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SPORTaktiv Outdoorguide 2021

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Man sieht sie wieder. In

Man sieht sie wieder. In Prospekten, in den Regalen, an den Füßen, auf den Almen – solide, wuchtige Wander- und Bergschuhe aus Leder. Einige Jahre haben die Synthetik-Materialien mit den wasserdichten Gore-Tex-Membranen den Markt beherrscht. Die Klimawandel-Diskussion und die Corona-Pandemie haben den „Zurück zur Natur“-Trend aber enorm verstärkt. Und darum kommt auch Leder wieder vermehrt in der Schuh-Industrie zum Einsatz. Viele große Hersteller haben Modelle im Programm, bei denen Schaft und Innenfutter aus dem Naturmaterial gefertigt sind. Ob Asolo und Salewa aus Italien oder Lowa aus Deutschland. Fast alle haben Leder zumindest beim Innenfutter wieder entdeckt. „Weil es vom Komfort her einfach nix Besseres gibt“, sagt Herbert Buczek, Geschäftsführer beim italienischen Bergschuhhersteller Asolo. „Leder passt sich an den Fuß des Trägers an und es sorgt für ein gute Fußklima, weil es atmet. Die Kuh hat durch die Poren ihrer Haut ja auch geatmet“, erklärt er die Vorzüge ganz plastisch. ES ATMET, ES IST KOMFORTABEL, ES WÄCHST NACH. LEDER IST BEI BERG- UND WANDERSCHUHEN WIEDER IM KOMMEN. WAS DAS NATURMATERIAL AUSZEICHNET, WARUM MAN AUF EIN WURSTBROT VERZICHTEN SOLL UND WIE CORONA DIE SCHUHPREISE BEEINFLUSST. VON KLAUS MOLIDOR LUST AUF LEDER 64 SPORTaktiv

Fotos: Getty Images, Salewa Nach einer langen Tour hat er immer Zustiegsschuhe mit Leder-Innenfutter im Kofferraum seines Autos. „Wenn ich dann dicke Füße vom langen Gehen hab, schlüpf ich ohne Socken in die Lederschuhe und fahr heim. Das ist pure Erholung für die Füße“, sagt Buczek. Auch beim ebenfalls italienischen Bergsportausrüster Salewa aus Bozen merkt man eine verstärkte Nachfrage. Leder ist dort ja in der DNA der Marke eingeschrieben. „Salewa steht ja für SAttler- und LEderWAren“, erklärt Chefdesigner Thomas Moe. Und Alexander Würtinger von Lowa vergleicht das Leder-Innenfutter mit einem Socken. „So gut passt es sich an. Vom Tragekomfort ist es unerreicht.“ Verwendet wird hauptsächlich Rindsleder. Entweder von der Außenseite oder der Fleischseite. Kommt das Leder von der Hautseite der Kuh, nennt man es Nubukleder. „Das ist das teurere Leder, weil es ja Risse oder Löcher haben kann, wenn die Kuh wo hängen geblieben ist. Dadurch hat man tendenziell mehr Verschnitt“, sagt Herbert Buczek. Das Leder von der Fleischseite, auch Spalt- oder Veloursleder genannt, ist noch robuster und kommt vor allem im alpinen Bereich zum Einsatz. Beiden gleich ist, dass sie gegerbt werden müssen. Das geschieht auch heute noch durch den Einsatz von Chrom. Das aber nicht mehr hochgif- SPORTaktiv 65

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