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SPORTaktiv Outdoorguide 2021

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DER PERFEKTE RUCKSACK

DER PERFEKTE RUCKSACK IST DER, DEN MAN AUF DER TOUR MÖGLICHST WENIG SPÜRT. WIE MAN BEIM KAUF DEN BESTEN RUCKSACK FÜR SICH FINDET UND WIE MAN DEN KOMFORT MITTELS RICHTIGER EINSTELLUNG UND PACK­ TECHNIK OPTIMIERT. VON CHRISTOF DOMENIG MIT LEICHTEM GEPACK Fotos: Deuter, Gregory Fotos: Deuter, Gregory 80 SPORTaktiv

Es gibt keinen größeren Spielverderber auf Bergtouren als einen reibenden Schuh. Ein Rucksack, der an den Schultern zieht oder sonst irgendwie zwickt oder zwackt, kommt aber nicht weit dahinter. Wer sich also zunächst beim Rucksackkauf und in Folge bei der Einstellung von Gurten und Bändern wie auch beim Beladen ein paar Gedanken macht, macht es sich in Summe deutlich leichter. Gedanken machen sich auch die Hersteller der Rucksäcke, denen es gelingt, das an sich gute Produkt Outdoorrucksack immer noch weiter zu verbessern. In den letzten Jahren gingen die Innovationen vor allem in zwei Richtungen, sagen sowohl Daniel Bürkle für Deuter wie auch Thomas Miedl für die Marke Gregory: Zum einen bei den Tragesystemen. Hier gelingt es immer besser, eine gute Schwerpunktlage mit guter Belüftung zu vereinen. Zum Zweiten ist es das Thema Nachhaltigkeit, wo zuletzt große Fortschritte erzielt wurden. Wie überall in der Outdoorbranche ist „grün und „fair“ auch im Rucksackbereich voll angekommen. Aber auch optisch unterscheiden sich aktuelle Rucksäcke von denen, die noch vor ein paar Jahren angeboten wurden. „Es geht in Richtung eines ‚cleanen‘ Looks mit versteckten nützlichen Features“, sagt Daniel Bürkle. Doch das sind schon Details, die in der Prioritätenliste zunächst nicht ganz oben sind, wenn man sich um den passenden Rucksack für sich umschaut. Die erste Frage, die man sich stellen sollte: Wofür will ich meinen Rucksack eigentlich nutzen? Damit verbunden ist die Frage des Tragesystems. Ein „Netzrücken“ mit optimaler Belüftung – oder ein anliegendes Tragesystem für perfekte Balance? Diese Grundsatzfrage ist nach wie vor aktuell – jedoch sind die Antwortmöglichkeiten um ein paar Facetten reicher geworden. Weil es mit neuen Materialien und Technologien immer besser gelingt, beide an sich widersprechenden Funktionen zu vereinen. Ein Netzrücken, der etwas Abstand zwischen Rücken und Rucksack schafft, ist grundsätzlich bei einfachen Wegen nach wie vor die erste Wahl. Je anspruchsvoller die Sportart, je mehr es in den Bereich Hochtouren oder Klettern geht, desto wichtiger ist aber ein körpernaher Sitz, weil er den Körperschwerpunkt optimiert. So weit die grobe Unterscheidung. Die Praxis ist noch etwas komplexer: So gibt es etwa bei Deuter aktuell nicht weniger als sechs unterschiedliche Rückensysteme. Das maximal belüftete Netzrücken-System nennt sich dort „Aircomfort“ und ist beim Wandern nach wie vor das am meisten nachgefragte, sagt Daniel Bürkle. Die am Körper anliegende, aber ebenfalls sehr gut belüftete Alternative nennt sich „Aircontact“. Für Gregory verweist Thomas Miedl auf das „Free Float“-Tragesystem: Es ist dafür konstruiert, die Vorteile von Netz- und Kontaktrücken zu vereinen, und ermöglicht zudem besondere Beweglichkeit. Eine gute Beratung zahlt sich im Fachhandel hier jedenfalls aus. Ebenso wichtig wie das Tragesystem ist es, die korrekte Größe zu erwischen. „Die Größenwahl soll so exakt wie möglich sein, ähnlich wie beim Kauf eines Schuhs“, lautet die Empfehlung von DEN RUCKSACK RICHTIG PACKEN So schaffst du die optimale Gewichtsverteilung (Empfehlungen von Deuter) + Der Schwerpunkt des Rucksacks sollte dicht am Körper und möglichst in Schulterhöhe liegen. So befindet er sich immer über dem Körperschwerpunkt und der Rucksack zieht beim Tragen nicht nach hinten. Bei großen Rucksäcken erreichst du das so: + Schlafsack, Daunenausrüstung und andere leichte Gegenstände kommen ins Bodenfach. + Mittelschwere Sachen wie Kleidung kommen nach oben außen. + Schwere Ausrüstung (wie Zelt, Proviant, dicke Jacken) nach oben in Schulterhöhe, möglichst nah an den Rücken. + Kleinigkeiten ins Deckelfach packen. + Generell auf gleichmäßige Gewichtsverteilung achten, gerade auch bei den Seitentaschen. + Möglichst wenig an der Außenseite des Rucksackes befestigen. + Im leichten Gelände wie Wanderwegen den Schwerpunkt etwas höher packen, im schwierigen Gelände (wie Hochtouren, Klettersteige) etwas tiefer und damit näher dem Körperschwerpunkt SPORTaktiv 81

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