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SPORTaktiv Skitourenguide 2019

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MARCO BÜCHEL ÜBER

MARCO BÜCHEL ÜBER EMOTIONEN ER WAR EINER DER GROSSEN DES ALPINEN SKI-RENNSPORTS. HEUTE FÄHRT MARCO BÜCHEL NICHT NUR AB – SONDERN LÄUFT AUCH GERNE NACH OBEN. WEIL ER IN DEN BERGEN ZUR RUHE FINDET. UND DABEI DAS HOCHGEFÜHL GENIESST, SICH DEN AUSBLICK AUCH WIRKLICH VERDIENT ZU HABEN. INTERVIEW: AXEL RABENSTEIN 12 SPORTaktiv

Marco, mal angenommen, deine Karriere wäre ein Bergpanorama. Welche Gipfel ragen heraus? Für mich ragt da einiges heraus, das waren ja knapp 20 Jahre! Schöne Erinnerungen sind mein erstes Weltcuprennen in Garmisch, mein Sieg in Kitzbühel und mein dritter Rang am Lauberhorn zum Abschluss meiner Karriere. Für mich waren aber nicht nur die Erfolge wichtig, sondern auch gewisse Nieder lagen. Sie waren von großer Bedeut ung für die Bildung meiner Persönlichkeit. Welche Niederlagen waren das? Einmal die WM-Abfahrt 2007, wo ich auf dem Weg zu einer Medaille bin und mich auf die Seite lege. Das war meine härteste Niederlage, der Stachel saß tief. Zwei Jahre später dann die WM-Abfahrt in Val d’Isere, als ich in der Früh eine Panikattacke habe und mich nicht mehr bewegen kann, weil ich den Druck nicht ertrage. Den ganzen Tag zwang ich mich zum nächsten Schritt. Erst im Starthaus konnte ich den Schalter umlegen, ich funktionierte wieder und wurde sogar Vierter. Aber das war schon ein schwerer Tag für mich. Woher war die Panik gekommen? Aus dem Nichts! Ich bin aufgewacht und plötzlich war mir alles zu viel. Man nennt das wohl eine Leistungsdepression. Hast du so eine Panikattacke noch einmal erlebt? Nein. Vorher nicht und auch nicht später. Ich war damals schon 37 und wusste, dass meine Karriere sich dem Ende zuneigt. Dieses Erlebnis war wohl das Zeichen aufzuhören, was ich dann ein Jahr später getan habe. Was hat dich zwei Jahrzehnte lang bestärkt, dein Leben dem Skirennsport zu widmen? Ich lebe von Emotionen, sie sind der Grund, warum ich das alles getan habe. Skifahren ist für mich der genialste Sport der Welt, der mich immer erfüllt hat. Aber in Wahrheit bin ich ein Suchender nach Emotionen, und diese 20 Saisonen, die ich im Skiweltcup erleben durfte, waren unglaublich reich an Emotionen. Es gab viele Momente, in denen ich mich selbst sehr intensiv gespürt habe, und dabei halte ich ein Glücksge- Fotos: Matthias Kummer, Marco Büchel SPORTaktiv 13

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