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SPORTaktiv Skitourenguide 2019

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UND WIE IST DIE

UND WIE IST DIE RECHTLICHE LAGE? Dr. Wolfgang Stock ist Jurist und Spezialist für Freizeitrecht. Der begeisterte Sportler hat für die Naturfreunde eine Zusammenfassung der rechtlichen Lage zum Thema Pistentourengehen in bestehenden Skigebieten erstellt, zu finden im Archiv auf www. naturfreunde.at. Dort findet sich etwa die Frage, ob eine Skipiste – genauer gesagt: der organisierte Skiraum – so etwas wie eine öffentliche Verkehrsfläche mit freiem Zutrittsrecht darstellt. Stock antwortet darauf, dass Skipisten in aller Regel Privateigentum sind, wo kein generelles Nutzungsrecht besteht. Durch den Kauf einer Liftkarte entsteht allerdings ein Vertrag mit dem Betreiber, der auch ein Recht auf Benützung der Flächen beinhaltet. Der Aufstieg von Tourengehern über bestehende Pisten und markierte (Wander-)Wege kann dort nicht verboten werden, wo gesetzliche Betretungsrechte oder ersessene Rechte bestehen. Außerdem wären, so Stock, die meisten Skigebiete schon vor ihrer „Verliftung“ als freier Skiraum genutzt worden, also auch als Tourenskigebiet. Wie verhält es sich nun aber mit aufgelassenen Skibetrieben und stillgelegten Pisten, wo es keine Präparierung, Tickets und Betreiber mehr gibt? „Eine grundsätzlich sehr neue Fragestellung“, schickt der Jurist voraus. Diesbezüglich klar geregelt sei das Wegerecht nur oberhalb der Baumgrenze, wo es im alpinen Ödland keine Einschränkungen gibt und freie Fahrt auch für Skifahrer gilt (Aus- Focus on the skiing. Not the gear. ZED 12 The days of having to choose between light weight and downhill performance are over. The lightest fully-featured tech binding available at just 345g Simple and intuitive - easy step-in, quickflick heel lifts, single tool adjustment - so you can focus on the skiing Go hard knowing the ZED 12 makes no compromises in performance in the name of weight www.elementum.at

nahme: alpines Siedlungsgebiet). Im bewaldeten Gebiet gilt das Forstgesetz und damit ein generelles Betretungsrecht, z.B. auch mit Ski und Schneeschuhen. „Da ist im Zweifelsfall dann nur zu entscheiden: Ist es Wald, ist es eine Waldlichtung oder schon eine Wiese?“, so Stock. Jetzt konkret: Was passiert mit einer aufgelassenen Skipiste? In der Regel wird sie ohne Nutzung als Skigebiet wieder normales Privateigentum wie die Wiese vor dem Privathaus, wonach keine Nutzung für z.B. Tourenski erlaubt wäre. „Allerdings“, wirft Stock ein, „gibt es so was wie ersessene Rechte. Wenn dort 30 Jahre lang das Skifahren erlaubt war, wird es weiterhin erlaubt sein.“ Stock sind noch keine Fälle bekannt, wo Streitfälle aktenkundig sind. „Skigebiete DR. WOLFGANG STOCK Jurist für Freizeitrecht, Fernitz-Mellach bei Graz www.freizeitrecht.at werden meist ja auch dort zugesperrt, wo kein Schnee und keine Nachnutzung zu erwarten sind.“ Durch die beiden schneereichen Winter und den Skitourenboom wird das aber zum Thema. Rechtlich interessant wird es zudem, wenn Gebühren eingehoben werden. „Ich erwarte mir in den nächsten Jahren daraus ein neues Geschäftsmodell“, so Stock. Bis dahin, und wenn die Lage im verlassenen Skigebiet nicht ganz klar ist, rät der Jurist dazu, den Hausverstand einzuschalten. „Ich würde dort eine Skitour gehen, wo es vernünftig und maßvoll erscheint – maximal beim Abstellen des Pkw auf eine geeignete Parkmöglichkeit achten – und so lange gehen, bis es eine Beanstandung gibt. Auch dann kann man sich immer noch auf fehlende Infos berufen.“ Abschlusstipp: „Sollte wo eine Box für eine freiwillige Spende stehen, würde ich etwas hineinwerfen.“ SPORTaktiv 29

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