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SPORTaktiv Outdoorguide 2021

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Foto: Tom Walek Rathaus

Foto: Tom Walek Rathaus gehen wollte. Armin Wolf, weil er ein Bewegungsmuffel ist. Didi Mateschitz wurde gefragt. Antwort: Er geht mit mir privat gerne, aber ohne Mikro. Gedanklich zwischen Südpol und Semmering (Richtung Pinkenkogel übrigens). „Österreich ist großartig.“ Was war die längste Tour? Gerhard Berger war mit mir im Kaisertal unterwegs, neun Stunden lang, der hat sich vorbereitet und das voll ernst genommen. Er wollte gar nicht aufhören. „Wart, jetzt erzähle ich dir noch, wie das mit Didi Mateschitz und Red Bull begonnen hat.“ Bundespräsident Fischer? Schröcksnadel? Neureuther? Wer hat dich als Persönlichkeit nachhaltig beeindruckt? WARUM LIEGT DA MITTEN IM WALD EINE DOSE? DAS MUSS JA NICHT SEIN. Während des Interviews: Tom Walek bückt sich nach Zuckerlpapier, hebt eine Dose auf und trägt sie zum nächsten Mistkübel. Marcel Hirscher wegen seiner Ehrlichkeit damals. Besonders beeindruckend war aber die Wanderung mit Kira Grünberg mit ihrem Handbike. Wenn man sieht, wie eine ehemalige Sportlerin, die mit und von ihrem Körper stark gelebt hat, mit einer unglaublichen Lockerheit über Dinge wie die Querschnittlähmung spricht, denkt man sich schon: Wow. Wahnsinn. Worüber rege ich mich in meinen Leben auf? Oder Pater Karl Wallner vom Stift Heiligenkreuz. Er hat im Monat 300 Euro zur Verfügung und braucht nicht mehr. Radl und Computer bekommt er vom Stift. 300 Euro als erwachsener Mann, der nicht Student ist! Er hat den Papstbesuch mitorganisiert, war nach den Naturkatastrophen auf Haiti, ein cooler Typ, beeindruckend. Heinz Fischer natürlich auch, ab 1000 Meter Höhe bist auch mit ihm per Du. Bei welcher Persönlichkeit bist du mit einer Anfrage abgeblitzt? Attila Doğudan, weil er sich nicht sportlich genug fühlt und nur eine Runde ums Wer würde dich noch reizen? Auf der Liste steht David Alaba, aber das ist Champions League. Seine Medienauftritte werden von Medienverträgen seiner Arbeitgeber geregelt. Da kommst du kaum hin. Wird jetzt dann wohl noch schwieriger. Am liebsten habe ich junge Unternehmer, Sportler und Künstler. Angefragt ist Sebastian Vettel, weil ich ihn schon lange kenne und er wirklich Geschichten erzählt, aber sein Presseteam winkt immer ab. Nix geworden ist leider aus Lindsey Vonn, weil sie zu diesen Zeitpunkten nie in Österreich war. Da wurde mir angeboten, sie in Paris zu treffen. Aber wir wandern in Österreich, nicht in Frankreich, auch klimatechnisch war Fliegen kein Thema. Bist du verrückt? Du fliegst nicht zur Lindsey nach Paris? Schade, aber manchmal muss man auch einer Lindsey Vonn absagen. Madonna? Greta Thunberg? Angela Merkel? Welcher internationale Star wäre dein Traum? Angela Merkel! Da ist doch Madonna völlig uninteressant. Frau Merkel hat viel mehr zu erzählen. Die Merkel in den Alpen für eine Wanderung zu kriegen und zu fragen: Angela, was sagst du zum Macron, wenn alle Mikros aus sind? Wie können wir lernen, immer wieder ins Gespräch zu kommen, auch wenn alles zubetoniert scheint? Ihre Geschichte, die Tatsache, dass sie als Frau so lange im Amt ist, macht sie – und das sage ich auch als Vater einer Tochter – zu einem Vorbild. Interessant wäre auch der Dalai Lama, aber das funktioniert sprachlich nicht. Warum bin ich da? Was ist meine Bestimmung, außer mein WLAN und meine Software-Updates im Griff zu haben? Wie steht es um den Naturbezug von Tom Walek? Die Kindheit in Wien-Hütteldorf war wohl grün …? Ich bin am Wolfersberg aufgewachsen, etwas außerhalb von Hütteldorf. In meiner 10 SPORTaktiv

Jugend war das grün, jetzt ist fast alles zugebaut. Bergerfahrungen habe ich in der Kindheit nicht gemacht, meine Eltern sind keine Bergfex’ und keine Survival-Adventure-Typen. Wie bist du zum Sportler geworden? Mein Vater war Hobbyläufer und ist Mitte der 80er beim zweiten Wien-Marathon mitgelaufen. Damals waren keine Massen unterwegs und die Leute haben noch gefragt „Wow, kann ein Mensch das überhaupt schaffen?“ Meine Mutter hatte auch keine Freude und hat zum Vater gesagt: Wenn du wo am Boden liegst, steig ich auf dich drauf auch noch. Das war für ihn eine gute Motivation, er kam ins Ziel. Dabei hatte meine Mutter nur Angst und Sorgen. Mein Vater hat auch Triathlon gemacht, durch ihn kam ich zum Laufen, zum Marathon und später zum Triathlon. Ich muss aber sagen, zu den meisten Zeiten war das Verliebtsein und das Fortgehen fast noch wichtiger (lacht). Läufst du heute noch viel? Ja, aber nur zum Spaß, stundenlang Kilometer runterklopfen war früher. Ich vermisse sonst all die anderen herrlichen Sportarten, das Kitesurfen, Mountainbiken oder die Berge. Mit unseren Kindern und unserem Wohnmobil zischen wir so oft es geht raus. Letztens wollten unsere Kids unbedingt im Zelt schlafen. Jederzeit. Das leistet einen Beitrag für den Umgang mit der Natur. Das muss man praktisch erleben. Musst du immer reden oder kannst du auch 3 Stunden schweigend wandern? Wenn ich allein gehe, rede ich nicht (lacht). Meine Frau ist auch eher stiller. Verbrauch deine 3000 Wörter und dann komm heim, sagt sie oft. Natürlich gehe ich auch meine ruhigen Routen, aber klar bin ich ein kommunikativer Typ und rede gerne. Du kommst viel herum. Hast du in Österreich noch weiße Flecken? In Vorarlberg kenne ich noch zu wenig schöne Plätze, in Kärnten kenne ich viel, im Salzkammergut auch. Mein Appell: In Österreich ist vielen gar nicht bewusst, wie viel man innerhalb kürzester Zeit erreichen kann. Hier vom Semmering bist du in einer Stunde am Neusiedler See, in der Hauptstadt, in Graz, alles Katzensprünge. Sag das jemandem aus Wyoming. Österreich ist großartig. Ich verstehe zwar Junge, die sagen, Österreich ist a bissl fad, weil das hab ich mit 23 auch gedacht. Später im Alter wird man aber feststellen: Alles gesehen, an Österreich kommen wenige ran. Neuseeland vielleicht oder Kanada. Nicht grad ums Eck. Und wenn ich an den Ottensteiner Stausee im Waldviertel fahr, ist das auch wie Little Canada. TOM WALEK geboren am 21. Oktober 1971, aufgewachsen in Wien-Hütteldorf; Beruf: ORF-Redakteur (u.a. „Ö3-Mikromann, „Walek wandert“), nebenbei Vorträge, Moderationen, Workshops. Bei „Walek wandert“ spaziert er mit Promis und Persönlichkeiten und bekommt sehr persönliche Antworten für seine zweistündige Radiosendung, immer sonntags in den Ferien. Walek liebt Sport: mehrere Marathons und Ironman-Bewerbe, dazu Ski, Kitesurfen, Bergsport, MTB; Familienstand: verheiratet mit Ex-Triathlon-Staatsmeisterin Veronika Hauke-Walek, zwei Kinder (5, 7). www.tomwalek.at Wie schaut der Sommer 2021 aus? Unser Tourismus, der auf Berge und Seen setzt, wird super gehen, das Thema Camping auch – was ja mir persönlich und meinen Kindern voll taugt. Ich brauch kein 5-Sterne-Plus-Hotel mit selbstgepflückter, rechtsdrehender Bio-Hagebuttenmarmelade. Die Kinder wollen raus und aufs Radl. Dein privater Sommer? Noch sind keine Riesenbergtouren geplant, vielleicht im September ein kleines Projekt mit ein paar Freunden. Zu meiner Schande muss ich sagen, ich war noch nie am Glockner, das wär also ein Ziel, oder Klassiker wie der Großvenediger. Ist so was wie das TV-Projekt „Wettlauf zum Südpol“ im Jahr 2010 noch einmal denkbar? Ideen waren immer wieder da, aber die Kosten sind halt enorm. Damals hatte ich mit Hermann Maier eine Superzeit und spaßhalber haben wir gesagt, wir gehen als Fortsetzung durch die Wüste Gobi. Es gibt in Österreich echt eine Menge Leute, die am Mount Everest waren. Es gibt wenige, die am Südpol waren. Der Südpol war das härteste Outdoor-Erlebnis? Du bist der Kälte extrem ausgesetzt und musst bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von minus 55 Grad Schnee schmelzen. Probier das mal, das ist ja alles Pulver. Und der Wind fetzt dir das Zelt weg. Auch der Hermann sagt heute noch, gegen die Bedingungen am Südpol ist jeder Frost bei uns ein Gurkerlcup. Letzte Frage: „Auf welchen Wochentag fällt heuer der Aschermittwoch?‘‘ „Wie viele Frauen dürfen in einem Zwei- Mann-Zelt schlafen?“ Wie schafft man es, dass man nicht lachen muss, wenn man als Ö3-Mikromann die unfassbarsten Antworten bekommt? Manchmal muss ich schmunzeln und kann es kaum glauben, was ich da höre. Aber das ist erstens Routine und zweitens ist dir klar: Jetzt kommt gerade die Butter aufs Brot. SPORTaktiv 11

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