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SPORTaktiv Outdoorguide 2021

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Die erste Woche ändert

Die erste Woche ändert sich auch überhaupt nichts. „Dann geht es schleichend und nach drei Wochen war ich richtig bei mir“, erinnert er sich. Da hatte er schon Österreich hinter sich und die Schweiz. „Der Alpenraum ist einfach unbeschreiblich schön. Und die vielen kristallklaren Seen in der Schweiz sind mir auch lebhaft in Erinnerung.“ Ebenso wie ein Nobelort. „Wie er heißt, hab ich vergessen“, sagt Norbert Lüftenegger. „Ich bin schlecht mit Namen und speichere auch nicht alles, das nicht ganz wichtig ist. Aber die Bilder – die hab ich abgespeichert im Kopf.“ In jenem Dorf ging er also durch ein Stadttor. Dahinter: Luxusboutiquen, Ferraris, Lamborghinis, der totale Glamour-Schock. „Nach Wochen in der Natur und der Einsamkeit hat mich das voll überfordert und mein Freund und ich sind quasi rückwärts wieder raus aus dem Ort und weitergegangen.“ Denn er wollte möglichst viel sehen, erleben und mit Menschen ins Gespräch kommen. „Sehr viele interessante Leute hab ich getroffen, mit teils sehr schweren Schicksalsschlägen. Das ordnet vieles neu ein, worüber man selbst sonst jammert.“ In Frankreich ist er dann ganz allein und wandert durch Gegenden, die so einsam und abgeschieden sind, „dass du dich fragst, ob das überhaupt noch Europa ist.“ Planung ist dort wichtig. „Weil du musst ja essen und trinken auch.“ Der Pilgerführer über den Jakobsweg ist ihm dabei eine Hilfe. Hier sortiert sich DA ZIAGT’S MIR IMMER NOCH DIE GANSLHAUT AUF, WENN ICH DAS SO ERZÄHLE. 20 Tage hindurch jeden Tag einen Ironman absolvieren – das hat der Obertrumer Norbert Lüftenegger in Weltrekord-Zeit geschafft sein Leben endgültig neu, ist Norbert Lüftenegger weit weg von der Zivilisation und der Alltags-Taktung. „Da hab ich kurz nicht einmal mehr gewusst, welcher Monat gerade ist.“ In Spanien dann fast das genaue Gegenteil. „Dort herrscht am Jakobsweg ordentlicher Trubel. Das hat mich schon ein wenig auf die Rückkehr in die Zivilisation vorbereitet.“ Prägende Erlebnisse auch hier. „Es gibt da den Cruz de Ferro, einen Berg, auf den Pilger einen Stein legen sollen, den sie von zu Hause mitgebracht haben. Man soll damit sinnbildlich seine Sorgen ablegen“, erzählt Nobert Lüftenegger. Erst habe er gar keinen mitnehmen wollen, auf den ersten Schritten nach der Haustür dann aber doch einen eingesteckt. Sehr viel später am Berg angekommen, schleppt er sich hoch. „Da war ich richtig fertig und konnte kaum noch. Als ich den Stein abgelegt hab, ist aber wirklich was passiert. Bergab bin ich leichtfüßig und lachend gesprungen. Das war der wichtigste Ort auf meinem Jakobsweg.“ Überhaupt weiß er spätestens seit dem Jakobsweg, dass es mehr gibt, als man sehen und angreifen kann. Eines Tages brechen sich nach einem Gewitter mystisch ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken Bahn. „Da musste ich ganz intensiv an meinen Opa denken. Wenig später sehe ich, dass ich das Handy nicht abgeschaltet habe, wie ich es meistens getan habe. Plötzlich läutet es, meine Schwester ist dran und in dem Moment wusste ich, dass der Opa gestorben ist.“ Heute noch, acht Jahre später berührt Norbert die Erinnerung an diese Szene stark. „Da ziagt’s mir immer noch die Ganslhaut auf, wenn ich das so erzähle.“ Nach mehr als drei Monaten ist er am Ziel. Steht in der Kathedrale in Santiago de Compostela und sieht den Weihrauchkessel an einer langen Kette hin und her schwingen. „Das war beeindruckend.“ Zwei Tage später geht er weiter ans Cabo de Finisterre – übersetzt das Ende der Welt. „Da hab ich eine unglaubliche Freiheit gespürt.“ Der Weg hat ihn verändert. Er hat ihn gelehrt, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. „Ich arbeite immer noch in der gleichen Firma, mache in weniger Zeit aber gleich viel wie vorher, und hab für alles Zeit, was mir Spaß macht und mich erfüllt.“ Das ist zu großen Teilen der Extremsport. An Triathlons hat er sich schon vor dem Jakobsweg versucht. Jetzt wagt er sich an einen Ironman, zwei Monate später an einen doppelten Fotos: Katrin Meier 50 SPORTaktiv

HERZHAFT FAMILIÄR VOR ALLEM FAMILIEN FÜHLEN SICH IN ST. JOHANN IN SALZ- BURG WIE ZUHAUSE. Foto: TVB St. Johann in Salzburg INFOS & BUCHUNGEN TVB ST. JOHANN IN SALZBURG T. +43 (0) 64 12/60 36 E-Mail: info@JOsalzburg.com www.JOsalzburg.com Durch die zentrale Lage nur 60 Kilometer von der Stadt Salzburg und der Grenze zu Deutschland ist die idyllische Kleinstadt der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge im Salzburger Land. Dazu kommen eine perfekte Infrastruktur, speziell auf Familien ein gestellte Betriebe und eine atemberaubende Naturlandschaft, so weit das Auge reicht. Ein tolles Familienziel ist der Geisterberg auf 1750 m. Wenn die Gipfel schneefrei sind, erwachen auf dem Gernkogel die Feuer-, Wasser-, Erd- und Luftgeister. Die umliegende Bergwelt sowie die Panoramawanderwege mit über 40 Erlebnisstationen bringen nicht nur die kleinen Bergwanderer zum Staunen. Schon vor der Bergfahrt können sich Kinder beim Abenteuerspielplatz direkt an der Talstation der Alpendorf-Gondelbahn „einspielen“. Ein Erlebnis für alle ist die Liechtensteinklamm – eine der längsten und beeindruckensten Schluchten in den Alpen. Das Rauschen des Wasserfalles, die moosbewachsenen Steine in sattem Grün, eine sagenumwobene Atmosphäre und die Sonnenstrahlen, die im feinen Wasserstaub Regenbogen entstehen lassen, machen dieses Naturschauspiel einzigartig. Ans Herz gelegt sei Familien zum einen die „JoKiWo“, die St. Johanner Kinderwoche von 29. August bis 4. September: Sie bietet alles, was sich ein kleines Abenteuerherz wünscht. So nimmt etwa einer der besten Märchenerzähler des Landes die Kinder mit auf eine Reise ins Land der Feen, Geister und Fabelwesen. Das Highlight der Woche ist die Aufführung von „Schwanensee“ von der Philharmonie Salzburg. Zum anderen seien die „JO Family Partner“ hervorgehoben: Das sind die Familienexperten unter den Gastgebern. Sie wissen genau, was für Familien wichtig ist und können deren Wünsche bis ins Detail erfüllen. SPORTaktiv 51

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