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SPORTaktiv Outdoorguide 2021

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CL POCKET DIE NATUR IN

CL POCKET DIE NATUR IN DER TASCHE Der Kartenausschnitt der „Open Street Map“ zeigt: Es gibt mehr Wege als nur markierte Wanderwege. Fortgeschrittene können das für sich nutzen. bisschen weiter hinten gereiht ist und die nicht den klingenden Namen hat, ist das zwar noch keine Garantie auf eine einsame Traumtour – aber schon einmal eine ganz gute Basis“, sagt Pilz. „Hotspots“ haben meistens auch eine bequeme Erreichbarkeit gemeinsam: etwa eine Auffahrt mit einer Seilbahn. Ist die Erreichbarkeit im Gegensatz dazu mit einer gewissen Mühe verbunden, etwa einem längeren Anmarsch über eine Forststraße oder in einen Graben hinein, dann könne man fast sicher sein, allein unterwegs zu sein. Pilz stellt selbst oft Touren in bekannte Portale ein und weiß, wie sehr ein längerer Anmarsch abschreckt – „selbst wenn man schreibt, dass man danach mit einer wunderschönen Tour belohnt wird“. Wird eine Tour oder ein Spot auf reichweitenstarken Instagram-Accounts gepostet, dann kann man davon ausgehen, dass in den Tagen danach die Frequenz deutlich höher ist als gewohnt. Auch das hat der Experte oft beobachtet. Pilz empfiehlt stattdessen alternative Onlineportale, die kaum beworben werden, aber in der Community bekannt sind, wie „Hikr.org“. Dort finde man, anders als in klassischen Tourenportalen, keine fertigen Tourendaten inklusive GPS-Track, sondern Erlebnisberichte. Aber dafür mitunter echte Geheimtipps, die das aufgrund der kleinen Community auch nach dem Veröffentlichen bleiben. Die Planung der Route muss man allerdings selbst übernehmen, wenn man die Tour nachgehen will. Alles gilt sinngemäß auch für klassische Hochtouren: „Wenn ich den Normalweg auf den Großglockner oder Großvenediger wähle, werde ich mit vielen anderen unterwegs sein. Schon auf alternativen Routen, die noch dazu etwas schwieriger sind, etwa dem Nordgrat auf den Großvenediger, werde ich bis zum Gipfel ziemlich allein sein. Und wenn ich mir einen nicht minder schönen, bloß etwas niedrigeren Nebengipfel aussuche, kann ich auch das Gipfel glück allein genießen.“ Das Phänomen, dass sich die Massen auf wenigen Touren tummeln, und andere Wege, obwohl genauso schön, fast unbekannt bleiben, gibt es nicht erst seit Fotos: (c) OSM Contributors (c) OpenTopoMap (c) Lonvia (c) SNOWMAPS, Matthias Pilz SEE THE UNSEEN

den Suchmaschinen-Algorithmen. Pilz hält sich auch gern an alte Wanderführer, die man etwa in den Bibliotheken der Alpinvereine noch findet, die aber auch zunehmend auf Google Books wieder auftauchten. Warum diese einen Blick wert sind? „Früher wurden hauptsächlich Gebietsführer publiziert, in denen alle Wege einer Region beschrieben wurden. Heute findet man am Markt hauptsächlich Auswahlführer.“ Und da fast immer die gleichen Touren, sagt Pilz, weil es sich kein Tourenführer-Autor leisten konnte, einen „Klassiker“ nicht in die Auswahl aufzunehmen ... Kompetenz erweitert den Spielraum Wie vielfältig die Möglichkeiten in der Natur sind, zeigt auch ein Blick auf die Karte. In der amtlichen ÖK-Karte sind markierte Wanderwege grün eingezeichnet. Schwarze Linien sind Forststraßen, punktiert-strichlierte Linie Traktorwege und gepunktete Linien sonstige, nicht markierte Fußwege. Alles Wege, auf denen Zufußgehen erlaubt ist und die in eine Tourenplanung mit einbezogen werden können. Auch in „Open Street Maps“, dem kostenlosen digitalen Kartenwerk, wird die Vielfalt der eingezeichneten Wege immer größer. Um sich daraus eine schöne Tour zusammenstellen zu können, braucht man allerding schon Erfahrung und den geschulten Blick. Im Gelände muss man sich auch ohne Markierungen und Tafeln zurechtfinden, was die Kompetenz eine Karte lesen zu können voraussetzt. „Man muss außerdem immer mit Unerwartetem rechnen – dass etwa ein Weg doch nicht mehr begehbar ist, es eine Forstsperre oder einen Jadgzaun gibt. Entsprechend mehr Sicherheitsreserven sind einzuplanen“, erklärt Matthias Pilz. „Kompetenz erhöht den Spielraum“: Diese simple Regel gilt auch bei der Suche nach der Bergeinsamkeit. Die Entwicklung der Kompetenz ist das Um und Auf, wenn es darum geht, einsame Tourenziele zu finden und diese auch sicher bewältigen zu können. Das geht nicht von heute auf morgen und widerspricht irgendwo auch dem Geist der Zeit, in der man gewohnt ist, alles sofort und mit maximaler Sicherheit zu bekommen. Doch wer den mühsamen Weg auf sich nimmt, wird oft mit MATTHIAS PILZ ist Bergsportler, Ausbildner der Naturfreunde Österreich für Klettern, Hochtouren und Skitouren. www.naturfreunde.at den schönsten Tourenerlebnissen belohnt. Grafik: Emanuel Tomasini, Fotos: guentheregger.at, Thomas Bause NORDKETTE TOP OF INNSBRUCK Weltweit einzigartig. In nur 20 Minuten aus der historischen Altstadt Innsbrucks hinauf auf über 2.000 m in den Naturpark Karwendel. Nirgendwo trifft raue, alpine Wildnis spektakulärer auf urbanen Raum. Nirgendwo sind atemberaubende 360° Ausblicke so leicht erlebbar. Gratis Parken inklusive. TICKETS.NORDKETTE.COM Top of Innsbruck – 2.334 m Erleben Sie die faszinierende Bergwelt des größten Naturparks Österreichs! Gipfelerlebnis und Alpenzoo Mit dem Top of Innsbruck PLUS-Ticket aufs Hafelekar und in den Alpenzoo. Nordkette Perspektivenweg Harmonische Elemente schaffen eine neue Perspektive auf die Landschaft. Gratis Parken Stressfrei in der City- und Congressgarage parken (8 – 18 Uhr). *Gültig für TOP OF INNSBRUCK Ticket.

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