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SPORTaktiv Skitourenguide 2019

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tauchen tiefer in das stille Winteridyll ein. Während ich anfangs mit der Technik hadere und wie ein tollpatschiger Storch durch den Schnee stapfe, beobachte ich die anderen, wie sie die Ski ganz locker nach vorne schieben, bei jedem Schritt die Felle hörbar über den Schnee gleiten lassen, und mache es nach. Langsam und in gleichmäßigem Tempo ziehen wir wie schwer bepackte Kamele einen Ski vor den anderen und folgen der Spurenanlage unserer Guides, die an vorderster Front Schwerstarbeit leisten. Die Route führt uns durch die atemberaubende Landschaft der Hohen Tauern, bietet sichere Verhältnisse und ist für Tourengeher mit wenig Erfahrung wie gemacht. Von der Faszination gepackt Aus eigener Kraft einen Berg mit Ski zu besteigen, gibt einem ein Gefühl von Stärke und birgt eine ganz besondere Magie. Vergessen ist die Flucherei, weil mir anfangs die Bindung mehrmals aufgeht oder mir die Spitzkehrentechnik im steilen Gelände so viel Kraft abverlangt, dass ich immer wieder im Tiefschnee lande und mich unheimlich über mich selbst ärgere. Die Faszination des Sports hat mich gepackt und die Anfangsschwierigkeiten sind längst Schnee von gestern. Nach einem einstündigen Marsch legen wir eine Suchübung ein. Unsere Guides vergraben die LVS-Geräte im Tiefschnee und die „Verschüttetensuche“ beginnt. Zugegebenermaßen schien der Umgang mit LVS, Sonde und Schaufel in der Theorie einfacher als hier am Berg und umso mehr freuen wir uns nach Abschluss der Übung auf die heiße Knödelsuppe in der Hütte. Schon bei den ersten Schwüngen auf der Abfahrt stelle ich fest, dass Tourenskifahren nicht gleich Alpinskifahren „ DIE VERFLIXTEN SPITZKEHREN UND DAS SCHÖNE AM SPORT. ist – und das, obwohl wir auf der Piste unterwegs sind. Mit dem Tourenski habe ich nicht den Grip, wie ich es sonst vom Skifahren gewohnt bin, der patzige Schnee stoppt ruckartig. Dazu kommt die alte Geschichte mit der Bindung – die immer wieder aufgeht. Traum und Wirklichkeit Ach, wie oft habe ich von der perfekten Abfahrt im herrlich leichten Pulverschnee geträumt, bildlich habe ich es mir ausgemalt und das lässige Go-Pro-Action-Foto von meiner Tiefschneeabfahrt gesehen … Tja, die Realität sieht bei meiner ersten Geländeabfahrt anders aus: Die ist für mich als Neuling schwergängig und anstrengend und nach ein paar Versuchen und einer Tiefschneelandung wechsle ich wieder auf die Skipiste zurück. Spätestens hier wird mir bewusst, dass du ein guter Alpinskifahrer sein musst und Erfahrung mit Tiefschneeabfahrten haben solltest, um echte Skitouren gehen zu können, andernfalls riskierst du Verletzungen und Lawinenauslösungen. Im Einsteiger-Camp sind die Touren 44 SPORTaktiv

Learning by doing: Wir lernen den Umgang mit LVS-Gerät, Sonde, Schaufel & Co und legen während der Tour eine Suchübung ein. Dabei vergraben die Bergführer die LVS-Geräte im Tiefschnee und die Kursteilnehmer begeben sich auf „Verschüttetensuche“. immer so gewählt, dass wir alternativ auf präparierten Pisten abfahren können. Denn unter schwierigen Bedingungen abzufahren kann immens viel Kraft kosten – vor allem nach einem bereits anstrengenden Aufstieg. Zweiter Tag, zweite Tour Diesmal geht es mit der Gondel bis zur Mittelstation, bei der wir uns die Ski anschnallen und von hier aus zum Hannoverhaus auf 2565 Meter Seehöhe starten. Die Route führt teils auf der Piste, teils im Gelände, und ganz nach STS „Do kummt di Sunn“ lässt sich nach all dem Neuschnee und trüber Sicht auch die Sonne wieder blicken. Sogar so stark, dass ich als nettes Mitbringsel mit einem knallroten Skibrillen-Gesicht heimkomme. Jackpot! Nach dem etwa dreistündigen Aufstieg werden wir mit strahlend blauem Himmel und einer herrlichen Aussicht belohnt und für das Grande Finale wagen unsere Hartgesottenen noch die letzten Höhenmeter und brettern im Tiefschneegelände herunter. Ertappt: Diesen Adrenalinkick gebe ich mir abschließend zwar nicht, bin aber dennoch ein bisschen stolz auf meine Leistung und die Fortschritte der vergangenen Tage. Rückblickend betrachtet habe ich die Welt abseits von präparierten Pisten immer zu stark romantisiert. Denn so schön das Skitourengehen auch ist, genauso viele Gefahren birgt es – dessen sollte man sich bewusst sein. Abgesehen von den ausbaufähigen Tiefschneeabfahrten und den verflixten Spitzkehren ist Skitourengehen ein echt starker Sport, der viel Wissen, Kondition und Technik verlangt. Ob ich mir die Tourenski noch einmal anschnalle? Logo. Zuvor ist aber noch der Tiefschneekurs geplant. ANZEIGE / Fotos: Dynastar MIT DYNASTAR AUF TOUREN KOMMEN Ein Freetouring-Ski für die Abenteuerhungrigen und ein klassischer Tourer, der in seinem Segment die neue Benchmark setzt. DYNASTAR hat für den Winter 2019/20 in die technische Trickkiste gegriffen – und unter anderem diese beiden Topmodelle auf den Markt gebracht. MEHR INFOS www.dynastar.com DYNASTAR MYTHIC 97 PRO Das Spitzenmodell der Mythic- Serie verbindet moderne Free ride- Elemente mit einer ultraleichten Konstruktion. Der Paulownia-Holzkern mit Carbon-C-Ply-Technologie bietet das ultimative Kraft- Gewicht-Verhältnis für erhöhte Agilität auch bei langen Aufstiegen. Das moderate Rocker-Profil und der progressive Sidecut sorgen für Vielseitigkeit, Kantengriff, Auftrieb und Freeride-Performance – für puren Abfahrtsgenuss. DYNASTAR VERTICAL PRO Der Vertical Pro überzeugt im Aufstieg wie auch in der Abfahrt auf ganzer Linie. Die neue Benchmark im Bereich Touring punktet mit Wendigkeit, Leichtigkeit und Kraft. Der Ski besticht gleich mit einer Reihe zukunftsweisender Technologien, die volle Dynamik mit bislang ungekannter Leichtigkeit verbinden. Gerade einmal 1150 Gramm bringt der Ski auf die Waage – ohne Einbußen in der Performance. SPORTaktiv 45

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