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SPORTaktiv Winterguide 2018

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GEMÜSEGRÖSTL MIT

GEMÜSEGRÖSTL MIT SPIEGELEI (1 JAKOB-PORTION = 2 NORMALE PORTIONEN) ZUTATEN 500 g Kartoffeln 1 Karotte 1 Rote Rübe (vorgekocht) ½ Zucchini 1 Schalotte Knoblauch oder Ingwer (nach Geschmack) 2 Eier Salz, Pfeffer, Kümmel, frische Kräuter ZUBEREITUNG 1. Kartoffeln und Karotten (mit Schale) dämpfen oder kochen 2. Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen (nicht zu heiß, weil Olivenöl einen niedrigen Siedepunkt hat) 3. Zwiebeln kurz anschwitzen, restliches Gemüse dazugeben, mit Salz, Pfeffer, Kümmel und frischen Kräutern (Rosmarin) verfeinern und gut anrösten 4. In einer zweiten Pfanne Spiegeleier machen und über das Gröstl geben 5. Das Gröstl in einer Pfanne servieren JAKOBS TIPP Ein Gemüsegröstl ist bei mir immer „Restlverwertung“. Ich schau einfach, was in der Gemüselade noch da ist und verarbeite es. Und: Ich koche/dämpfe das meiste Gemüse (wie Kartoffeln, Karotten) immer vor, damit es leichter verträglich ist. ALLE IN DIE KÜCHE JAKOB HERRMANN IST ÖSTERREICHS ERFOLGREICHSTER SKIBERGSTEIGER – UND ALS ERNÄHRUNGSEXPERTE ÜBERZEUGT DAVON, DASS GENUSS UND SPORTGERECHTES ESSEN HAND IN HAND GEHEN. VON CHRISTOF DOMENIG Fotos: Jakob Herrmann 160 SPORTaktiv

Top drei-Plätze im Weltcup der Skibergsteiger, ein Sieg 2018 mit dem spanischen Star Kilian Jornet beim renommierten Langdistanzrennen Altitoy in den Pyrenäen und ein haarscharf verpasster Sieg ebenfalls mit Jornet bei der Pierra Menta, der „Tour de France“ des Skitourensports: Das alles steht mittlerweile auf Jakob Herrmanns sportlicher Visitenkarte. Im Winter 2018/19 greift daher der 31-jährige Werfenwenger erstmals als Profisportler an, von seinem „Brotberuf“ als NMS-Lehrer ließ er sich karenzieren. Mancher Stammleser mag sich nun fragen, warum der Skibergsteiger in diesen doch alpinskilastigen Winterguide passt. Die Erklärung: Jakob Herrmann ist ein Experte in Sachen sportlicher Ernährungsweise und das keineswegs autodidaktisch: Ernährung ist eines seiner Fächer, die er bis letzten Juli noch unterrichtet hat. Womit sich der Kreis schließt: Denn Herrmann ist überzeugt, dass beliebte Klassiker der heimischen Skihüttenküche wie Gröstl oder Kaiserschmarrn, geradezu ideal für Sportler passen. Dass sie also nicht nur leckere Kalorienbomben sind, wie oft verschrien, sondern perfekte Energielieferanten für Ausdauersportler genauso wie für Skifahrer. Wenn man die Gerichte bloß ein wenig modifiziert. Wie das ausschauen kann, zeigen die drei Rezepte, die uns der Salzburger für diese Story verraten hat. Der erste Guglhupf mit zehn Aber zunächst: Wie kommt es, dass Ernährung eine so große Leidenschaft von ihm ist? Und vor allem auch: dass er selber so gern kocht und bäckt? „Als Kind hatte ich Neurodermitis und musste eine Zeit lang Milchprodukte weglassen“, nennt der gebürtige Wiener, der aber seit dem dritten Lebensjahr in den Salzburger Bergen lebt, einen wichtigen Ausgangspunkt. Die Probleme hat er längst in den Griff bekommen – aber damit hat er sich eben von Kindesbeinen an mit den Auswirkungen des Essens auf seinen Körper beschäftigt. Der kleine Jakob werkte schon früh und gern mit seiner Mama gemeinsam in der Küche – und hat mit zehn Jahren allein seinen ersten Marmorgugelhupf gebacken. Als in der Jugend eine Leistungssportkarriere absehbar war, intensivierte sich sein Interesse noch deutlich. „Dass ich mich gut ernähren muss, um sportliche Leistung zu bringen, war mir immer bewusst.“ Die Wahl des Fachs Ernährung im Rahmen des Pädagogikstudiums war daher für Herrmann auch ein weiterer logischer Schritt. Allerdings hat er zeitlebens nicht nur auf Lehrmeinungen vertraut, sondern auch an sich selbst stets ausgelotet, welche Ernährungsformen ihm guttaten, und sich somit seine eigene Meinung gebildet. „Unrund“ beim aufgebackenen Brot Jakob Herrmann hat heute klare Ernährungsgrundsätze – und betont gleichzeitig, dass man keine Wissenschaft daraus machen muss. Nicht als Leistungs- und schon gar nicht als Freizeitsportler. Gesunde Ernährung könne und solle stets eine einfache Sache sein, das hat er als Lehrer auch seinen Schülern stets vermittelt. Heißt: Herrmann ernährt sich tendenziell pflanzlich, ohne tierische Produkte abzulehnen („Eier vertrag ich irrsinnig gut“, „Fleisch gibt es in Maßen auch, bloß am Abend kein großes Steak“). Sehr wichtig sind ihm biologische und regionale Zutaten: Gibt es zum Beispiel in einem Hotel nur aufgebackenes Brot, wird er so richtig unrund: „Ich finde es total schrecklich, wenn es nicht möglich ist, mit einem Bäcker der Region zusammenzuarbeiten. Allein schon, weil man die Leute unterstützen muss, die so hochwertige Lebensmittel wie ein gutes Gebäck regional produzieren und weiterentwickeln.“ Und wie schon erwähnt: Der 31-Jährige ist (obwohl Experimenten nie abgeneigt) ein Fan von Klassikern der österreichischen Küche. Etwa Tiroler Gröstl: SÜSSER REISAUFLAUF (1 JAKOB-PORTION = 2 NORMALE PORTIONEN) ZUTATEN 250 g Reis 5 Eier 1 Pkg. Topfen 50 g Rosinen 75 g Zucker 1 Pkg. Vanillepuddingpulver (muss nicht sein) Prise Salz ZUBEREITUNG Reis in Wasser (oder Milch) kochen und ein bisschen auskühlen lassen. In der Zwischenzeit: 1. Eier trennen (Schnee schlagen – mit Zucker und einer Prise Salz) 2. Topfen, Eidotter, Vanillepuddingpulver und Rosinen unter den Reis mixen (man kann auch Apfel-, Birnenstücke dazugeben – evt. dann weniger Rosinen oder Zucker verwenden) 3. Eischnee unterheben und in eine 28er-Tortenform geben 4. Bei 170 Grad ca. 40 min backen Mit Apfelmus, Marmelade etc. servieren JAKOBS TIPP Je nach persönlichem Geschmack könnt ihr die Masse auch mit Kurkuma, Zimt, Rum, Zitronenschale etc. verfeinern SPORTaktiv 161

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