen dadurch mehr als gerecht und begeistert Mountainbiker mit sportlichen Herausforderungen genauso wie mit dem urbanen Angebot. www.bikecity-innsbruck.com 93

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