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SPORTaktiv Outdoorguide 2021

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LEBEN AM PULS DER NATUR

LEBEN AM PULS DER NATUR LEBEN VON UND MIT DEM, WAS DIE NATUR HERGIBT: EIN „SUVIVAL-TRAINING“ ERMÖGLICHT OUTDOOR-ERFAHRUNGEN IN REINSTER FORM. SURVIVAL-CAMPS WERDEN ABER AUCH FÜR KINDER UND JUGENDLICHE ANGEBOTEN: EINE MÖG- LICHKEIT, AUCH DEN NACHWUCHS FÜR OUTDOOR ZU BEGEISTERN? VON CHRISTOF DOMENIG 40 SPORTaktiv

Bear Grylls ist so etwas wie der Survival-TV-Star. Seit gut 15 Jahren macht der nordirische Ex-Soldat mit diversen actionreichen Fernseh- und (mittlerweile) Netflix-Formaten auf sich aufmerksam und ordentlich Quote. Klar neigen TV-Formate auch zu Übertreibung und Überzeichnung: „Niemand würde freiwillig in einen Sumpf mit Krokodilen springen“, lacht Manuela Kainer, die in Niederösterreich Survival-Camps und -Workshops für alle Altersgruppen anbietet („Überleben im Freiraum“). Es kämen aber immer wieder vor allem jugendliche Bear-Grylls-Fans zu ihr, die vom Gezeigten inspiriert sind. Ganz grundsätzlich gefragt: Was ist „Survival“ überhaupt? Und wie passt das in unseren SPORT aktiv-Outdoorguide? Nun, mit Sport hat es vordergründig zwar nichts zu tun. Aber „Outdoor“ ist es eindeutig. „Unter Survival versteht man Kenntnisse und Fähigkeiten, die ein vorübergehendes Leben in einer Notsituation ermöglichen. Ohne oder mit geringen Hilfsmitteln“, bringt es Fotos: überleben-im-freiraum.at, Überlebensschule Tirol Manuela Kainer auf den Punkt. Und man kann es auch als Basis für Notfälle in Berg sportarten sehr gut gebrauchen. „Survival, also über-leben ist aber eigentlich nicht das korrekte Wort“, findet Oliver Fabbro von der Überlebensschule Tirol in Umhausen, „es geht vielmehr ums Leben mit der Natur und mitten in der Natur.“ Aber bleiben wir beim Sport: Bergrettungseinsätze haben nicht selten ein Verirren als Auslöser. Wer im Survival geschult ist, kann sich nicht nur besser orientieren, man weiß sich vor allem in unvorhergesehenen Situationen zu helfen. Sich ruhig einmal hinzusetzen und die Situation und die Möglichkeiten durchzudenken, empfehlen die Tiroler Survival-Experten. Stattdessen würden Verirrte dazu neigen, immer weiter zu gehen, statt sich ein Lager zu bauen und einfach finden zu lassen, sagt Fabbro. Im genannten Beispielfall, die Orientierung in den Bergen oder einem Wald verloren zu haben, würde man auch nach einer Prioritätenliste vorgehen, erklärt Oliver Fabbro weiter. Das geht auch (fast) ohne Ausrüstung und Vorräte. Ist es kalt und bricht Dunkelheit herein? Man würde sich um ein Feuer kümmern und eine Notunterkunft bauen mit dem, was der Wald oder die Natur hergibt. Kein Wasser mehr? Kein Grund zur Beunruhigung, drei Tage kann man ohne zu trinken überleben. Mehr als genug Zeit, welches zu finden und trinkbar aufzubereiten. Erst relativ weit hinten in der Prioritätenliste kommt, sich auch um Essbares zu kümmern: Je nach Jahreszeit hält die Natur Beeren, Kräuter, Samen, Wurzeln oder Nüsse bereit. Outdoor-Begeisterung wecken So weit in groben Grundzügen, was man sich unter einem Survival-Training vorstellen kann. Hier wollen wir freilich eine andere Frage in den Mittelpunkt stellen – denn solche Trainings werden auch für Kinder und Jugendliche öfters angeboten. Kann man denn dieses Thema auch so gestalten, um damit den Nachwuchs für Outdoor und die Natur MANUELA KAINER aus Maria Anzbach (NÖ) bietet mit „Überleben im Freiraum“ Workshops, Kurse und Camps zu den Themen Outdoor/Survival, Naturverbundenheit, Pflanzenwissen u. v. m. www.ueberlebenim-freiraum.at OLIVER FABBRO UND KATHRIN THALLINGER sind Überlebenstrainer bei der „Überlebensschule Tirol“ in Umhausen (T). Neben Kinder-, Familien- und Erwachsenenkursen und Camps gehört eine dreijährige Ausbildung zum Überlebens trainer zu den Angeboten der Überlebensschule. www.ueberlebens schule-tirol.at zu begeistern? Das kann man unbedingt, sagen sowohl die niederösterreichischen als auch die Tiroler Survival-Expertinnen und -Experten. Ab 7, 8 Jahren aufwärts lasse sich die Thematik altersadäquat aufbereiten. Fürs Jugendalter sowieso. Natürlich gibt es für den Nachwuchs gewissermaßen erleichterte Bedingungen: „Anders als bei einem Erwachsenenkurs ist bei Kinderkursen das Camp im Wald schon aufgebaut. Es gibt auch eine überdachte Feuerstelle“, erklären Fabbro und seine Kollegin Kathrin Thallinger. Auch die Ver- SPORTaktiv 41

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