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SPORTaktiv Winterguide 2018

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ALLES SCHNEE VON MORGEN

ALLES SCHNEE VON MORGEN Ach, es könnte ja so einfach sein. Früher gab es den Wetterfrosch Quaxi. Der turnte im Gurkenglas auf einer Leiter herum und die ganze Welt (zumindest die Seher der Mini-ZIB, wer sich erinnert …) wusste, wie das Wetter wird. Heute schaut man auf das Smartphone und erkennt im besten Fall anhand wenige Millimeter großer Icons der Wetter-App, was sich morgen vor dem Fenster abspielen wird. Allein: So einfach ist es nicht. Und so stoßen wir mit unseren einfachen Fragen nach dem Wetter und dem Klima auf keine einfachen Antworten, sondern auf viele Zahlenmodelle, Prognosen, Statistiken und im Kern auf eine hochkomplexe Wissenschaft. Anlass sind aktuelle Studien des renommierten Forschungsinstitutes für Schnee und Lawinenforschung (SLF) mit Sitz in Davos. Die Schweizer Forscher – und damit ganz viele Touristiker und Betreiber von Skigebieten – sahen 2017/18 nach „drei mageren Jahren“ einen „aus touristischer Sicht großartigen Winter“. Vor allem in hohen Lagen gab es so viel Schnee „wie nur alle 75 Jahre“, speziell Mitte/Ende Jänner gab es enorme Schneemengen. Und dennoch: Der Jänner brachte zwar „oben“ so viel Schnee wie zuletzt 1981/82, war aber insgesamt der wärmste seit Beginn der Messungen von MeteoSchweiz im Jahre 1864. Was in tiefen Lagen sehr viel Regen brachte. Unterhalb von 1000 Metern Seehöhe fiel nur halb so viel Schnee wie üblich. Oben mehr, unten weniger – so lautet verknappt die Schweizer Formel des letzten Winters. Fotos: iStock, Christoph Heigl 68 SPORTaktiv

WIE WIRD ES IN ZUKUNFT SCHNEIEN? WAS SAGEN AKTUELLE STUDIEN? UND WAS BEDEUTEN DIE REKORDSCHNEEMENGEN DES LETZTEN WINTERS FÜR DEN JETZIGEN? ZWISCHEN FRAU HOLLE UND DER ZAMG. VON CHRISTOPH HEIGL Wie schaut das in Österreich aus? „Der vergangene Winter war ein perfekter Winter, so wie früher“, erinnert sich auch Alexander Podesser, in Graz der Leiter der Außenstelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (kurz: ZAMG). Empirisch nachgewiesen wird das auch von der ZAMG mit enormem Aufwand: Mit „Snowgrid“ hat man eine Methode entwickelt, um aus 84.000 Messdaten einzelner Wetterstationen und weiterer meteorologischer Daten (z.B. Radar) flächendeckende Schneeinformationen für 28 Millionen Datenpunkte in ganz Österreich zu berechnen. Die Anwendungen reichen von Neuschneeprognosen für die nächsten Tage bis zu Klimaanalysen für die letzten Jahrzehnte. Ab dem jetzigen Winter stehen Anwendern erstmals Schneedaten bis in Jahr 1961 zurück zur Verfügung. Die ZAMG betreibt auch selbst Forschung. Seit September 1886 werden auf dem Sonnblick in 3000 Metern Höhe die Wetterdaten gemessen. Damit verfügt die ZAMG über die weltweit längste Messreihe in so großer Höhe. Die Aufzeichnungen aus Kremsmünster reichen bis in die 1760er-Jahre zurück und gehören zu den ältesten weltweit. Rekorde, Rekorde Klimawandel war damals kein großes Thema, heute bestimmt es die Medien fast täglich. 2018 wird unter die vier wärmsten Jahre der 252-jährigen Messgeschichte kommen. Wenn der Dezember ähnlich mild wie in den letzten zehn Jahren wird, prescht 2018 sogar als neuer Rekord an die SPORTaktiv 69

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